Vorschau Eco11: 26 CleanTech-Startups und 87 Redner

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Kommende Woche findet ein Gipfeltreffen der Green Economy im Herzen Berlins statt: Hochkarätige Referenten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tragen Ihren Beitrag zum Gelingen des EcoSummit 2011 bei – und wollen ebenfalls einen Beitrag leisten zum dringend notwendigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer „Smart Green Economy“. Saubere Technologien und CleanTech spielen hierbei eine ganz zentrale Rolle. Mindestens 26 CleanTech Startups aus Deutschland und einigen angrenzenden Staaten werden auf der Bühne des EcoSummit ihre sauberen Technologien vorstellen – 87 Redner aus den oben genannten Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stehen insgesamt auf der Agenda.

Kurzum: Der EcoSummit 2011 in Berlin wird ein Festival der sauberen Geschäftsideen und ein idealer Ort, um über Networking Geschäfte anzubahnen. Stets verbunden mit dem Ziel, unsere Wirtschaft und Gesellschaft ein Stück nachhaltiger, sauberer und effizienter zu machen. Oder eben neudeutsch „smarter“.

Karten für den Ecosummit 2011 im Berliner Hotel Scandic kosten aktuell 795,00 Euro und sind direkt auf der Homepage des Ecosummit 2011 erhältlich.

Wir von CleanThinking.de unterstützen den EcoSummit 2011 mit großem Engagement und haben im Vorfeld einige Referenten gebeten, uns schon einmal einen Vorgeschmack zu geben auf das, was sie in ihren Vorträgen den mehreren Hundert Zuhörern präsentieren werden. Klicken Sie sich durch unsere Seiten!

Lessons learnt aus 230 Investments der letzten fünf Jahre

Dr. Alexander von FrankenbergDie gute Nachricht zuerst: Die Seedphase lässt sich erfolgreich meistern. Trotz aller Schwierigkeiten bei der Produktfertigstellung, der Gewinnung von ersten Kunden, der Akquisition von weiterem Kapital und zusätzlichen guten Mitarbeiten sieht die Zwischenbilanz nach über fünf Jahren positiv aus. Über 300 Millionen Euro weitere Finanzmittel flossen in Folgerunden von neuen Investoren in das HTGF Portfolio. Rund 72% dieser Mittel kommen von privaten Investoren.

Das bedeutet, die aktive Rolle als Leadinvestor und die gemeinsame Entwicklung mit dem Management, den Coaches und anderen Investoren machen aus „unfinanzierbaren“ Gründungen attraktive Investment Cases.

Trotzdem:  Es ist nicht leicht und dauert fast immer länger als geplant (und gewünscht). Sales Zyklen sind immer länger als geplant und grundsätzlich viel zu lang. Es ist erstaunlich schwer für junge Unternehmen, signifikante Umsätze zu erzielen.  Oft dauert es drei oder mehr Jahre, bis die erste Umsatzmillion erreicht ist. Am erstaunlichsten sind die Ergebnisse der Insolvenzgründe: In fünf Fällen lag Geld zu akzeptablen Konditionen von Investoren auf dem Tisch – die Finanzierung scheiterte an Streitereien und irrationalem Verhalten des Managements. In drei Fällen misslang das Fundraising. Das heißt: Es ist mehr als doppelt so wahrscheinlich zu scheitern durch Streitereien bei einem vorliegenden Finanzierungsangebot, als kein Geld zu finden.

Dr. Alexander von Frankenberg, Geschäftsführer der High-Tech Gründerfonds Management GmbH – Vortrag bei EcoSummit 2011 ist geplant am 24.3.2011 ab 14:20 im Raum „Wind“

Peer-to-Peer Mobilität von Daimler: Die Mitfahr-Community car2gether

Michael Kuhn DaimlerIm Zuge der Verstädterung werden in Zukunft mehr Menschen in Ballungsräumen leben. Gleichzeitig dürfte innerstädtische Mobilität mit dem eigenen Fahrzeug schwieriger werden, beispielsweise durch Zufahrtsbeschränkungen und begrenzten Parkraum. Individuelle Mobilität ist daher nicht mehr zwangsläufig mit dem Wunsch verknüpft, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen.

„Nutzen statt besitzen“ – Web und Smartphones ermöglichen Mobilitätsangebote, die spontan und von unterwegs genutzt werden können.

Die Peer-to-Peer Mobilitätsplattform car2gether von der Daimler AG vermittelt freie Plätze in Fahrzeugen und bringt sekundenschnell passende Fahrer und Mitfahrer zusammen: Kurzfristig, im Web (www.car2gether.com) oder unterwegs per Smarthone App bzw. mobile Webseite.

Daimler erprobt car2gether zusammen mit der Scientific Computers GmbH seit 18.9.2010 im Großraum Ulm und seit 7.10.2010 in der Städteregion Aachen unter Alltagsbedingungen. Im Rahmen des Pilotversuches wird das System getestet und im engen Dialog mit den Nutzern Mobilitätsbedürfnisse erforscht. In den Pilotregionen werden zwei Intermodalitätsansätze pilotiert: In Ulm ist car2gether mit car2go verkoppelt. Auf der car2gether Webseite und in den Apps können freie car2go-Fahrzeuge in der Nähe lokalisiert und direkt gebucht werden. In Aachen wird car2gether ab Q2 2011 eng mit dem ÖPNV vernetzt: car2gether präsentiert passende Angebote des Aachener Verkehrverbundes, wenn einmal keine passenden Fahrtangebote vorliegen.

Michael Kuhn ist Senior Manager bei Daimler Business Innovation sowie Gründer und Projektmanager des Daimler-Projekts car2gether – er ist im Panel – Young Future Mobility Leaders am 24.3.2011 von 12:30 bis 13:00 Uhr im Raum Sun dabei

Economic Chances of the Green Economy

Prof. Dr. Claudia KemfertDer Klimawandel schreitet unaufhörlich voran- insbesondere auch deshalb, weil der Anteil der fossilen Energien and der Energieerzeugung immer weiter zunimmt. Wenn wir eine irreversible Schädigung des Klimas vollständig vermeiden wollten, müssten bis zur Mitte diesen Jahrhunderts die Treibhausgase um mindestens 50 bis zu 80 Prozent vermindert werden- dies kann nur durch einen Umbau des Energiesystems, durch Energieeinsparungen und klimabewusste Landwirtschaft und Energiegewinnung erfolgen. Fossile Energien allen voran Öl und später auch Gas werden knapper und teurer. Die fossile Ressource Kohle steht uns zwar noch sehr lange zur Verfügung, die Verbrennung verursacht jedoch klimagefährliche Treibhausgase.

Die Energieversorgung muss klimaschonend, sicher aber auch bezahlbar sein. Klimaschutz ist der Wirtschaftmotor und schafft Arbeitsplätze, sei es im Bereich emissionsarmer Energietechniken, der Energieherstellung wie beispielsweise die Branche der erneuerbaren Energien zeigt, aber auch nachhaltige Mobilität, Klimaschutztechniken, Energie- oder Finanzdienstleistungen. Die deutsche Wirtschaft kann wie keine andere vom Boom der Branchen der erneuerbaren Energien profitieren. Wenn wir jetzt klug die politischen Weichen stellen, schlagen wir drei Krisen mit einer Klappe: die Wirtschaftskrise, die Energiekrise und die Klimakrise.

Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet seit April 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin – Vortrag bei EcoSummit 2011 ist geplant am 24.3.2011 ab 9:30 Uhr im Raum „Sun“

Die Sonne schickt uns keine Rechnung

Franz Alt Es gibt kein Energieproblem. Die Evolution oder Gott haben alles gut geregelt. Allein die Sonne schickt uns jede Sekunde unseres Hierseins 15.000mal mehr Energie als alle Menschen brauchen. Hinzu kommen Wind- und Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie, Wellen- und Strömungsenergie der Ozeane. Mit einer raschen Umstellung von der heutigen atomar-fossilen Energieerzeugung auf 100% Erneuerbare Energie können wir den Klimawandel noch stoppen und ein ökologisches Wirtschaftswunder mit Millionen neuen Arbeitsplätzen und ohne Kriege um Öl organisieren.
Die heutige Energieversorgung ist zentralisiert und von wenigen Großkonzernen abhängig. Die Energieversorgung von morgen ist eine dezentrale und ein gutes Geschäft für Millionen Hausbesitzer, Handwerker, Mittelständler und Bauern. Ich zeige an positiven Beispielen aus der ganzen Welt, dass und wie der 100%-ige Umstieg auf Erneuerbare und umweltverträgliche Energie in 20 Jahren möglich ist.

Dr. Franz Alt ist Journalist, Fernsehmoderator, Buchautor und seit vielen Jahren Vorkämpfer für Erneuerbare Energien – Vortrag bei EcoSummit 2011 ist geplant am 24.3.2011 ab 16:50 Uhr im Raum „Sun“

Elektromobilität ist ein nachhaltiger Systemwechsel

Dr. Gregor MatthiesViele Automobilhersteller bewerten das Elektroauto als eine Variante in ihrem Produktportfolio. Betrachtet man die Elektromobilität jedoch ganzheitlich, zeigen sich deutliche Elemente eines Systemwechsels, dessen Auswirkungen alle Stufen der Wertschöpfungskette der Automobilhersteller und Zulieferer betreffen. Bain & Company hat sechs Quantensprünge identifiziert, die diesen Systemwechsel kennzeichnen:

1. Weg vom Öl: Automobilhersteller und Fahrer sind nicht mehr nur von einer Primärenergiequelle abhängig. Mit dem heutigen Stand der E-Antriebs- und Batterietechnik können bereits die meisten täglichen Fahrstrecken mit Strom aus dem Netz zurückgelegt werden.

2. 60 Prozent weniger Energiekosten: Der Elektroantrieb ist deutlich effizienter als ein Verbrennungsmotor. E-Fahrzeuge wandeln 80 Prozent ihrer gespeicherten Energie in Bewegung um, beim Verbrenner sind es maximal 30 Prozent.

3. 100 Prozent besseres Fahren: Das E-Auto besitzt eine deutlich bessere Fahrdynamik als ein herkömmliches Fahrzeug. Die nahezu geräuschlose Beschleunigung erfolgt ohne Schaltunterbrechungen und lokal völlig emissionsfrei.

4. 100 Prozent bezahlbar: Individuelle Mobilität bleibt nur durch E-Autos für alle Bürger bezahlbar. Der elektrische Antrieb wird durch Massenproduktion mittelfristig die kostengünstigere Alternative sein.

5. 100 Prozent nachhaltig: Jede Verbesserung im Stromerzeugungsmix wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aller E-Fahrzeuge aus.

6. 100 Prozent flexibel: Nicht die Reichweite, sondern die Batterieladegeschwindigkeit limitiert heute die E-Autos. Durch bereits verfügbare Technologien wie Range Extender und Plug-in-Hybride sind E-Autos 100 Prozent flexibel.

Die Vorreiter in der Branche – Renault/Nissan, Mitsubishi/PSA und GM/Opel – sind der deutschen Automobilindustrie bei der Vermarktung erster Serienfahrzeuge momentan zwei bis drei Jahre voraus. Da von bedeutenden staatlichen Hilfen in Deutschland zurzeit nicht ausgegangen werden kann, wird die hiesige Automobilindustrie aus eigener Innovationskraft und Dynamik heraus den Systemwechsel vorantreiben müssen. Am Ende wird im Markt für Elektromobilität das überlegene technische Konzept, gepaart mit intelligenter Vermarktung den Unterschied ausmachen.

Dr. Gregor Matthies, Partner und Leiter der europäischen Automobilpraxisgruppe bei der Unternehmensberatung Bain & Company – Vortrag bei EcoSummit 2011 ist geplant am 24.3.2011 ab 11:50 Uhr im Raum „Sun“

Wir denken, diese Beiträge geben einen ersten hervorragenden Vorgeschmack auf das, was uns alle beim EcoSummit 2011 in Berlin erwarten wird. Mit dabei sein werden auch Vertreter von Entelios, JouleX, Solar Tower Systems oder die Berliner Bürgermeisterkandidatin Renate Künast.  Weitere Infos zu Eco11 gibt es auf unserer Hintergrundseite.

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