Unternehmensberatung Apricum empfiehlt Umschichtung der Solar-Subventionen
Die Debatte um die Solar-Subventionen wie sie das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Deutschland vorsieht, hat mit dem Artikel der WirtschaftsWoche über das Erreichen der Netzparität bei Aufdach-Anlagen begonnen und ist auch bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und FDP in Berlin ein Thema.
Sollen die Subventionen pauschal gekürzt werden? Soll einen langsam Rückgang der Subventionen geben und sollten damit auch bestehende Garantien verändert werden? Nikolai Dobrott, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Apricum – The Cleantech Advisory hat jetzt einen anderen Vorschlag unterbreitet: Solarkürzung ja, aber die freiwerdenden Mittel gezielt für die Stärkung des Exports der Technologie einsetzen. Mehr dazu im folgenden Beitrag.
“Volkswirtschaftliches Ziel Mitte der 90er Jahre war es, in einem exportorientierten Hochlohnland ohne eigene nennenswerte Energiereserven und in der strukturschwachen Region Ostdeutschland eine international wettbewerbsfähige Zukunftsindustrie aufzubauen. Dieses Ziel wurde bis heute sehr erfolgreich umgesetzt.“
Nikolai Dobrott ist sicher, dass Deutschland mit dem EEG den richtigen Weg gegangen ist. Jeder Unternehmer handle so: man investiere in Industrien mit guten Startvoraussetzungen und mittel- wie langfristig hohem Wachstumspotenzial. Und: Unternehmer seien in der Lage, ihre Investitionsentscheidungen immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Inwieweit sieht Dobrott jetzt Anpassungsbedarf der Subventionspolitik?
“Die Preise für Solarmodule sind im letzten Jahr stark gesunken, Betreiber verdienen mehr, eine Anschubfinanzierung in bisheriger Höhe ist nicht mehr notwendig”, so der Unternehmensberater Dobrott in einem Statement.
Die Solarbranche müsse jetzt zeigen, auch ohne hohe Subventionen einen Teil zum Energiemix beitragen zu können. Eine Überbevorteilung setze falsche Anreize und müsse eingeschränkt werden. Wichtiger sei es, jetzt die Internationalisierung des Geschäfts voranzutreiben und die Präsenz Deutschlands beispielsweise in den USA, Italien und dem Nahen Osten zu stärken. Jetzt müssten die Weichen für spätere Um- und Absätze gestellt werden.
„Da ist zum einen unternehmerisches Geschick gefragt. Aber auch von der Politik sollte dies unterstützt werden, indem man – mit Fingerspitzengefühl – die Anreize in Deutschland schrittweise zurückfährt und die frei werdenden Mittel hier investiert“, sagt Dobrott.
Der Vorschlag des Unternehmensberaters ist aus ökonomischer Sicht sicherlich eine gute Idee: Nur, wie stellt man politisch sicher, dass die verschobenen Investitionen tatsächlich die richtigen Regionen und Märkte erreichen? Dobrotts Wunsch ist leicht erklärlich: Apricum unterstützt Unternehmen aus den Bereichen Cleantech und Erneuerbare Energien eben genau bei der Erschließung ausländischer Märkte. Von einer stärkeren Investitionsbereitschaft des Staates in diesem Bereich würde nicht zuletzt auch er als Unternehmensberater profitieren.
Wie dem auch sei: Der Redaktion von Cleanthinking.de gefällt der Vorschlag wesentlich besser, als der Gedanke die großen Stromkonzerne weiter satte Gewinne mit Atomkraft einfahren zu lassen und einen Teil dieser Gewinne über einen Fonds dann an die Erneuerbare Energien Branche weiterzugeben.
In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern einen sonnigen Start in die Woche!

“Volkswirtschaftliches Ziel Mitte der 90er Jahre war es, in einem exportorientierten Hochlohnland ohne eigene nennenswerte Energiereserven und in der strukturschwachen Region Ostdeutschland eine international wettbewerbsfähige Zukunftsindustrie aufzubauen. Dieses Ziel wurde bis heute sehr erfolgreich umgesetzt.“
15:05
Kein schlechter Vorschlag von Herrn Dobrott. Die Frage, die sich bei Subventionen immer stellt, ist die, ob sie wirklich etwas bringen oder im Sande versickern. Oder – wie eben im Artikel angemerkt – die richtigen Regionen erreichen.