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chEErs: BASF will aus Standort Schwarzheide ein Energiewende-Reallabor machen

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Partner von chEErs sind u.a. die Cleantech-Unternehmen Entelios und Sunfire.

Die Zahl der Bewerbungen ist mit 88 immens: Die Bundesregierung wird mit Vorschlägen für Energiewende-Reallabore regelrecht überrollt. 100 Millionen pro Jahr stehen in den kommenden fünf Jahren für einige der Projekte zur Verfügung. Jetzt ist das Projekt chEErs publik geworden: Dafür will BASF seinen Standort Schwarzheide zur Blaupause für die Energiewende in der Lausitz machen.

Das Reallabor chEErs scheint allerdings besonders aussichtsreich zu sein, da das geplante Projekt hervorragend zu dem Anspruch passt, den Strukturwandel in der Lausitz insbesondere im Bereich Energie voranzubringen. Das Konsortium chEErs vereint chemische Industrie mit Technologielieferanten, Erzeugern von Erneuerbaren Energien, Vermarktern und Netzbetreibern. Dazu gehören konkret die BASF Schwarzheide GmbH, Entelios AG (Demand Response), Mitteldeutsche Netzgesellschaft mbH (MITNETZ STROM), NODES AS, Regiogröön GmbH & Co. KG, Stiftung Umweltenergierecht und Sunfire GmbH.

Wir wollen Erneuerbare Energien im industriellen Maßstab für die chemische Industrie nutzbar machen. Das Projekt soll beweisen, dass dies trotz der hohen Anforderungen der chemischen Industrie an die Versorgungssicherheit möglich ist.

Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der BASF Schwarzheide GmbH

Heutzutage führen Netzengpässe und mangelnde Flexibilität konventioneller Kraftwerke dazu, dass Erneuerbare Energien im Fall von Lastspitzen gekappt werden. Diese Abregelung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen zu verhindern, ist eines der Ziele des Reallabor-Vorhaben. Durch Sektorkopplung könnten wertvolle chemische Grundstoffe auf Basis erneuerbarer Energien erzeugt werden – und damit fossile Rohstoffe ersetzen.

Die Partner der Innovationsallianz haben eine Idee entwickelt, wie sich das regional vorhandene, fluktuierende EE-Angebot netzdienlich in die Energieversorgung des Chemiestandortes einbinden lässt und so zur Grundlage für die Herstellung nachhaltiger und klimafreundlicher Produkte wird

Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der BASF Schwarzheide GmbH

chEErs will erneuerbare Energien als Primärenergie der Zukunft erproben

Im Rahmen von chEErs soll in Schwarzheide erprobt werden, wie regenerative Energiequellen als Primärenergie der Zukunft, direkt und mittels Sektorenkopplung zur Basis für innovative chemische Wertschöpfungsketten werden können. Bei einem Überangebot von Energie werden sie für die Produktion von Wärme, im Fachjargon Power-to-Heat genannt, und Basischemikalien, wie Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenmonoxid, also Power-to-Gas genutzt.

Interessant dabei: Ein lokaler Marktplatz soll als Bindeglied zwischen der vorhandenen Flexibilität und dem Netzbetreiber dienen. In Zeiten, in denen das Energieangebot den Bedarf nicht deckt, helfen neu zu entwickelnde Automatisierungs- und Speicherlösungen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auf Erzeugerseite werden regionale Wind- und Solarenergie mittels einer innovativen Handelsplattform in einem virtuellen EE-Kraftwerk gebündelt, um passgenaue Energieprodukte zu entwickeln und neue Geschäftsmodelle zu pilotieren.

In Schwarzheide und dem unmittelbaren Umkreis sind bereits heute mehr als 360 Megawatt Leistung aus Erneuerbaren Energiequellen installiert. Somit repräsentiert die Region modellhaft die künftige Energielandschaft mit einem hohen EE-Anteil.

Wir wollen grünen Strom dort nutzen, wo er entsteht. So können Engpässe im Verteilnetz reduziert werden und wir mindern den Druck beim Netzausbaubedarf, der damit volkswirtschaftlich balanciert erfolgen kann.

Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM

Neben chEErs wollen 87 weitere Projektkonsortien Reallabor werden und Förderung erhalten. Es wäre zu wünschen, dass möglichst viele mit möglichst unterschiedlichen Ansätzen eine Anschubfinanzierung erhalten und damit auch die Industrie und klassische Investoren dazu animieren, sich der Finanzierung anzuschließen.

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