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Bike-Sharing: Swapfiets, WK-Bike, Lime kämpfen um Bremen

In Bremen tobt ein Kampf der Fahrradverleih-Systeme: Der Weser-Kurier hat sich für das nextbike-System entschieden, die Niederländer von Swapfiets sind hoffnungsvoll gestartet, aber mit Lime (vormals: LimeBike) gab es nach kurzer Zeit Schwierigkeiten.

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In Bremen ist ein außergewöhnlicher Kampf um die Vorherrschaft beim Bike-Sharing öffentlich geworden. Während sich der Verlag des Weser-Kuriers mit WK-Bike über den etablierten Anbieter nextbike auf den Markt begibt, gibt es mit dem Silicon-Valley-Anbieter Lime schon nach zwei Monaten größere Probleme. Die Niederländer von Swapfiets bieten Holland-Räder zum Verleih: Für einen Monat für 17,50 Euro.

Bike-Sharing ist in Städten wie Bremen auf dem Vormarsch. Doch nicht überall sind die Erfahrungen positiv. Daher setzen Kommunen auf Härte: Werden Fahrräder der Sharing-Anbieter nicht gepflegt, werden Strafgebühren fällig. Bremen verlangt nach eigener Aussage künftig ein Euro pro Fahrrad pro Monat an Gebühr. Damit sollen Anbieter, die lediglich ihre Fahrräder oder E-Bikes platzieren, sich dann aber kaum darum kümmern, abgeschreckt werden.

Das scheint auch nötig zu sein: Der Anbieter Lime (vormals: LimeBike) aus dem Silicon-Valley, der seit einigen Monaten in Zürich und Frankfurt am Main aktiv ist, startete im März als Bike-Sharing-Anbieter in Bremen. Doch schon zwei Monate später, im Mai, gab es Zoff. Lime wirbt auf seiner Webseite damit, neben Fahrrädern, auch E-Bikes und elektrischer Scooter zum Verleih anzubieten und ist jetzt auch in Paris mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit gestartet.

Während sich Lime über die angesprochenen Kosten beschwert, äußert sich Bremens Stadtsprecher im Fernsehinterview kritisch über Anbieter, die ihre Fahrräder nicht pflegen würden. Man sei dabei, die Fahrräder von Lime von den Straßen zu entfernen, hieß es. Auch Lime bestätigt, das Angebot derzeit nicht aufrechterhalten zu können.

swapfiets bietet Bike-Sharing für Studenten

In Bremen ist Bike-Sharing damit zu einem Politikum geworden. Der Verlag des Weser-Kurier hat sich nun selbst über den Anbieter nextbike ein Fahrradverleihsystem aufgebaut – und bekommt dafür eine Förderung von rund 50.000 Euro aus einem Tourismus-Topf. Das WK-Bike ist zunächst mit 325 Rädern an 43 Stationen in der Hansestadt gestartet. Perspektivisch sollen 450 Fahrräder vorhanden sein. Im Stadtkern können die Räder flexibel in einer sogenannten Flexzone abgestellt werden. Außerhalb dieser nur an den öffentlichen Stationen.

Einen anderen Ansatz fährt Swapfiets. Die Niederländer setzen eher auf eine Art Rundum-Sorglos-Abo und einen längeren Verleih der Hollandräder. Die Räder mit  sieben Gängen und Zusatzschloss kosten 17,50 Euro im Monat. Deutschland-Chef von Swapfiets ist der 24jährige Lucas Vroemen, der vor allem Studenten und Touristen als Zielgruppe sieht. Das Unternehmen verfügt in Bremen über einen Shop und repariert die Räder schnell, sollte es einen defekt geben. Mehr als 100 Bremer nutzen nach kurzer Zeit bereits das Angebot – und Swapfiets möchte schon bald nach Oldenburg expandieren.

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