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CATL: Schneller mehr Batterien vom Erfurter Kreuz

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CATL hat eigenen Pläne für das deutsche Werk überarbeitet – und will auf bis zu 100 Gigawattstunden ausbauen

Die Ansiedlung des chinesischen Zellherstellers CATL in der Region Erfurt erweist sich bereits heute als Glücksfall für das mitteldeutsche Bundesland. Federführend mitgewirkt hat daran der ehemalige Bundesverkehrsminister und heutige Landeswirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Die Pläne von CATL sind atemberaubend: 100 Gigawattstunden sollen die Fabrik künftig verlassen – jedes Jahr.

Matthias Zentgraf, Europa-Chef von CATL, hat bei der Branchenveranstaltung Batterieforum und in mehreren Interviews mit electrive und dem Handelsblatt Insights zu den Plänen des chinesischen Zellherstellers CATL am neuen Standort in Erfurt verraten. Demnach hat CATL zwei Flächen mit jeweils 25 Hektar plus weitere 17 Hektar für einen Zulieferer-Park erworben. Und will diesen Platz scheinbar schneller ausnutzen, als zunächst geplant.

„Unsere Initialplanung wird gerade überarbeitet“, so Zentgraf gegenüber electrive. Man wolle im ersten Schritt mit 14 Gigawattstunden beginnen, bis spätestens 2026 einen dreistelligen Gigawattbereich erreichen, so der Maschinenbauingenieur beim Car Symposium in Bochum. Bislang war, so berichtet electrive, von einer Maximalplanung 60 Gigawattstunden ausgegangen worden. Zum Vergleich: Tesla stellt derzeit Batteriezellen mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawattstunden her, plant langfristig in die Dimension von 100 Gigawattstunden vorzudringen.

In jedem Fall werden die Pläne von CATL deutlich beschleunigt. Die ersten beiden Hallen könnten schon größer werden, als bislang vorgesehen. Außerdem könnten die ersten Zellen bereits 2020 das neue Werk in der Region Erfurt verlassen – noch 2019 wird das erste Personal für die Fertigung eingestellt. Derzeit hat das Planungsteam Büroräumlichkeiten im Gebäude der thüringischen Landesentwicklungsgesellschaft LEG bezogen.

CATL: 100 GWh Produktionskapazität bis 2020

Contemporary Amperex Technology Ltd., oder eben kurz CATL, ist kein altes Unternehmen, erlebt aber einen beinahe beispiellosen Aufstieg. Gegründet 2011 ist das Unternehmen heute einer der führenden Batteriezellhersteller der Welt und hat Größen wie Panasonic bei der Produktionskapazität längst hinter sich gelassen – ausgelöst durch massive staatliche Förderung. Spezialisiert ist CATL auf Lithium-Ionen-Batterien und Batteriesysteme. 2020 will CATL weltweit 100 Gigawattstunden Produktionskapazität erreichen.

Bis 2022 will CATL 240 Millionen Euro in die Gigafactory am Erfurter Kreuz investieren. 600 Arbeitsplätze sollen mindestens entstehen.
Der Schwerpunkt des Werkes mit einer Kapazität von 14 Gigawattstunden wird auf der automatisierten Produktion und intelligenten Herstellung von Batterien liegen. Neben der Produktion werden auch Forschung und Entwicklung, Qualitätskontrolle und hochwertige Dienstleistungen eine große Rolle spielen. Inzwischen ist CATL auch an der Börse notiert.

Dabei legt CATL wert darauf, dass die produzierten Zellen einen möglichst kleinen Fußabdruck haben werden. Am Erfurter Kreuz soll ein Bahnanschluss geschaffen werden – sowohl Vorprodukte als auch Zellen oder Batteriesysteme sollen mit dem Zug zu Kunden wie BMW, Daimler, Volvo oder möglicherweise auch Volkswagen transportiert werden. Zuletzt hatte Honda bekanntgegeben, einen großen Auftrag an CATL vergeben zu haben.

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