Bericht von der Venture Lounge in Bonn: Drei Sieger und viele Gewinner
Die gestrige Venture Lounge zum Thema “Hightech, Cleantech & Software” war nach Angaben der Veranstalter CatCap Corporate Finance und Neuhaus Partners ein voller Erfolg: Dies zeigt sich u.a. daran, dass es nach dem Ende der Veranstaltung noch über mehrere Stunden gute und intensive Gespräche zwischen den Investoren sowie den Unternehmern gab, die sich derzeit auf der Suche nach Kapital befinden.
Von den Siegern des Abends, die in den Bereichen Präsentation und Inhalt die Bestnoten für ihren Pitch erhielten, kamen zwei aus dem Cleantech-Bereich. Dies zeigt, dass der Cleantech-Sektor auch in Deutschland nach wie vor spannend für kleinere und größere Investments ist.
Die Sieger waren:
- Die Kölner GreenPocket GmbH, die mir ihrer Technologie Energieversorgern dabei hilft, mit den Herausforderungen rund um Smart Metering fertig zu werden.
- Den zweiten Platz schaffte die C2Call GmbH, die ihre browserbasierte IP-Telefonielösung vorstellte.
- Platz 3 belegte die Cynora GmbH aus Karlsruhe. Das Unternehmen entwickelt und produziert optoelektronische Materialien zur Herstellung von organischen Leuchtdioden und organischen Solarzellen.
Die interessanten Cleantech-Startups der Veranstaltung werden bei Cleanthinking.de in den kommenden Tagen in einem eigenständigen Beitrag vorgestellt. Dazu gehört neben GreenPocket und Cynora auch ein Unternehmen aus dem Bereich der Tiefengeothermie.
Neben den Startup-Präsentationen und der Kür der Sieger, bot die Veranstaltung den insgesamt rund 90 Gästen auch interessante Kurzvorträge. So berichtete Michael W. Schwetje (Schwetje Digital) in einer Keynote über die “Strukturierung der Investorenansprache” und Andreas Olmes vom Hightech-Gründerfonds beantwortete die Frage “How to become a millionaire!”
Den aus Cleantech-Sicht vielleicht interessantesten Vortrag hielten Mark Miller und Dominik Mühl von CatCap. Sie beleuchteten unter dem Titel “Saubere Preise – M&A und Deals im Cleantech-Sektor 2009” die wesentlichen “sauberen Deals” im Cleantech-Segment im vergangenen Jahr. Bei der Präsentation bezogen sich die beiden Referenten auf die Ergebnisse einer Studie, die sie in den kommenden Wochen vorlegen werden. Die Studie kann auf Anfrage bei CatCap bezogen werden.
Demnach gab es im Jahr 2009 in Deutschland 117 relevante Transaktionen mit einem durchschnittlichen Volumen von 20 Millionen Euro. Während die Zahl der Deals leicht stieg und wieder die Grenze von 100 überstieg, reduzierte sich das durchschnittliche Volumen im Vergleich zu 2008 erheblich.
Im Vordergrund des Investoren-Interesses standen dabei Investments in die Energieerzeugung (67 Prozent!), dem klassischerweise etwa die Solarbranche zugerechnet wird. Krösus unter den Top 5 Investements (aus der Liste der Cleantech 100) im vergangenen Jahr waren den CatCap-Angaben zu Folge die hier vorgestellten Unternehmen, die Cleanthinking.de-Lesern allesamt bestens bekannt sein müssten:
- ubidyne – 30,2 Millionen Euro
- Heliatek – 18,0 Millionen Euro
- novaled – 8,5 Millionen Euro
- EnOcean – 8,0 Millionen Euro
- inge watertechnologies – 5,0 Millionen Euro
Als Ausblick für 2010 stellten die CatCap-Experten folgende fünf zentralen Punkte ans Ende ihres Vortrages:
- Geothermie kommt
- Aktivität von Finanzinvestoren
- Smarte Wechselrichter für Smart Grid
- Energiespeicherung gewinnt an Bedeutung
- Versorger kaufen weiterhin grüne Energie
Die Venture Lounge in Bonn war insgesamt ein voller Erfolg: es gab sozusagen drei Sieger und viele Gewinner, denn die Profiteure von Gesprächen und Kontakten können auf jeden Fall als solche bezeichnet werden.
Freuen wir uns auf die kommende Veranstaltung dieser Art, die sich mit Cleantech beschäftigt – es gibt ständig neue, saubere Ideen, die saubere Investments nach sich ziehen sollten. Solche Veranstaltungen bestätigen dies und bringen immer wieder genau die richtigen Personen zusammen.

00:52
Toll, dass die Branche langsam an Fahrt gewinnt, wenn man auch ergänzen muss, dass es noch zwei, drei ‘hidden’ Deals gab, die größer waren. Auf alle Fälle fließt endlich Geld in Clean Tech. Gut so.