Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Airbus, EADS und EEN: Flugkraftstoff der neuen Generation

1

Algen sind eine Alternative zu Nahrungspflanzen in der Produktion von Biokraftstoffen. Nicht nur im Zuge verschärfter EU-Regelungen bergen sie enormes Potential. Dies erkannte jüngst auch eine Initiative, die im Rahmen der Airshow China in Zhuhai eine Absichtserklärung über die Erforschung innovativer Lösungen für alternative Flugkraftstoffe unterzeichnete. Die Zusammenarbeit soll die technische Qualifizierung von Flugtreibstoffen aus Algen sowie deren verstärkte Nutzung in China – einem der weltweit am schnellsten wachsenden Luftfahrtmärkte – umfassen.

Mobilität News/ China. Die Partnerschaftsvereinbarung ist Teil der Initiativen zur Entwicklung vollständiger Produktionskapazitäten für nachhaltige Flugkraftstoffe in China. Sie wurde von Airbus, EADS Innovation Works und dem chinesischen Bioenergieunternehmen ENN unterzeichnet. Die Kraftstoffe sollen ausschließlich aus nachhaltigen biologischen Rohstoffen gewonnen werden. Ziel: Der Kohlendioxidausstoß in der Luftfahrtindustrie soll reduziert werden. Wenn der Erfolg nachweisbar ist, plant Airbus eine weltweite Expansion der Technologie.

 Vorteile der Biotreibstoffproduktion aus Algen

Im Bereich der Biokraftstoffe ist eine Diskussion über die Konkurrenz der Basisprodukte zur Nahrungsmittelproduktion im Gange. Diese Konkurrenz besteht im Falle der Algenarten, auf die sich die chinesischen Partner spezialisieren, nicht. Weitere Vorteile: Bestimmte Algenarten enthalten hohe Anteile an Öl, das extrahiert, verarbeitet und raffiniert werden kann. Mikroalgen vermehren sich schnell und erzeugen mindestens dreißig Mal mehr pflanzliche Substanz pro Anbaugebiet als zum Beispiel Raps. Als Anbauflächen genügen Brachflächen. Zur Bewässerung kann Schmutz- oder Salzwasser genutzt werden.

Wichtigster Vorteil: Der hohe CO2-Verbrauch der Mikroalgen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Eigenschaft gelten sie als zukunftsweisend im Bereich der Biokraftstoffgewinnung. Wie die EADS mitteilte, konnte bereits demonstriert werden, dass Flüge mit Algen-Treibstoff machbar sind. Nach Unternhemensangaben gilt es nun, ein Konzept für die ökologisch und wirtschaftlich tragbare industrielle Produktion zu entwickeln.

Forschungsvorhaben in zwei Phasen untergliedert

Das Forschungsvorhaben splittet sich in zwei Phasen auf: Während in der ersten Phase die Algentechnologie (Maturity Assessment) grundsätzlich von den Partnern auf ihre Eignung geprüft wird, soll die zweite Phase praktische Tests beinhalten. Es ist vorgesehen, im kommenden Jahr mit dem Biotreibstoff angetriebene Testflüge in China durchzuführen. Bevor jedoch dieser Schritt getan werden kann, muss die erste Phase umfangreiche Vorarbeit leisten: Eine Analyse soll die Nachhaltigkeit der Technologie untersuchen und Instrumente entwickeln, die eine Einschätzung zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen möglich macht.

Nach Beendigung der Testflugreihe werden sich die Partner mit der Suche nach Prozessen zur Herstellung des alternativen Flugkraftstoffes in kommerziell ausreichenden Mengen befassen.

Initiative profitiert vom Know-How der Partner

Verschiedene Unternehmen schließen sich zusammen und profitieren von den Erfahrungen der Partner. So auch in diesem Falle: Das EADS Innovation Works sammelte bereits Erfahrungen in Bezug auf Treibstoffe der neuen Generation. ENN hingegen hat bereits eine Anlage für Biokraftstoffe entwickelt. Diese kann mehr als zehn Tonnen Algenöl jährlich produzieren. Airbus unterstützt und fördert die Kraftstofftests und Qualifikationsaktivitäten finanziell und koordiniert die Beteiligungen externer Partner.

1 Kommentar
  1. AlgaeObserver sagt

    ENN kann 10 Tonnen jährlich produzieren?
    Na dann hoffe ich mal, dass das nicht die ollen Rohreaktoren sind, die Sie so gerne zeigen…. Dann brauchen Sie für die Herstellung des Sprits wahrscheinlich ein eigenes Kernkraftwerk 😉

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.