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Brennstoffzellen-Busse: van Hool liefert 40 nach Köln und Wuppertal

Städte und Kommunen suchen händeringend nach Alternativen für ihre Dieselbusse. Mit Elektrobussen und Brennstoffzellen-Bussen sammeln sie Erfahrungen mit unterschiedlichen Technologien.

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Der Kampf um die passende Antriebstechnik für Deutschlands Stadtbusse ist noch lange nicht entschieden. Zwar setzt die Bundesregierung vor allem auf Elektrobusse, diese sind aber noch nicht in jeder Situation perfekt einsetzbar. Jetzt hat Ballard Power für Aufsehen gesorgt. Der Brenstoffzellen-Hersteller soll 40 Brennstoffzellen-Busse vom belgischen Bushersteller van Hool ausstatten. Abnehmer sind die Stadtwerke in Köln (Regionalverkehr Köln GmbH) und Wuppertal (WSW mobil GmbH).

Die Bestellung der Busse mit FCveloCity-HD fuel cell engines werden über die Joint Initiative For Hyrdogen Vehicles Across Europe, kurz JIVE, gefördert. Es werden Anfang 2019 die ersten Brennstoffzellen-Busse sein, die auf Basis von JIVE ausgeliefert werden. Die Brennstoffzelle hat 85 Kilowatt. Zum Einsatz kam die Technologie in früheren Generationen bereits in Bussen in 14 Ländern auf 5 Kontinenten in den vergangenen zehn Jahren. Zurückgelegt haben die Busse dabei mehr als 12 Millionen Kilometer.

Die bestellten 40 Wasserstoffbusse sind vom Typ Van Hool A330. Sie sind zweiachsig und rund zwölf Meter lang. Integriert wird auch ein Siemens PEM-Elektromotor mit einer Leistung von 210 Kilowatt. Die Busse können mit 38,2 kg Wasserstoff betankt werden und verfügen damit über eine Reichweite von rund 350 km.

Dabei dienen die Brennstoffzellen gemeinsam mit den Lithium-Batterien und den Elektromotoren als Basis des Antriebs. Der Bus wird vollelektrisch betrieben. Einerseits wird Wasserstoff (H2) in der Brennstoffzelle in Elektrizität umgewandelt, wobei nur Wasserdampf emittiert wird, andererseits wird der Antrieb bei Bedarf über die Lithiumbatterien unterstützt. Dank dieses Hybridantriebs und der Rückgewinnung der Bremsenergie kann der Wasserstoffverbrauch auf rund 8 kg/100 km begrenzt werden.

Jetzt soll über das europäische Programm JIVE die Serienreife der Technologie nachgewiesen und ein bedeutender Schritt in Richtung Kommerzialisierung gemacht werden. Gerade Wuppertal bietet mit sehr vielen Steigungen keine idealen Bedingungen für Elektrobusse – der Einsatz von Brennstoffzellen-Bussen macht hier ganz besonder Sinn. Der Aufbau einer Infrastruktur ist für den Betreiber einer regional fahrenden Busflotte relativ einfach. Ob für die Erzeugung des Wasserstoffs immer erneuerbare Energien eingesetzt werden, bleibt abzuwarten.

Elektrobusse, Brennstoffzellen-Busse: Alternativen werden vielfältiger

Städte und Kommunen in Deutschland sammeln immer mehr Erfahrungen mit den neuen Technologien. Gleichzeitig wird das Angebot langsam breiter. Das meint etwa, dass die etablierten Bushersteller MAN und Daimler Buses langsam mit ihren eigenen Produkten auf den Markt kommen. Das bedeutet, dass es zunehmend Umrüst-Kits gibt, die Dieselbusse sauberer machen könnten. Und schließlich bedeutet es den Einsatz von Brennstoffzellen-Bussen auf Basis von grünem Wasserstoff.

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