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BHKW: Saubere Energie im Ekström-Schelfeis

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Forschung, Betrieb und Wohnen mit sauberer Energieversorgung: Die Neumeyer Station III (Foto: Alfred-Wegner-Institut)
Forschung, Betrieb und Wohnen mit sauberer Energieversorgung: Die Neumayer Station III (Foto: Alfred-Wegner-Institut)

Die SES Energiesysteme GmbH, Spezialist im Bereich dezentraler Energiesysteme, hat für die Antarktis-Forschungsstation „Neumayer III“ ein Blockheizkraftwerk (BHKW) entwickelt, das die Neumayer-Station mitten im Ekström-Schelfeis störungsfrei mit Strom und Wärme versorgt. Vom 6. bis 10. September schulten Experten der SES in der Niederlassung Rackwitz das neue Überwinterungsteam im überlebenswichtigen Umgang mit dem BHKW. In der Polarstation erzeugen insgesamt vier BHKW-Module eine elektrische Leistung von je 160 kW und eine Wärmeleistung von je 178 kW, die die Versorgung der neunköpfigen Forschungs-Crew sicherstellen.

Das Überwinterungsteam mussten aufgrund der Abgeschiedenheit der Station jetzt mit der Wartung der Anlage vertraut gemacht werden, damit es diese auch im Notfall wieder in Gang setzen kann. In einer einwöchigen Schulung vermittelten die SES-Spezialisten den Forschern das notwendige Wissen über die gelieferte Diesel-BHKW-Anlage und führen Praxisübungen durch. Dazu Ulrich Prohaska, Vetriebs-Geschäftsführer bei SES Energiesysteme:

„Die Überwinterungsmannschaft der Neumayer-III-Station ist im ewigen Eis über Monate fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Ihr Leben hängt dann vom Equipment ab. Unsere robusten BHKWs haben sich im Extremeinsatz bewährt und zeichnen sich durch ihre besondere Wartungsfreundlichkeit aus. Auch im Notfall gibt es keinen Grund zur Panik, denn nach der SES-Schulung beherrschen die Forscher den Umgang mit dem BHKW komplett.“

Kompakte Konstruktion

In Zusammenarbeit mit der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft J.H.K. Engineering und KAEFER Construction entwickelte und baute die SES Energiesysteme gemeinsam mit der Kraftanlagen Hamburg die Energiezentrale zur Versorgung der Antarktisstation. Wegen des begrenzten Platzangebots in der Forschungsstation musste das BHKW möglichst kompakt konstruiert werden. Um in extremen Rahmenbedingungen derartig spezielle Vorgaben erfüllen zu können, passt die SES ihre Anlagen je nach Leistungsanforderung, Platzangebot, Art der Bedienung, Wartungs- und Instandsetzungs-Möglichkeiten auf Basis ihres Expertenwissens und der Erfahrung ihrer Mitarbeiter bis an den Rand des technisch Möglichen an.

In der Polarstation sind so heute drei BHKW-Module HPC 160 D sowie ein Notstromaggregat (HPC 160 D) im Einsatz, die mit Scania-Dieselmotoren DC9-65A und Polardiesel betrieben werden. Die Wärmeversorgungist auf eine Vorlauftemperatur von 90°C und einen Rücklauf von 70°C für die Versorgung der mehr als 2100 m² Arbeits-, Nutz- und Wohnfläche der Forschungsstation ausgelegt.

„Überall dort wo Wärme und Strom gleichzeitig benötigt werden, ist der Einsatz eines Blockheizkraftwerks sinnvoll. Ein BHKW macht den Nutzer unabhängig von externen Energieversorgern – das war beim Neumayer-Projekt die wichtigste Voraussetzung. Zudem können sich die Verantwortlichen auf die zuverlässige, langlebige und wartungsarme BHKW-Lösung der SES Energiesysteme absolut verlassen „, sagt Ulrich Prochaska.

Effiziente Wärme- und Stromversorgung

Die Blockheizkraftwerke (BHKW) der SES sind modular aufgebaute Anlagen zur Gewinnung von elektrischer Energie und Wärme. Die Module arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und werden am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben. Das BHKW für die Antarktisforschungsstation wurde im sächsischen Rackwitz entsprechend der Vorgaben des Umweltschutzprotokolls gefertigt, betriebsfertig vorinstalliert und anschließend für die Endmontage verschifft. Auch die Inbetriebnahme der Anlage am Pol übernahm SES Energiesysteme GmbH. Die Neumayer-III-Station nutzt die Abwärme der Motoren in erster Linie für Heizung, Brauchwarmwasser und Schneeschmelze.

In der Forschungsstation „Neumayer III“ des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft arbeiten bis zu zehn Personen an der Erforschung der Antarktis. Die Station ist dabei neun Monate im Jahr nur über Funk mit der Außenwelt verbunden – eine unabhängige und zuverlässige Versorgung mit Wärme und elektrischer Energie ist deshalb lebensnotwendig.

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