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Bundesregierung intensiviert die Forschung an Energiespeichern

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Energiespeichern
Die Bundesminister Altmaier und Rösler fördern Energiespeicher-Technologien (Quelle: BMU, Fotograf: Thomas Imo / photothek)

Energiewende News / Berlin. Die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) haben ihre Anstrengungen zur Erforschung von Energiespeichern für die Energiewende intensiviert. Zu diesem Zweck wurde jetzt die Förderinitiative Energiespeicher ins Leben gerufen. 60 innovative Forschungsprojekte im Bereich der Energiespeicher-Technologien sollen nun gefördert werden.

Verbunden ist die Initiative mit dem Ziel, endlich passende Energiespeicher zu finden, die im Rahmen der Energiewende dafür sorgen, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen tatsächlich auch genutzt werden kann. Derzeit stehen zu viele Windräder still, weil das Netz nicht allen Windstrom aufnehmen kann – es fehlt an Speichermöglichkeiten im deutschen Energiesystem. Somit will die Bundesregierung „notwendige technologische Durchbrüche“ und „Kostensenkungen“ unterstützen und zu einer schnellen Markteinführung neuer Energiespeicher beitragen.

Neben dem Leuchtturm „Wind-Wasserstoff-Kopplung“, der Projekte zum Thema Erzeugung von Wasserstoff oder Methan mittels Windüberschussstrom bündelt, und dem Leuchtturm „Batterien in Verteilnetzen“, bei dessen Projekten es um die Kopplung von Batteriespeichern mit dezentralen Erneuerbaren-Energien-Anlagen, insbesondere Photovoltaik geht, werden Forschungsvorhaben u.a. zu den Themen Energiesystemanalyse und thermische Speicher gefördert. Um auch langfristig Kompetenzen für den Umbau des Energiesystems zu sichern, werden zudem Nachwuchsgruppen an fünf deutschen Universitäten gefördert, die interdisziplinär zu verschiedenen Speichertechnologien forschen.

Beispielhaft sind folgende Projekte zu nennen:

  • Der Verbund „ekolyser“ nutzt die Expertise von Forschungseinrichtungen (Forschungszentrum Jülich und Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft) und Industrie (Solvicore, Gräbener Maschinentechnik, FuMA-Tech) zur Entwicklung verbesserter Komponenten für flexible PEM-Elektrolyseure. Aufbauend auf den umfangreichen Erfahrungen der Teilnehmer des Verbunds in der Entwicklung der Komponenten für Brennstoffzellen sollen die Standzeit von Membranen verbessert, metallische Bipolarplatten für den anspruchsvollen Betrieb in Elektrolyseuren entwickelt und die Beladung mit teuren Katalysatoren reduziert werden. (Zuständigkeit liegt beim BMWi)
  • Im Projekt „LastElSys“ entwickeln das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Hydrogenics GmbH PEM-Elektrolyseure weiter und passen diese an die wechselnden Lasten an, die bei der Verwendung von Strom aus fluktuierenden erneuerbaren Energien auftreten. Ziel sind lastwechselresistente Membran-Elektrolyse-Einheiten für PEM-Elektrolysesysteme. Dazu wird ein Testsystem aufgebaut, in dem verschiedene Kombinationen von Membranen und Katalysatoren erforscht und getestet werden können. (Zuständigkeit liegt beim BMU)
  • Ein Projekt der Technischen Universität Berlin verfolgt die Entwicklung neuartiger hochaktiver preisgünstiger Elektrolysekatalysatoren für beide Teilreaktionen der Wasserstoffelektrolyse. Das Vorhaben trägt zur mittel- bis langfristigen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Energiespeicherung in Form von Wasserstoff bei.
  • Im Projekt „Smart Region Pellworm“ wird eine stabile, kosteneffiziente und marktorientierte Elektrizitätsversorgung auf Basis erneuerbarer Energien mit Hilfe eines hybriden Speichersystems entwickelt. Dafür werden in dem Verbundvorhaben auch Netzdienstleistungen mit dem Speichersystem erbracht (Projektpartner: E.ON Hanse AG, Gustav Klein GmbH, Saft Batterien GmbH, Fachhochschule Westküste, Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik und RWTH Aachen). (Zuständigkeit liegt beim BMU)
  • In einem Verbundprojekt der Firma Eisenhuth GmbH & Co. KG mit der Technischen Universität Clausthal werden neuartige Bipolarplatten und Dichtungswerkstoffe für Redox Flow Batterien untersucht. Durch die Optimierung der Herstellprozesse kann ein wichtiger Beitrag zur Effizienzsteigerung und zur kostengünstigen Herstellung der Komponenten von Redox-Flow-Batterien erreicht werden. (Zuständigkeit liegt beim BMWi)
  • Batterien müssen zukünftig aufwändig vernetzt und teilweise zu größeren Einheiten hochskaliert werden. Da beides neue Herausforderungen mit sich bringt, erforscht und verbessert das Verbundprojekt zwischen dem Karlsruher Institut für Technologie, Heraeus Quarzglas GmbH & Co. KG, Freudenberg Forschungsdienste KG und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Komponenten von Vanadium-Redox-Flow-Batterien und erschafft neuartige Teststände zum Erproben dieser Materialien.

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