Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Bio-LNG: dena empfiehlt flüssiges Biomethan für Schwerlastverkehr

0 170

Bei Etablierung von Bio-LNG kann sich der Anteil der Biokraftstoffmenge bis 2030 verdoppeln – sieben Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030 einsparbar.

Die Deutsche Energie-Agentur dena hat in einer Studie ´(Download hier) das Potenzial von verflüssigtem Biomethan, sogenanntem Bio-LNG, beleuchtet. Ergebnis ist, dass die Biokraftstoffmenge im Schwerlastverkehr bis 2030 verdoppelt und der Anteil von Biokraftstoffen auf Basis von Rest- und Abfallstoffen von derzeit 30 Prozent auf mehr als 50 Prozent erhöht werden könnte. So ließen sich im Jahr 2030 sieben Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen.

Bereits vor einigen Monaten an die dena eine Initiative Bio-LNG ins Leben gerufen, der sich Partner aus der Energie- und Mineralölwirtschaft, dem Anlagenbau und der Schifffahrt angeschlossen haben. Die Initiative plädiert auf Basis der Studie für eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen etwa durch die Erhöhung der nationalen Treibhausgas-Minderungsquote im Verkehr, eine Weiterentwicklung der Lkw-Maut sowie Investitionsanreize in Form von Investitionszuschüssen oder Ausschreibungen.

Die EU habe bereits vorgelegt: Die novellierte Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED2) legt eine Erhöhung des Anteils fortschrittlicher Kraftstoffe von 0,05 Prozent im Jahr 2020 auf 1,75 Prozent im Jahr 2030 fest. Verflüssigtes Biomethan aus Gülle, Bioabfällen und anderen Rest- und Abfallstoffen stelle eine kostengünstige inländische Option zur Erfüllung dieser Vorgaben dar.

Ein erster wichtiger Schritt sei die vom Bundeskabinett beschlossene Novelle der 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung, wodurch Bio-LNG
auf die THG-Minderungsquote im Verkehrssektor angerechnet werden kann. Außerdem sollte Bio-LNG auch dann auf die THG-Minderungsquote angerechnet werden dürfen, wenn es in der Schifffahrt zum Einsatz kommt. Momentan ist das noch nicht der Fall.

Um die mit Bio-LNG verbundenen THG-Minderungspotenziale und Umweltvorteile zu nutzen und die Einführung synthetisch erzeugter erneuerbarer Kraftstoffe vorzubereiten, sei die THG-Minderungsquote kontinuierlich bis 2030 anzuheben und dynamisch an die Entwicklung der Elektromobilität anzupassen, damit der Ausbau der Elektromobilität nicht zu Lasten von erneuerbaren Kraftstoffen geht.

Nach Einschätzung der Initiative gibt es über die THG-Minderungsquote hinaus vielversprechende Ansätze zur Förderung von Bio-LNG und
anderer erneuerbarer Kraftstoffe. So prüft die EU, THG-Emissionen bei
der Festlegung der Mautgebühren im Straßengüterverkehr zu berücksichtigen oder erneuerbare Kraftstoffe auf die CO2-Flottengrenzwerte von schweren Nutzfahrzeugen anzurechnen.

Die THG-Komponente in den Mautgebühren müsste so ausgestaltet werden, dass Spediteure einen Anreiz haben, Bio-LNG statt fossile Kraftstoffe zu tanken. Dafür müsste die Lkw-Maut, bei Verwendung von verflüssigtem Biomethan mit einer THG-Reduktion um mindestens 50 Prozent, um 5 Cent pro Kilometer geringer sein als bei fossilen Kraftstoffen. Allerdings ist mit der Umsetzung einer solchen Regelung auf EU- und nationaler Ebene erst ab 2023 zu rechnen.

Um die Marktentwicklung bereits davor anzustoßen, empfiehlt die Initiative Bio-LNG auf nationaler Ebene einen Investitionszuschuss für die Umrüstung bestehender Biogasanlagen und den Bau neuer Bio-LNG-Anlagen. Möglich wäre auch eine auf wenige Jahre befristete Ausschreibung von Bio-LNG-Produktionsvolumen. Somit wäre Bio-LNG bereits verfügbar, wenn die EU zu einem späteren Zeitpunkt weitergehende Maßnahmen beschließt.

Bedarf für LKW und Schifffahrt kann Bio-LNG komplett decken

Zudem wäre für die ersten Biogasanlagen, deren Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2020 ausläuft, ein neues Geschäftsmodell geschaffen. Grundsätzlich sei es wichtig, die in der RED2 festgelegten Nachhaltigkeitsanforderungen für Biokraftstoffe und erneuerbare Kraftstoffe anzuwenden und die Maßnahmen gut aufeinander abzustimmen.

Bio-LNG dena Studie
dena-Studie „Bio-LNG – eine erneuerbare und emissionsarme Alternative im Straßengüter- und Schiffsverkehr“

Laut Studie beläuft sich das Potenzial zur Erzeugung von Bio-LNG auf 424 bis 697 Petajoule (PJ) im Jahr 2030. Darin enthalten sind 138 bis 151 PJ durch die Umrüstung bestehender Biogasanlagen der erforderlichen Anlagengröße, die aktuelle Biomethan-Produktion von 31 PJ sowie zusätzlich erschließbare biogene Rohstoffe (263-578 PJ). Bis 2020 werden rund 1.000 LKW und etwa 10 Schiffe mit LNG-Antrieb in Deutschland unterwegs sein. Der bis 2030 hochgerechnete Bedarf an LNG in der Schifffahrt und im Straßen-Schwerlastverkehr beträgt 35-117 PJ und könnte vollständig umgestellt werden.

Die aktuelle dena-Studie steht hier zum kostenlosen Download als PDF-Dokument zur Verfügung.

Lesen Sie auch:

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More