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Bahn-Hybrid-Triebwagen: sparsam und leise

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Die DB AG setzt auf Hybrid-Technologie (Bild: DB / Volker Emersleben)
Die DB AG setzt auf Hybrid-Technologie (Bild: DB / Volker Emersleben)

CleanTech & Mobilität News / Kassel. Ein neuer, mit einem Hybridantrieb ausgerüsteter Triebwagen der Bahn verbraucht gegenüber herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff. Auch macht er weniger Lärm. Das Hybridprojekt ist vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main mit 1,9 Millionen Euro gefördert worden.

Die darüber hinausgehenden Kosten haben die Projektpartner selbst übernommen. Im kombinierten Betrieb von Diesel- und Elektromotor sollen nach Worten von Uwe Bold von DB Systemtechnik der Verbrennungstriebwagen 642129 durch bessere Energieausnutzung und Rekuperation (technische Verfahren der Energierückführung von Bremsenergie) künftig bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als seine traditionellen Baureihengeschwister. Von Juni 2011 bis März 2012 ist dieser dieselmechanische Siemens Desiro mit einem Hybrid-Powerpack von MTU Friedrichshafen ausgerüstet worden. Anfang April verließ das Fahrzeug erstmals das DB-Werksgelände in Kassel. Auf der Innotrans in Berlin (September 2012) soll der Hybrid-Triebwagen öffentlich vorgestellt werden.

Nach erfolgreicher Zulassung will die Bahn den Triebwagen dann Ende 2012 auf der Verbindung Aschaffenburg – Miltenberg in Bayern einsetzen. Die 37 Kilometer lange Strecke mit 14 Halten eigne sich hervorragend, um die neue Technik zu erproben, so Projektleiter Claus Werner von der DB Regionetz Verkehrs GmbH. In einem nächsten Schritt soll ein Fahrzeug der Erzgebirgsbahn mit einem Hybridantrieb ausgerüstet werden. Das Vorhaben soll 2012 oder 2013 beginnen und 2015 abgeschlossen sein. Ab 2014 ist geplant, eine Kleinserie von 16 Triebwagen der Erzgebirgsbahn umzurüsten.

Der Hybridmodus, in dem Dieselmotor und Elektromaschine parallel zueinander eingesetzt werden, beschleunigt schneller und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten. Ebenso kann entweder nur mit Diesel- oder nur mit Elektromotor gefahren werden. Gespeist werden die Batterien vor allem durch Energierückgewinnung beim Bremsen. Der Elektromotor dient dabei als Generator und wandelt Bewegungsenergie in Strom um. Diese würde bei herkömmlichen Bremsen als Wärme an die Umwelt abgegeben. Außerdem kann die Elektromaschine Strom erzeugen, die dann dem Dieselmotor zugutekommt. Eine Abgas-Nachbehandlung durch selektive katalytische Reduktion von Stickoxiden sorgt dafür, dass der neue Dieselmotor die Grenzwerte der Emissionsstufe EU III B einhält. Weil dazu Harnstofflösung in den Abgasstrom eingespritzt wird, gehört zum neuen Powerpack auch ein entsprechender Zusatztank auf dem Dach.

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