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Kein Scherz: Utz Claassen wird Vorstandsvorsitzender von Solar Millenium

16/12/2009 13:03 0 Kommentare

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Im ersten Moment klingt die News-Meldung des Tages wie ein Scherz: Utz Claassen wird Vorstandschef von Solar Millenium. Ausgerechnet der (ehemalige?) Atom-Lobbyist und durchaus streitbare EnBW-Chef Claassen soll in den kommenden Monaten und Jahren das Wüstenstromprojekt Desertec voranbringen, an dem Solar Millenium mit seiner Solarthermie-Technologie durchaus entscheidend beteiligt sein wird. Kann Claassen nun ein glaubwürdiger Vertreter der Solarbranche werden? Beginnt Claassens Wandlung vom Saulus zum Paulus?

Logo Solar MilleniumDie Meldung ist eindeutig: Utz Claassen (46) wird ab Januar Vorstandvorsitzender der Solar Millenium AG und löst den bisherigen Vorstandsboss Christian Beltle ab, der zunächst im Vorstand bleiben darf. Erst im Oktober 2009 hatte sich Claassen, der gern gesehener weil streitbarer Talkshow-Gast ist, mit seinem ehemaligen Arbeitgeber über eine millionenschwere Abfindungsregelung geeinigt. Öffentlich lässt sich Claassen nun mit den Worten zitieren, er freue sich, an der “Schaffung der Energiewelt von morgen” mitzuwirken.

Auf den zweiten Blick wird klar: Die Technologie der Solarthermischen Kraftwerke ist der Technologie von Kohlekraftwerken gar nicht so unähnlich. Außerdem gewinnt die Erneuerbaren-Branche einen Energiemanager, der die Konflikte, die Desertec noch hervorrufen wird, mit allem Engagement ausfechten könnte. Die Kernfrage, ob Claassen dies aber schnell und glaubwürdig wird in Angriff nehmen können, bleibt aber sicherlich bestehen. Desertec ist nicht zuletzt ein Projekt, das Greenpeace entscheidend unterstützt – und nicht nur dort sitzen einige, die jahrelang gegen Claassen und EnBW gekämpft haben.

Weitere Informationen:

Blog-Kommentar von Marlies Uken (Die Zeit)

FTD-Beitrag zu Utz Claassen

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