Wertstofftonne – CleanTech Lexikon
Wer darf den Müll aus der Wertstofftonne recyceln und welcher Müll darf dort rein?
Hintergrund zur Wertstofftonne: Die Vermeidung von Abfall und der schonende Umgang mit knappen Ressourcen im Sinne von Recycling sind wichtige Funktionen, die dem Clean Thinking Gedanken entsprechen. Die deutsche Bundesregierung brachte Ende März 2011 eine Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Kabinett eingebracht, das die EU-Abfallrahmenrichtlinie in deutsches Recht umsetzen soll. Ein Thema dabei: Die getrennte Sammlung ab 2015 von verschiedenen Abfällen. Hierzu zählen Bioabfälle, Papier, Sowie Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle.
Ziel: Recycling von Siedlungsabfällen
Ziel ist es, bis 2020 65 Prozent aller Siedlungsabfälle zu recyceln. Siedlungsabfälle sind Abfälle aus privaten Haushalten und vergleichbaren Einrichtungen. Ebenfalls dazu gehören hausmüllähnliche Abfälle aus Gewerbe und Industrie. Hierzu zählen auch Sperrmüll, Marktabfälle, Straßenkehricht, Bioabfälle sowie getrennt erfasste Wertstoffe wie Glas und Papier.
Wertstofftonne: Vorteile für Verbraucher und Umwelt
Mit der Novelle vom Kreislaufwirtschaftsgesetz kann auch die so genannte Wertstofftonne eingeführt werden. Wann und wie ist aber nicht entschieden bislang. Bis Ende 2011 sollen Eckpunkte für konkrete rechtliche Regelungen vorliegen.
Die Wertstofftonne soll für Verbraucher des Mülltrennen erleichtern und somit die Recyclingquote verbessern. In diese spezielle Tonne sollen künftig nicht nur wie bislang die Verpackungen mit dem Grünen Punkt, sondern auch Abfölle aus Plastik oder Metall kommen. Damit liessen sich – so die Hoffnung der Bundesregierung – die im Hausmüll enthaltenen Rohstoffe wesentlich effizienter nutzen.
Unklar ist, ob Elektroschrott künftig über die Wertstofftonne entsorgt werden kann. In vielen Regionen gibt es ein gut ausgebautes, dichtes Netz an Wertstoffhöfen, die dadurch vielleicht teilweise überflüssig würden. Allerdings gäbe es für die Wertstoffhöfe immer noch genügend Arbeit: Während der Fön womöglich in der Wertstofftonne landen könnte, würde der Kühlschrank oder der Fernseher nach wie vor dort hin gebracht werden.
Wertstofftonne: Wer darf das Geschäft machen und den Müll entsorgen?
Unklar ist nach wie vor, ob private oder öffentlich-rechtliche Institutionen den Müll der Wertstofftonne entsorgen sollen. Kritik wird bereits laut, der Gesetzentwurf bevorzuge private Entsorgungsdienstleister – und dies könne zu erhöhten Kosten für die Verbraucher führen. Unlängst wurde gefordert, die Interessen der öffentlich-rechtlichen Ensorgungsträger sowie der kommunalen Unternehmen besser zu berücksichtigen.
Untedessen hat sich auch der vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband) kritisch gegenüber der Wertstofftonne geäussert: Die vzbv-Umweltreferentin fordert eine kombinierte Wertstofftonne, in der neben Verpackungsmüll auch weitere wiederverwertbare Wertstoffe in der gelben Tonne oder im gelben Sack gesammelt würden. Diese Lösung wird als technisch möglich beschrieben. Und: Sie gilt als besser als die Einführung der fünften Mülltonne.

