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E-Power Pipe: Wie Herrenknecht grabenlos Stromleitungen verlegt

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Technologie der Energiewende E-Power-Pipe ist für den Innovationspreis der bauma 2019 nominiert

Der Bau zusätzlicher Hochspannungsleitungen, die Energie aus dem Norden in den Süden transportieren ist unabdingbar – doch Widerstände aus der Bevölkerung verlangsamen den Netzausbau. Daher sind Lösungen wie E-Power Pipe von Herrenknecht so wertvoll: Denn sie ermöglichen, Stromkabel grabenlos unterirdisch zu verlegen. Und das mit faszinierender Effizienz und Präzision.

Herrenknecht beschreibt E-Power Pipe als ein grabenloses Verfahren für die wirtschaftliche und umweltschonende Verlegung von Erdkabeln. Durch das Verfahren müssen Kabel weniger tief – in zwei bis vier Meter Tiefe – verlegt werden, was Komplikationen mit dem Grundwasser vermeidet. Außerdem ist das Verlegen sehr präzise steuerbar und auch mit hoher Geschwindigkeit rund um die Uhr möglich.

Energiewende E-Power Pipe Innovationspreis Bauma
Innovation für die Energiewende: E-Power Pipe für Bauma Innovationspreis nominiert

Die Installation von Erdkabeln mit dem E-Power-Pipe-Verfahren bietet eine bodenschonende Alternative zur konventionellen offenen Bauweise. Durch das grabenlose Verlegeverfahren reduzieren sich die Erdbewegungen auf die Stellen an denen später HGÜ-Kabel verbunden werden müssen. Dies kann auf die gesamte Trasse bezogen eine Reduktion um etwa 90 Prozent bedeuten. Die Verlegung erfolgt über lange Strecken ohne Umwelteinflüsse, da die Oberflächen und der Bodenaufbau weitgehend erhalten bleiben. Der Einsatz von Baumaschinen und LKWs wird auf diese Weise ebenso wie die Lärm- und Emissionsbelastung erheblich verringert.

E-Power Pipe eignet sich für Kabelschutzrohre kleineren Durchmessers über Strecken von mehr als einem Kilometer, die schnell und sicher im Untergrund installiert werden sollen. Vorne integriert ist die Bohrtechnologie, die für das Verfahren durch Herrenknecht weiterentwickelt wurde. Mit dem Verfahren sollen Eingriffe in die Landschaft minimiert werden.

E-Power Pipe: So funktioniert die Technologie der Energiewende

Herzstück ist die Vortriebsmaschine, die komplett ferngesteuert betrieben wird. Sind Rohrleitungen, Straßen, Schienen oder kleinere Gewässer im Weg, können diese unterquert werden. Einzelne Bohrungen können in einem geringen Abstand von lediglich ein bis zwei Metern realisiert und so mehrere Leitungen parallel verlegt werden. Eine Hydraulikpumpe sorgt dafür, dass das ausgebohrte Abraummaterial direkt abtransportiert wird.

Bohren grabenlos Erdkabel Energiewende
Bohren ohne Graben: Energiewende mit dem E-Power Pipe

Am Startpunkt wird eine neu entwickelte Vorschubeinheit installiert, mit deren Vorschubkraft Vortriebsrohre und Vortriebsmaschine entlang der vorgegebenen Trasse in Richtung des Zielpunkts gedrückt werden. Das Bohrloch bleibt hierbei permanent durch die Maschine bzw. die Vortriebsrohre sicher gestützt. Nach dem Durchstich am Zielpunkt wird die Vortriebsmaschine von den Vortriebsrohren getrennt.

Im Anschluss wird das vorgefertigte Kabelschutzrohr mit den noch im Bohrloch befindlichen Vortriebsrohren verbunden und über die Vorschubeinheit im Startschacht zurück- und damit eingezogen. Nach der Installation des Schutzrohrs ist die Mission von E-Power Pipe® abgeschlossen. Der finale Einzug der Erdkabel erfolgt durch entsprechend spezialisierte Unternehmen.

In Pilotprojekten wurde die E-Power Pipe als Technologie der Energiewende erfolgreich eingesetzt: So wurden im Bestfall 184 Meter Bohrung pro Tag geschafft und 266 Meter Schutzrohreinzug erreicht.
Die Entwicklung des Verfahrens wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert (BMWi-Forschungsvorhaben IBoTec) und von Herrenknecht in Zusammenarbeit mit der Amprion GmbH und der RWTH Aachen durchgeführt.

Das Verfahren ist jetzt für den bauma Innovationspreis 2019 von VDMA, bauma und den Spitzenverbänden der deutschen Bauwirtschaftm HDB, ZDB und BBS, nominiert.

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