Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Biogas-Fachverband will Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung

0 132

Entwicklung Anzahl Biogasanlagen Deutschland 2010Die rasante Entwicklung der deutschen Biogasbranche hat sich im Jahr 2010 fortgesetzt. Wie der Fachverband Biogas während seiner Biogas Jahrestagung in Nürnberg bekannt gab, ist die Zahl der Anlagen im Jahr 2010 um 1.000 auf ca. 6.000 gestiegen. Der Branchen-Umsatz kletterte verhältnismäßig leicht von 4,44 auf 4,70 Mrd. Euro. Spitzenreiter unter den Bundesländern sind Bayern (1.691 Anlagen) und Niedersachsen (950 Anlagen). In Bayern stehen allerdings verhältnismäßig kleinere Anlagen: Mit einer installierten Leistung von 439 Megawatt hat Niedersachsen Bayern im vergangenen Jahr eingeholt (424 MW installierte elektrische Leistung). Vom in ganz Deutschland produzierten Strom können mittlerweile 4,3 Mio. durchschnittliche Haushalte versorgt werden. Auch für das Jahr 2011 erwartet die Biogas-Branche eine spürbare Nachfragesteigerung – allerdings werde sich das Wachstum abschwächen.

Insbesondere in Niedersachsen steht die Biogas-Branche in der Kritik, weil dort besonders große und stark geförderte Biogas-Anlagen gebaut werden, die es nötig machen, dass in der gesamten Umgebung praktisch nur noch „Energiemais“ angebaut wird. Diese Monokulturen sind schädlich für die Natur und problematisch, weil eine Flächenkonkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln – also beispielsweise Futtermais – besteht.

Kritik am großflächigen Anbau von Energiemais

Ein Vergleich: Durch den Maiseinsatz in Biogasanlagen wurde der Maisausbau in den letzten Jahren stark ausgeweitet. In 2007 machte der Energiemais 12,8 Prozent der Maisanbaufläche und 2,0 Prozent der Ackerfäche der BRD aus. Daher entbrennt derzeit eine Debatte, die Biogaserzeugung durch das EEG zu reduzieren. Denn: Ursprünglich war diese Förderung für kleine Landwirte gedacht, die sich so ihren Lebensunterhalt verdienen sollten – doch mittlerweile sind Investoren und Großunternehmen auf den Zug aufgesprungen und nutzen die Förderstrukturen aus. Bis 2009 gab es sogar noch eine Anbauprämie für Energiemais (Energiepflanzenprämie).

„Aufgrund der positiven Fördersituation haben sich viele Landwirte ein weiteres Standbein neben Viehzucht und Ackerbau gesucht“, sagte Vizepräsident des Fachverbandes Biogas, Josef Pellmeyer.

Momentan bewegten zwei Themen die Branche: Einerseits die Nachjustierung des EEG, die nötig sei, weil falsche Anreize gesetzt würden.

„In viehstarken Regionen werden zur Zeit sehr viele Biogasanlagen gebaut, die nehmen sich gegenseitig die Flächen weg“, schilderte Pellmeyer.

Das Problem: Wer der Biomasse mindestens 30 Prozent Gülle hinzufüge, bekomme höhere Sätze – dadurch werde der Anbau von Energiepflanzen wie Gras, Mais und Getreide quersubventioniert.

Biogas Branche 2010 Kennzahlen

Andererseits müsse das Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung mit Hilfe einer Anschubfinanzierung technisch noch verbessert werden.

„Das ist noch grenzwertig von der Wirtschaftlichkeit“, begründete Pellmeyer.

Beispielsweise gebe es im gesamten Bundesgebiet bislang erst 40 bis 50 Einspeiseanlagen.

„Wenn man das hinbekäme, könnte man das Gas auf dem Land herstellen, ins Gasnetz einspeisen und dort entnehmen, wo es der Bürger in den Großstädten braucht.“

Bislang ist Biogas – nicht nur nach Einschätzung des Verbandes – die einzige regenerative Stromquelle, die leicht gespeichert werden kann.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More