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Braun- und Steinkohle-Verbrauch ging im 1. Quartal 2020 rapide zurück

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Erneuerbare Energien legten laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um sechs Prozent zu. Kohle-Verstromung immer weniger wettbewerbsfähig.

Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von Steinkohle und Braunkohle im Vergleich zu Erneuerbaren Energien, insbesondere Solarenergie, sorgt für den schnelleren Kohleausstieg als gesetzlich vorgesehen. Im ersten Quartal 2020 brach der Steinkohle-Verbrauch um 22 Prozent und der Braunkohle-Verbrauch um mehr als 30 Prozent ein. Der Energieverbrauch insgesamt ging in den ersten drei Monaten aus unterschiedlichen Ursachen um sieben Prozent zurück.

Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) fiel der Verbrauch im ersten Quartal um 6,8 Prozent auf 117,9 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Für die rückläufige Verbrauchsentwicklung verantwortlich waren den Angaben zufolge der konjunkturbedingt geringere Energieverbrauch insbesondere in den energieintensiven Industrien, die wärmere Witterung in den ersten beiden Monaten des Jahres sowie erste Auswirkungen der Corona-Pandemie. Mit Ausnahme der Erneuerbaren waren alle Energieträger von der rückläufigen Verbrauchsentwicklung betroffen, besonders stark fielen die Kohlen ins Minus.

Ohne den Einfluss der Witterung wäre der Energieverbrauch nur um 6,4 Prozent niedriger ausgefallen. Beim CO2-Ausstoß ist mit einem Rückgang um 11 Prozent zu rechnen. Der Verbrauch von Mineralöl sank um 3,2 Prozent. Während es bei den Ottokraftstoffen nur zu einem geringen Absatzrückgang gegenüber dem Vorjahr kam, lag das Minus beim Dieselkraftstoff bei 3,4 Prozent. Beim Heizöl lag der Absatz um 5,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Weniger Kohle, mehr Erneuerbare: Energieverbrauch Deutschland Q1 2020

Der Erdgasverbrauch verringerte sich insgesamt um 5,5 Prozent infolge der milderen Witterung in den ersten beiden Monaten sowie einem leicht geringeren Einsatz von Erdgas in der Stromerzeugung.

Der Verbrauch an Steinkohle sank im ersten Quartal 2020 um rund 22 Prozent. Beim Einsatz von Steinkohle in den Kraftwerken kam es zu einem Rückgang in der Größenordnung von gut einem Drittel. Diese Entwicklung ist vor allem auf die deutliche höhere Stromeinspeisung aus Wind- und PV-Anlagen zurückzuführen. Der Einsatz von Koks und Kohle in der
Stahlindustrie war um knapp 7 Prozent rückläufig.

Der Verbrauch von Braunkohle verringerte sich in den ersten drei Monaten 2020 um mehr als 30 Prozent. Dieser erhebliche Rückgang hat vor allem drei Ursachen: Die stark gestiegene Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, die Überführung weiterer Braunkohlekraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft sowie erste Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Stromverbrauch.

Bei der Kernenergie kam es infolge der planmäßigen Abschaltung des Kraftwerks Philippsburg zum Jahresende 2019 zu einem Rückgang der Stromproduktion um knapp 17 Prozent.

Die erneuerbaren Energien steigerten dagegen ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Quartal 2020 um insgesamt 6 Prozent. Bei der Windkraft gab es ein außerordentliches Plus von 22 Prozent und die Solarenergie legte um 10 Prozent zu. Bei der Biomasse kam es zu einem Minus von 1 Prozent. Die Wasserkraftwerke lieferten 3 Prozent weniger Strom.

Beim Stromaustauschsaldo kam es zu einer Verringerung der Stromflüsse ins Ausland und zu einer Erhöhung der Importe, was zu einer Verminderung des in den zurückliegenden Jahren deutlich angestiegenen negativen Austauschsaldos führte.

Obwohl die Analyse mit Sondereffekten verbunden ist, zeigt sie, dass die Erneuerbaren Energien aufgrund ihrer disruptiven Preisentwicklung Stein- und Braunkohle in schnellen Schritten verdrängen. Es kommt sozusagen aufgrund des Einspeisevorrangs von Strom aus Solar- und Windstrom einerseits und aus rein ökonomischen Beweggründen zu einem Szenario, das deutlich schneller zum Kohleausstieg führen wird, als im Kohleausstiegsgesetz beschlossen. Mit den grünen Konjunkturpaketen der EU und der Bundesregierung sowie dem zusätzlichen Fokus auf Elektroautos, Wärmepumpen und Wasserstoff wird sich der Ausbau der Erneuerbaren Energien wieder beschleunigen. Auch, weil erste Bundesländer wie Berlin oder Baden-Württemberg eine Solarpflicht eingeführt haben – und nun auch öffentliche Gebäude verstärkt mit Solaranlagen versehen werden.

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