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Abwasser als Energiequelle für Wärmepumpen

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Cleantech News / Amstetten. Während Wärmepumpen für Ein- und Zweifamilienhäuser mit der Wärmequelle Luft, Wasser, Erdreich bereits bestens in den Markt eingeführt sind und im beachtlichen Maß Umgebungswärme nutzen, sind Wärmepumpen-Großanlagen noch Seltenheit. Das österreichische Cleantech-Unternehmen Ochsner baut ein komplettes Programm an Industriewärmepumpen von 100 bis 1000 kW für den Einsatz in großen Gebäuden und industriellen Prozessen.

Eine sehr interessante, bisher in Österreich und Deutschland kaum genutzte, Wärmequelle ist das Abwasser. Bei allen größeren Gemeinden ist in den Hauptkanalsträngen ausreichend Abwasser als Quellenergie vorhanden, das durch den auch nachträglichen Einbau von Kanalwärmetauschern als Wärmequelle von Großwärmepumpen herangezogen werden kann. Die Nutzung ist dann besonders wirtschaftlich, wenn über 10.000 Einwohnergleichwerte vorhanden sind, der Abwasserstrang mehr als 0,8 Meter Durchmesser hat und die Wärmenutzer in der näheren Umgebung liegen. Für kleine Leistungen ist ein maximaler Abstand von 200 Metern gegeben, bei größeren Leistungen kann die Wärmepumpe bzw. der Verbraucher bis zu 2 km vom Abwasserstrang entfernt liegen.

Ochsner hat als Projektleiter ein Forschungsprojekt zum Thema Abwasserwärmenutzung durchgeführt, das vom Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms neue Energien 2020 gefördert wurde. Ziel des Forschungsprojekts war es die Grundlagen dafür zu schaffen, um Abwasserwärmenutzung in Österreich umzusetzen und geeignete Standorte für die Abwassernutzung zu untersuchen. An der Durchführung des Forschungsprojekts waren außerdem die österreichische Energieagentur, die Universität für Bodenkultur, Wien Energie und Energie Schweiz beteiligt. Durch Energie Schweiz konnten entsprechende Erfahrungswerte eingebracht werden, da in der Schweiz bereits mehr als 80 Anlagen erfolgreich im Betrieb sind. Mindestens 5 Prozent des Wärme- wie auch Kühlbedarfs könnte mit der Wärmequelle Abwasser aufgebracht werden.

Die Stadtgemeinde Amstetten hat nun als Erster, der als geeignet ermittelten Standorte, die konkrete Umsetzung realisiert. Initiatoren sind der lokale Abwasserverband sowie die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

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% S Kommentare
  1. Mit die interessanteste neue Technologie für die Stromspeicher sind sogenannte ‚Thermopotentialspeicher‘, eine Form der thermomechanischen Energiespeicherung, wohlgemerkt aber von elektrischer Energie.

    Da diese um eine große Wärmepumpe herum aufgebaut werden, sind auch diese in der Lage das energetische Potential von warmen Abwässern bei der Einspeicherung des Stromes gewinnbringend zu nutzen, mit dem interessanten Effekt dass der Stromspeicher dann unter Umständen mehr Strom abgeben kann, als beim Einspeichern aufgewendet wurde.

    Das hat nichts mit einem ‚Perpetuum Mobile‘ zu tun, es ist schlicht eine kluge Möglichkeit die in warmen Abwässern inherente Wärmeenergie sinnvoll einzusetzen, anstatt dass diese unsere Flüsse überhitzt und sinnlos vergeudet wird !

    In Hamburg wird im September 2014 eine erste Internationale Konferenz zu verschiedenen thermomechanischen Stromspeicher-Technologien stattfinden (THES/TEES/PHES/LAES/CAES), über die Thermopotentialspeicher wird dabei sicher viel diskutiert werden, gerade auch wegen deren idealen Eignung der Interaktion mit Fernwärmenetzen (Verschmelzung von Strom- und Wärmemarkt).

    C. Wiesner, Rotokinetik

  2. Dorian sagt

    Das Abwasser als Ressource ist in Deutschland, vor allem beim Konsumenten, wirklich unterschätzt. Während die Industrie schon länger Wassermanagement betreibt und gute Ideen hat (z.B. durch EnviroChemie, ist das noch nicht bis zum Verbraucher durchgedrungen. Ich hoffe, dass das Abwasser in Zukunft verstärkt in den Blick genommen wird.

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