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Biomethan aus Stroh: Verbio-Vorstand Sauter sorgt für Nachschub

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Verbio produziert Biomethan als 50-Prozent-Bestandteil des Kraftstoffs CNG.

Die globale Energie- und Verkehrswende braucht Lösungen wie diese: Die Verbio AG macht aus Stroh den Kraftstoff Biomethan, an Tankstellen besser bekannt als CNG. Der Vorstand des Leipziger Cleantech-Unternehmens, Claus Sauter, kämpft seit Jahren für diese Idee. Doch erst jetzt bessern sich die Rahmenbedingungen so, dass Verbio klar auf Wachstumskurs ist. Trotzdem ist Sauter bodenständig geblieben – und hat sich im Sommer in Bayern für eine Woche selbst hinters Steuer einer Strohpresse gesetzt.

Die Zahlen sprechen für die saubere Technologie von Verbio: Allein hierzulande bleiben pro Jahr 20 Millionen Tonnen Stroh in der Landwirtschaft ungenutzt. Einen Teil hiervon nutzt das Cleantech-Unternehmen für die Kraftstoffproduktion. Laut Verbio reicht die Menge, um zehn Millionen PKW oder zirka 200.000 schwere LKW zu betanken.

Die Ernte in unseren Erfassungsgebieten war gut, die Landwirte sind zufrieden und wir konnten ausreichend Rohstoffe in der notwendigen Qualität für unsere Produktion sichern.

Verbio-Vorstand Claus Sauter

Das Stroh kauft Verbio den Landwirten ab – ganz so, wie es nach der Ernte auf dem Feld zurückbleibt. Anschließend beginnt die Strohernte mit modernen Strohpressen. Jeder Ballen wiegt 500 Kilogramm – mehrere Dutzend davon werden auf mit Biomethan angetriebenen LKW verladen und zum Verbio-Standort ins brandenburgische Schwedt gebracht. Teilweise werden mehr als 500 Tonnen Stroh an einem Tag für die Kraftstoffherstellung gepresst.

Claus Sauter, Verbio-Vorstand, an der Strohpresse.

Gärreste aus Biomethan-Produktion als Biodünger

Die Gärreste aus der Biomethan-Produktion werden als Biodünger in die Landwirtschaft zurückgeführt und helfen zur Erreichung einer ausgeglichenen Humusbilanz. Somit haben die Landwirte neben dem finanziellen Ertrag einen weiteren Nutzen von der Kooperation mit dem Cleantech-Unternehmen.

Claus Sauter, Vorstand des Cleantech-Unternehmens Verbio AG, fährt die Strohpresse selbst.
Claus Sauter konzentriert bei der besonderen Arbeit.

Schon seit 2014 betreibt Verbio den Standort in Schwedt, kann heute Biomethan mit einer Kapazität von 750 Gigawattstunden pro Jahr herstellen. Der Vorteil: Durch die Verwendung des Reststoffs Stroh entsteht keine Tank-versus-Teller-Konkurrenz, die oft als Nachteil von Biokraftstoffen angesehen wird. Mittlerweile werden auch Biomethan-Anlagen in den USA und Indien gebaut.

Erst kürzlich haben sich in Deutschland die Rahmenbedingungen stabilisiert: CNG-LKW, die mit Biomethan betrieben werden können, sind von der Maut auch weiterhin befreit. Außerdem strebt die Bundesregierung die Erhöhung der Treibhausgasreduktionsquote an. „Damit bestehen auch wieder positive Rahmenbedingungen, um über neue Anlagen in Deutschland nachzudenken“, so Sauter. Genügend Stroh-Reste dafür gibt es.

Verbio bezahlt Landwirte für Reststoff Stroh - etwa in Bayern oder Brandenburg.
Landwirte profitieren vom Stroh-Verkauf als kleines Zusatzgeschäft.

Der Biomethan-Anteil am CNG-Kraftstoff ist mittlerweile auf 50 Prozent gestiegen. CNG-LKW oder Busse gibt es mittlerweile von allen relevanten Herstellern: Von Mercedes-Benz über Volvo und Iveco bis zu Scania, Neoplan und MAN. Diese schaffen übliche Reichweiten, so dass eine Umrüstung auf Biomethan für Flottenbetreiber heute schon denkbar ist. Zuletzt hat Verbio die eigene Ergebnisprognose mehrfach nach oben korrigiert.

Für Vorstand Sauter ist klar: Er wird auch im kommenden Frühsommer wieder auf der Strohpresse sitzen: „Es macht mir einfach Spaß“, so der Unternehmer, der in einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb aufgewachsen ist – und nie die Bodenhaftung verloren hat.

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