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Aurubis liefert Abwärme für Hamburger HafenCity Ost

Einzigartiges Projekt in Hamburg zeigt, wie die Abwärme-Nutzung der energieintensiven Industrie zur Energiewende beitragen kann / 40 Millionen Euro investiert

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Abwärme wird als Energiequelle im künftigen Energiesystem häufig zu wenig beachtet. Energieeffizienz ist nicht sexy. Normalerweise. Jetzt zeigt ein Projekt in Hamburg, welch großen Effekt die Nutzung von Industrieabwärme haben kann: Der Kupferhersteller Aurubis beliefert nun erstmals die Hamburger HafenCity Ost mit Abwärme aus der Kupferproduktion. So werden 20.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden.

Herzstück des Projekts ist eine neue, etwa 3,7 Kilometer lange Leitung, die ein Aurubis-Werk mit der HafenCity Ost verbindet. Damit kann der Kupferproduzent Aurubis rund 160 Gigawattstunden Wärme liefern – und Partner enercity damit 8.000 Haushalte versorgen. Die Wärme entsteht in einem Nebenprozess der Kupferproduktion.

Das Potenzial dieses Projekts liegt bei bis zu 500 Gigawattstunden – das entspricht einem Zehntel des gesamten Hamburger Wärmebedarfs. Damit könnten die nternehmen insgesamt sogar etwa 140.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Dies entspräche fast der Menge, die sich die gesamte Hamburger Industrie in einer Selbstverpflichtung als Einsparziel ab dem Jahr 2018 gesetzt hat.

Durch die Nutzung der Abwärme Stand jetzt wird ein Ausstoß von mehr als 20.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr vermieden. Dies entspricht den Emissionen von rund 10.000 Mittelklasse-Pkw, die durchschnittlich 12.000 Kilometer pro Jahr fahren. Rund die Hälfte der CO2-Reduktion entsteht durch die Verdrängung von Erdgas-Nutzung zur Dampferzeugung auf dem Aurubis-Werksgelände, die andere Hälfte kann durch die Lieferung der Abwärme an enercity vermieden werden. Allein in der HafenCity Ost werden im Endausbau (Ziel: 2029) etwa 4.500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

Aurubis gilt bei der energieintensiven Kupferproduktion als weltweiter Vorreiter in Sachen Umweltschutz (Cleanthinking berichtete). So nutzt das Unternehmen bereits seit Jahren eigene Abwärme für entsprechende Prozesse der Produktion. Oft ist es in der Industrie hingegen bis heute so, dass Abwärme-Potenziale ungenutzt verpuffen. Das Projekt zeigt nun, dass dies nicht der Fall sein muss, wenn sich regional ansässige Unternehmen zusammenschließen und innovativ denken.

enercity und Aurubis haben jeweils rund 20 Millionen in das Projekt investiert, die je zu 30 bis 40 Prozent, unter anderem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, gefördert wurde.

Das Industriewärme-Projekt von Aurubis und enercity ist in seiner Größe und Komplexität einzigartig in Deutschland. Darum hat es in der Fachwelt bereits viel Anklang gefunden. So gehört es als eines von zehn Fallbeispielen zum Projekt „Leuchttürme energieeffiziente Abwärmenutzung“ der Deutschen Energie-Agentur (dena). Auch ist es von der dena für den „Energy Effiency Award“ nominiert worden, dessen Sieger im November bekannt gegeben werden.

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