Batteriezellen aus Salzgitter: VW-Konzern errichtet Gebäude für Joint Venture mit Northvolt

Für die Errichtung der Gebäude zur Produktion von Batteriezellen aus Salzgitter investiert der VW-Konzern weitere 450 Millionen Euro.

Die Volkswagen AG stellt sich strategisch weiter breit auf, um den gigantischen Bedarf an Batteriezellen für das Elektromobilitäts-Zeitalter decken zu können. Sowohl in Europa wie auch in Asien geht der VW-Konzern von jeweils 150 Gigawattstunden als jährlichem Bedarf ab 2025 aus. In Salzgitter entsteht in einem Joint Venture mit dem schwedischen Cleantech-Unternehmen Northvolt die Batteriezellen-Fertigung Northvolt 2. Den Bau der dafür notwendigen Gebäude übernimmt Volkswagen – und investiert dafür zusätzliche 450 Millionen Euro.

Mit dem Bau der Gebäude, die das Joint Venture aus Volkswagen und Northvolt nach Fertigstellung beziehen soll, soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Batteriezellen aus Salzgitter gibt es dann ab 2024, so die heutige Planung. Durch die Initiative beim Bau der Gebäude möchte Synergien mit der bereits existierenden Pilotlinie und dem Forschungszentrum für Batteriezellen am Standort erschließen.

Zusammen mit Northvolt soll in „Northvolt 2“, quasi der zweiten Gigafactory der Schweden, eine Produktion in drei Linien entstehen. Volkswagen möchte das Herzstück der Elektromobilität selbst produzieren – und am Standort gleichzeitig Standards und Weiterentwicklungen leisten können. Durch die Zusammenarbeit mit Northvolt soll die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern für Batteriezellen reduziert werden.

Volkswagen hat einen breiten Lieferantenkreis für Batteriezellen aufgebaut:

  • LG Chem, Samsung und SKI sind Lieferanten für Europa
  • CATL ist sowohl Lieferant für Europa als auch für China
  • SK Innovation liefert zusätzlich Batteriezellen für den US-Markt, hat gerade den Bau einer zweiten Fabrik in Georgia angekündigt.

Die Fertigungskapazität in der Northvolt Zwei-Gigafactory soll bis zu 16 Gigawattstunden betragen. Die erste Fabrik, Northvolt Ett, in Schweden soll schon ab 2022 Batteriezllen für Elektromobilität liefern. Lesen Sie auch: Northvolt Ett: European Investment Bank bewilligt 350 Mio. Euro für schwedische Gigafactory.

Bestellstart für ID.3 1ST, weitere E-Autos in der Pipeline

Zuletzt hatte Volkswagen den Bestellstart für das Elektroauto VW ID.3 1ST für den 17. Juni 2020 angekündigt. Ab dem Herbst diesen Jahres könnte es mit neuen Modellen bei VW Schlag auf Schlag gehen – auch der VW ID.4, ein möglicher Tesla Model Y-Herausforderer, soll ebenfalls in Zwickau vom Band laufen. Dazu plant der Konzern Medienberichten zufolge auch mit der Hauptmarke VW Einstiegsmodelle, die rund 20.000 Euro kosten sollen.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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