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Bipolymere: poligy entwickelt neuartiges Material zur Abwärmenutzung

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Düsseldorfer Cleantech-Startup poligy hat Bipolymere entwickelt, die Wärme kostengünstig in elektrische Energie wandeln. Ideal für die Nutzung industrieller Abwärme.

Zuletzt berichteten wir über die Herstellung von Biokohlenstoff zur Bindung von CO2. Ebenfalls den Klimawandel bekämpfen möchte ein anderes Cleantech-Startup aus Düsseldorf: poligy hat einen Kunststoff namens Bipolymer entwickelt. Dieses Material ermöglicht die Umwandlung von Sonnen- und Industriewärme in Strom. Jetzt will poligy für die eigene Idee Geld einwerben – mit der Hilfe digitaler Wertpapiere auf Basis der Blockchain-Technologie.

Das Herzstück der Erfindung ist der Bipolymer, der Wärme preisgünstig in Strom umwandeln kann – sowohl die Sonnenwärme auf Hausdächern wie auch die Abwärme von Kraftwerken, Fabrikanlagen oder Rechenzentren. Denn gerade in der Abwärme schlummern gigantische Potenziale: Bislang bleibt 45 Prozent der industriellen Abwärme aus Produktionsprozessen ungenutzt. Das will poligy nun ändern.

Beschrieben werden können die Bipolymere als zweilagige Kunststoffstreifen. Erfunden hat sie der Wirtschaftschemiker Martin Huber. Diese Bipolymere bilden bei Wärmekraftmaschinen oder Solarmodulen entweder ein Rad oder ein Band. Durch Temperatureinflüsse verformen sich die Kunststoffstreifen, das Rad bzw. Band kommt in Schwung und erzeugt mittels eines Generators Strom.

Bisher gibt es keine so preisgünstige Technologie, die bei Temperaturen von 50 bis 200 Grad Celsius aus Abwärme grünen Strom produzieren kann. Zudem lassen sich die Wärmekraftmaschinen und die Bipolymere in großen Mengen und preiswert herstellen. Beispielsweise entstehen kaum Kosten bei der Produktion der Bipolymere, da die Produktionsanlagen zum einen bereits bestehen und zum anderen kaum Energie zur Produktion aufgewandt werden muss.

poligy-Geschäftsführer Martin Huber

So sollen außerdem die Anschaffungskosten einer Bipolymer-Wärmekraftmaschine niedriger als die von Photovoltaik-Anlagen werden. Dazu forschen Huber und sein Team daran, dass die Bipolymer-Module in einem Strom, Warmwasser sowie Wärme produzieren und die produzierte Energie speichern können. Außerdem ist das neue Material günstig im Recycling.

poligy Gründer Cleantech-Startup
poligy: Artur Steffen (CEO) und Martin Huber (Erfinder, CEO)

Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur könnte die Industrie alleine in Deutschland durch die Vermeidung und Nutzung der industriellen Abwärme jährlich rund 37 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 sowie fünf Milliarden Euro einsparen und ein Potenzial von 125 Terawattstunden Wärme erschließen.

Und laut einer Studie von Global Market Insights Inc. von Anfang 2019 wird der weltweite Abwärmmarkt von 40 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2018 auf mehr als 80 Milliarden Dollar Umsatz im 2025 Jahr wachsen. Für Deutschland rechnen die Marktforscher im Jahr 2025 mit einem Marktumsatz von fünf Milliarden Dollar.

Poligy gewann mit seiner Erfindung unter anderem den „Future Materials“-Award vom Handelsblatt. Im Rahmen der StartupCon 2018, Deutschlands größter Gründermesse, erhielt poligy den international ausgerichteten Chem Startup Award in der Kategorie „New Materials“. Darüber hinaus wurde poligy als eines der weltweit wichtigsten Energie-Startups in die Top 100 Liste von „Start Up Energy Transition (SET)“ aufgenommen.

poligy will digitale Wertpapiere zur Finanzierung der Bipolymere ausgeben

Ab dem 1. Juli 2019 gibt poligy digitale Wertpapiere auf Basis der Blockchain-Technologie aus, um die Weiterentwicklung der Bipolymer-Systeme zur Marktreife finanzieren zu können. In die digitalen Wertpapiere, oder auch Security Tokens genannt, können qualifizierte Investoren und insbesondere Partner aus der Industrie – wie Energieerzeuger und Tech-Konzerne – investieren.

Die technische und rechtliche Infrastruktur für die Ausgabe der digitalen Wertpapiere liefert das Technologie-Startup Cashlink. Die Ausgabe der digitalen Wertpapiere ist ein Pilotprojekt mit STARTPLATZ, dem größten Startup Accelerator in NRW, zu dessen Alumni auch poligy gehört.

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