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Chemiekonzern BASF plant mit RWE einen eigenen Offshore-Windpark in der Nordsee

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Strombedarf des BASF-Standorts Ludwigshafen könnte damit zu einem Viertel abgedeckt werden.

Es ist ein angedachtes Projekt, das beispielhaft sein könnte für die Pläne energieintensiver Industrieunternehmen zur Dekarbonisierung: Der Energiekonzern RWE und der Chemiekonzern BASF wollen gemeinsam einen Offshore-Windpark in der Nordsee errichten, um insbesondere den Chemiestandort Ludwigshafen mit elektrischer Energie und grünem Wasserstoff zu versorgen. Die Leistung könnte ab 2030 bei zwei Gigawatt liegen – vorausgesetzt die politischen Weichen werden richtig gestellt.

Die Etablierung von CO2-freien Produktionsverfahren in der Chemieindustrie ist eine der zentralen Klimaschutz-Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Klar ist: Der Strombedarf wird sich durch die Abkehr von fossilen Rohstoffen verdoppeln bis verdreifachen. Ein Teil der Lösung könnte die jetzt vorgestellte Idee eines zusätzlichen Offshore-Windparks in der Nordsee sein. BASF und RWE haben eine Absichtserklärung unterschrieben, die auch von der IG BCE unterstützt wird.

Die Kosten für den Offshore-Windpark und die Elektrolyse-Anlage werden auf rund vier Milliarden Euro geschätzt – BASF beteiligt sich mit 49 Prozent am Windpark. Die erneuerbare Energie der Windkraftanlagen könnten den größten Chemiestandort der Welt in Ludwigshafen zu einem Viertel versorgen.

Konkret sollen künftig elektrisch beheizte Steamcrackeröfen eingesetzt werden, um Petrochemikalien herzustellen. BASF arbeitet mit anderen Partnerunternehmen daran, diese zu entwickeln. Mit dem Umbau könnten alleine am BASF-Standort im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen 2,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. Insgesamt geht es im Projekt um 3,8 Millionen Tonnen des Treibhausgases.

Aus der Sicht der Projektpartner ist der mögliche Offshore-Windpark in der Nordsee, dessen Standort nicht genauer spezifiziert wurde, ohne finanzielle Förderung der öffentlichen Hand realisierbar. Allerdings müssen bestimmte Rahmenbedingungen umgesetzt werden, damit aus der Projektidee wirklich Realität werden kann.

Politische Forderungen als Voraussetzung

Die Ausweitung der Ausbauziele für Erneuerbare Energien durch die Bundesregierung ist eine der Grundvoraussetzungen. Dafür müssen – so die Forderung von BASF und RWE – Flächen für Offshore-Projekte ausgeschrieben werden, deren Nutzung bislang erst für den Zeitraum nach 2030 vorgesehen ist. Aus Sicht der Unternehmen könnten diese Flächen ganz gezielt schnell für den industriellen Transformationsprozess zugänglich gemacht werden.

Eine weitere Forderung betrifft die EEG-Umlage: Von dieser soll der grüne Strom entlastet werden, fordern BASF und RWE. Da es ohnehin politische Bestrebungen gibt, die EEG-Umlage bis Mitte des Jahrzehnts oder schneller abzuschaffen, könnte das rasch umgesetzt werden, sobald die neue Legislaturperiode beginnt. Ganz allgemein fehlt darüber hinaus ein regulatorischer Rahmen für die CO2-freie Wasserstoffproduktion.

1 Kommentar
  1. […] Zugang zu Offshore-Windparks, um die eigenen Standorte eines Tages klimaneutral machen zu können. Zuletzt wurde eine Zusammenarbeit mit RWE bekannt – jetzt ist klar: BASF sichert sich 49,5 Prozent der Anteile an einem der größten […]

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