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Batteriespeicher: Tesla Energy zieht immer mehr Projekte an

Tesla Energy wird immer wertvoller für Cleantech-Unternehmen Tesla / Differenzierteres Bild sinnvoll

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Tesla ist weiter mehr als ein Autobauer. Mit den Sparten Solar und Speicher hat das Cleantech-Unternehmen im Bereich Tesla Energy einiges zu bieten. So stabilisiert Tesla Energy mit einem großen Batteriespeicher das Stromnetz etwa im in weiten Teilen vom Sturm zerstörten Puerto Rico oder hilft in Australien mit. Dort hat ein Batteriespeicher von Tesla Energy innerhalb von Millisekunden den Ausfall eines Kohlekraftwerks kompensiert. Die Liste der öffentlich bekannten Projekte in diesem Sektor wächst kontinuierlich.

Tesla ist mit Tesla Energy weit mehr als ein AutobauerTesla Energy News / 5.1.2018. Die Welt rund um Tesla ist schon ein wenig verrückt. Da verkündet Tesla den Rekordabsatz seiner Autos im vergangenen Quartal, aber die Medien stürzen sich ausschließlich auf die negative Nachricht, Tesla habe nur 1.550 seiner Model 3-Fahrzeuge im abgelaufenen Quartal ausgeliefert. Natürlich ist das eine wichtige Meldung, aber muss daraus gleich der Untergang eines Milliarden-Unternehmens beschworen werden, wie es DIE WELT oder STERN gerade genüsslich tun?

Tesla im differenzierten Licht sehen

Aus meiner Sicht macht es Sinn, ein weit differenzierteres Bild von Tesla zu zeichnen – auch, wenn das vielleicht zu weniger Klicks auf die Artikel führt. Tesla ist viel mehr als ein reiner Autokonzern. Tesla ist insbesondere mit den Sparten Speicher und Solar, aber auch mit dem weltweit einmaligen Netz aus Lademöglichkeiten ein vollintegrierter Komplettanbieter. Während sich die klassischen Autokonzerne gerade händeringend nach Zulieferern für ihre Elektroautos umschauen und letztlich viel Wertschöpfung verlieren, hat Tesla ganz viele Bauteile seiner Technologie komplett oder zum überwiegenden Teil in der eigenen Hand.

Und: Tesla investiert dank seiner treuen Investoren nicht kurzfristig, sondern mit ganz langem Horizont. Wer eines der Tesla-Autos kauft (wie diese begeisterten Käufer des Model 3), wird schon bald wieder Tesla-Kunde sein. Womöglich durch den Kauf einer Solaranlage und eines Batteriespeichers. Oder weil er Strom an den dann nicht mehr kostenlosen Ladesäulen bezieht. Während den klassischen Autoherstellern die zusätzliche Wertschöpfung über Werkstattbesuche und Wartungsdienstleistungen aufgrund des weniger anfälligen Elektroantriebs wegbricht, etabliert Tesla Zusatzangebote für seine Kunden.

Tesla Energy mit weiteren Projekten in Australien

Die Bekanntheit, die Tesla mit seinen Elektroautos erzeugt hat, hilft dem Geschäft insbesondere im Energiebereich entscheidend weiter. Welcher andere CEO als Elon Musk ist schon in der Lage, einen großen Batteriespeicher für Tesla Energy via Twitter zu verkaufen?

Im November wurde bekannt, dass Tesla Energy einen 48 MWh-Batteriespeicher auf die Insel Nantucket liefert, um das Eiland mit Energie zu versorgen. Nantucket ist nur 125 km² groß und eine Insel des Bundesstaates Massachusetts. Bislang wird die Insel mit Unterseekabeln und als Notreserve mit zwei Diesel-Generatoren (je 6 MW) versorgt. Diese Generatoren sind aber am Ende ihres Lebenszyklus angelangt und müssen sinnvoll ersetzt werden.

Dank des Batteriespeichers von Tesla mit 129 MWh – die weltgrößte Batterie – wird nun nur noch ein Diesel-Generator gebraucht. Kurzfristige Schwankungen gleicht der Batteriespeicher aus. Ansonsten lädt der Generator den Speicher auf, wenn nicht alle Energie auf der Insel gebraucht wird. Nach Angaben des Betreibers vor Ort kann so auch das Legen eines dritten Kabels vermieden werden.

Tesla Energy in Australien erfolgreich

Aber Tesla Energy ist nicht nur in den USA aktiv – in Australien entstand aufgrund der Twitter-Konversation von Elon Musk ein großer Batteriespeicher in der Nähe eines Windparks. Dieser lieferte im Dezember eine Leistung von sieben Megawatt innerhalb von Millisekunden, um den Ausfall eines Kohlekraftwerks auszugleichen. Dabei reagierte die Tesla-Batterie schon als erste Frequenzschwankungen von 50 Hertz auf 49,8 Hertz zu spüren waren – noch bevor das Kraftwerk komplett vom Netz genommen war.

Mit diesem erfolgreichen Einsatz erregte Tesla so viel Aufmerksamkeit, dass inzwischen weitere Aufträge folgen wie electrek.co berichtet. Im Bundesstaat Victoria soll nun eine 20 MWh-Batterie entstehen, die einen 204-MW-Windpark namens Bulgana Green Power Hub im westlichen Teil des Staates unterstützen wird. Außerdem wird ein 40 Hektar großes Gewächshaus vom Unternehmen Nectar Farms damit versorgt.

Allerdings wird hier der Zeitplan entspannter sein als beim ersten Großprojekt: Dieser Batteriespeicher soll in 18 Monaten fertig gestellt sein. Das alles aber zeigt: Tesla ist viel mehr als ein Autobauer, der ausschließlich an ausgelieferten Fahrzeugen gemessen werden kann. Vielmehr erschließt das Unternehmen immer neue, zusätzliche Märkte, die andere Anbieter nicht haben. Auch das erklärt, warum der Aktienkurs nach den einseitig transportierten Negativ-Schlagzeilen nicht komplett zusammengebrochen ist, sondern bereits wieder eine kleine Gegenbewegung zeigt. Analysten und Investoren schauen offenbar doch ein wenig differenzierter auf das Unternehmen und dessen Zahlen als mancher Headline-Jäger.

Weitere Informationen und Hintergründe zu Stromspeichern gibt es hier.

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% S Kommentare
  1. Klaus Ebeling sagt

    Wo im Bundesland Süd Australien gibt es ein Kohlekraftwerk?
    Das letzte wurde schon 2016 abgerissen. Ministerpräsident Jay Weatherills Versuch, das Licht in Süd-Australien mit Dutzenden von dieselbetriebenen Düsentriebwerken aufrechtzuerhalten, ist ein überwältigendes Zugeständnis, dass die Windkraftversuche seines Staates versagt haben.
    Dann noch folgende Erfolgsmeldung: Am Samstag, dem 11. November 2017, gegen Mittag, Windenergie-Backup- und Speicherbatterien explodieren und senden eine giftige Wolke über die Stadt Brüssel. Einige Zeit später erklärten einige lokale Zeitungen, dass „eine Lithium-Batterie in Containergröße in Flammen aufgegangen ist. Die Botschaft in den sozialen Netzwerken lautete: „Eine Wolke voller giftigem Lithium weht über der Stadt“. Es dauerte mehrere Stunden, bis die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle hatte.
    Frohes neues Jahr

    1. Hallo Klaus,

      konkret handelt es sich um dieses Kraftwerk, das abgeschaltet wurde und Tesla’s Batterie blitzschnell einsprang:

      Das Kraftwerk Loy Yang ist ein mit Braunkohle betriebenes Kohlekraftwerk im australischen Bundesstaat Victoria. Es befindet sich nahe der Stadt Traralgon, dient der Abdeckung von Grundlast und produziert ca. 1/3 der benötigten elektrischen Energie im Bundesstaat Victoria.

      Es ist nicht im Bundesstaat Südaustralien, sondern im Süden des Landes. Weitere Infos dazu auch bei wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Loy_Yang

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag,
      das Cleanthinking-Team

    2. Hallo Klaus,

      das Feuer, in das Lithium-Batterien verwickelt waren, gab es am 11. November 2017. In den Regionalmedien, die ich recherchieren konnte, wurde keine Ursache für das Feuer genannt. Es wurde gesagt, dass die Batterie, die Feuer fing, nicht in Betrieb war.

      Hier eine Quelle (übersetzt): https://www.rtl.be/info/regions/bruxelles/habitants-de-forest-et-de-uccle-fermez-vos-portes-et-fenetres-suite-a-un-incendie-ce-n-est-pas-du-brouillard-mais-bien-de-la-fumee-hyper-acre–969796.aspx

      Während die Meldung um 12 Uhr kam, dass es brennt, wurde der Vor-Alarm wegen der leicht giftigen Dämpfe um 16 Uhr wieder aufgehoben.

      Wenn wir solche Unfälle nicht aushalten, sollten wir uns in Richtung Steinzeit zurückbewegen. Einen Grund für Dramatisierung sehe ich hierin jetzt eher nicht.

      Viele Grüße,
      Martin

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