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Sunliquid: Daimler testet E20 mit Cellulose-Ethanol

Sunliquid wird von Daimler nun getestet - Biokraftstoff mit Cellulose-Ethanol

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Als im Dezember 2010 der zehnprozentige Anteil von Bioethanol in Deutschland eingeführt wurde, war die Angst bei Autofahrern groß. Inzwischen hat sich der Preis des Super E10 eingependelt – und sorgt, weil zumeist 4 Cent günstiger als klassisches Super, für wachsendes Interesse bei den Autofahrern. Jetzt plant Daimler ein erstes Projekt mit Biokraftstoffen der zweiten Generation – und will sich mit E20 beschäftigen.

Stuttgart / Biokraftstoff News. Der Automobilhersteller Daimler will in einem Pilotprojekt Biokraftstoffe der zweiten Generation im Straßenverkehr testen. So soll es gemeinsam mit den Kraftstoffherstellern Haltermann und Clariant einen einjährigen Feldversuch geben. Dabei setzen die Partner auf synthetisches Ethanol aus Stroh. Dieses soll klimaneutral hergestellt werden.

Der Ethanol-Kraftstoff soll einen Anteil von 20 Prozent an konventionellem Super-Kraftstoff ausmachen. Das Sunliquid 20 genannte Endprodukt soll problemlos von den aktuellen Mercedes-Direkteinspritzern vertragen werden können. Gewonnen wird das Ethanol aus Zellulose, die wiederum aus Stroh gewonnen wird. Somit steht die Kraftstoffproduktion anders als bei Biosprit der ersten Generation, der in der Regel aus Feldfrüchten wie Raps oder Zuckerrohr hergestellt wird, nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Zellulose-Ethanol als fortschrittlicher Biokraftstoff

„Zellulose-Ethanol ist ein wirklich nachhaltiger und fortschrittlicher Biokraftstoff neuester Generation, der in Deutschland aus Agrarreststoffen hergestellt wird. Der Flottentest demonstriert nun die Marktreife und technische Verträglichkeit dieses Kraftstoffs in Serienfahrzeugen mit einer Beimischungsquote von 20 % zu Superbenzin. Dies zeigt, dass Biokraftstoffe der zweiten Generation auf Basis von Agrarreststoffen nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Anwendung technologisch reif und verfügbar sind“, so Prof. Andre Koltermann, Leiter Group Biotechnology bei Clariant. „Wir freuen uns, mit zwei so namhaften Partnern dieses wegweisende Projekt realisieren zu können. Das bestätigt, dass wir mit unserem sunliquid®-Verfahren auf dem richtigen Weg sind. Die Technologie kann jetzt in der Fläche implementiert werden – dazu brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen.“

Bio-Kraftstoffe der zweiten Generation galten Anfang der 2000er-Jahre als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien zur Verringerung von Treibhausgasemissionen. Zahlreiche Autohersteller planten, die synthetischen Kraftstoffe mittelfristig in Reinform einzusetzen. Entsprechende Fahrzeug-Prototypen existierten bereits. Wirklich in Schwung kam die Entwicklung jedoch nicht, unter anderem fehlte es an Anbauflächen und Synthese-Kapazitäten. Zudem gilt die Herstellung als relativ teuer.

In den nächsten zwölf Monaten können die Fahrzeuge der Testflotte an einer speziell dafür vorgesehenen werksinternen Tankstelle bei Mercedes-Benz in Stuttgart-Untertürkheim mit dem neuen Kraftstoff betankt werden. Der Zellulose-Ethanol-Anteil kommt aus Clariants sunliquid-Demonstrationsanlage in Straubing, in der jährlich rund 4500 Tonnen Agrarreststoffe wie Getreide- oder Maisstroh in Zellulose-Ethanol umgewandelt werden. Im Haltermann Werk in Hamburg wird das Bioethanol mit ausgewählten Komponenten zu dem innovativen Kraftstoff gemischt, dessen Spezifikation die mögliche E20-Kraftstoffqualität in Europa abbildet.

Künftig könnte das Cellulose-Ethanol aber das Bio-Ethanol der ersten Generation im E10-Kraftstoff ersetzen, um die EU-Klimaschutzziele zu erreichen. Auch eine höhere Beimischungsquote wäre möglich.

(Dieser Beitrag erschien am 30.1.2014 auf CleanThinking.de)

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