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Algen-Startup Subitec auf dem Weg zur internationalen Markteinführung

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Welche Energiepflanzen können in Deutschland im Rahmen der Energiewende zur Erzeugung von Biomasse genutzt werden – Mais oder Weizen eignet sich nur sehr, sehr eingeschränkt aufgrund der Konkurrenz mit Nahrung – und aufgrund des riesigen Flächenbedarfs. Ganz andere Potenziale haben da Algen, die ebenfalls als Biomasse-Produzenten und Energiepflanzen gesehen werden können. Ein Stuttgarter Cleantech-Unternehmen hat im Juli nun in einer zweiten Finanzierungsrunde 4,5 Mio. Euro eingesammelt – und will den Algen-Photobioreaktor international in den Markt einführen und die eigene Technologieführerschaft weiter ausbauen. Damit hat die Subitec GmbH große Chancen, einen Exportschlager und eine Technologie der Energiewende zu entwickeln.

Cleantech, Energiewende News / Stuttgart.Nach Angaben von Dr. Michael Lübbehausen, Managing Partner der eCAPITAL AG ist Subitec mit seinen Reaktoren in der Lage, die Vermehrung von Algen und die Erzeugung von Algenbiomasse zu wettbewerbsfähigen Preisen im industriellen Maßstab zu ermöglichen. Damit sind wesentliche Grundvoraussetzungen erfüllt – die eCAPITAL AG hat mit ihrem Cleantech Fonds die Führung der Finanzierungsrunde übernommen. Weitere Investoren waren Fraunhofer Venture sowie der High-Tech Gründerfonds sowie der ERP-Startfonds der KfW. Subitec war im Jahr 2000 als Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB gegründet worden.

Subitec und das Flat-Panel-Airlift-Verfahren

Die gewöhnliche Algenzucht erfolgt in Asien überwiegend in offener Beckenhaltung. Das Verfahren von Subitec – das Flat-Panel-Airlift-Verfahren ist patentiert und erlaubt einen vollautomatisierten Betrieb von Algen-Photobioreaktoren. Die Reaktoren von Subitec können an Standorten betrieben werden, an denen sonst keine Landwirtschaft möglich ist. Der Algenbioreaktor der Subitec GmbH hingegen ermöglicht die landgestützte Zucht in geschlossenen Bioreaktoren ohne Wasserverlust durch Verdunstung. Diese kann auch steril, also unter Bedingungen, die für die Pharma- und Kosmetikindustrie von essentieller Bedeutung sind, betrieben werden.

Subitec will mit Algen Energie erzeugenAus Mikroalgen wie der Süßwasseralge Haematococcus pluvialis oder der Kieselalge Phaeodactylum tricornutum können beispielsweise Fettsäuren, Proteine, Vitamine, Carotinoide und Farbstoffe gewonnen werden. Diese werden u. a. als Vorprodukte für die Herstellung von Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln und Tierfutter benötigt. Die Algenbiomasse kann unter diesen kontrollierten Bedingungen umweltgerecht, kontinuierlich und kostengünstig hergestellt werden. Bemerkenswert ist auch die positive Energiebilanz: Der Ertrag aus der durch die Photosynthese in den Algen gespeicherte Sonnenenergie ist höher als die Energie, die für den Betrieb der Anlage benötigt wird.

Neben der Gewinnung hochpreisiger Wertstoffe wird auch die energetische Nutzung der Algenbiomasse ermöglicht. Hierzu entwickelte Subitec integrierte Kreislaufprozesse: das zur Kultivierung der Algen benötigte CO2 stammt aus industriellen Prozessen. Das geschlossene System ermöglicht eine Kreislaufführung von Wasser und Nährstoffen und das Konzept der Biomasseraffinerie ermöglicht eine vollständige Verwertung der Algenbiomasse.

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% S Kommentare
  1. Ja, das sehen wir genauso – mit der IBA in Hamburg wird es überdies einen Schub geben, davon bin ich überzeugt. Und Vattenfall, EON und EnBW sind ja bereits an entsprechenden Pilotprojekten beteiligt. Da steckt Potenzial, denke ich.

    1. AlgaeObserver sagt

      Stimmt, das BIQ in Hamburg wird sicherlich nochmal für eine erhöhte Sichtbarkeit sorgen. Allerdings sind die Finanzierungen hier in D eher bescheiden, wenn ich mir die $31 Mio für Solix so anschaue…

  2. AlgaeObserver sagt

    Lange hat der Bereich der Algenbiotechnologie auf ein positives Zeichen von Seiten der Finanziers gewartet. Ich hoffe, das ist der Auftakt für weitere Investitionen in diesen spannenden Bereich 🙂

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