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Cleantech China: Saubere industrielle Revolution

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ElektroschrottCleantech & Effizienz Ness / China, München. 40 Mio. Tonnen Elektroschrott werden jedes Jahr weltweit produziert, rund 2,5 Mio. Tonnen davon allein in China. Ein Fünftel davon sind Kühlgeräte, die sowohl gefährliche Reststoffe wie FCKW enthalten als auch wertvolle Materialien wie Edelmetalle und Aluminium. Die Entsorgung dieser Geräte ist für Menschen und Umwelt kritisch. Um die Kreislaufwirtschaft bei E-Schrott voranzubringen, sieht die chinesische Regierung im aktuellen Fünfjahresplan u.a. die Förderung von modernen Recyclingtechnologien vor. Gleichzeitig mit diesem Umdenken steigt die Nachfrage nach Know-How aus Europa. So stammt die erste Kühlgeräteaufbereitungsanlage von der Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH aus dem bayerischen Kaufering. Inzwischen wurde bereits die zweite Anlage für das größte chinesische Recyclingunternehmen in Auftrag gegeben.

Saubere Produktionsmethoden in der Kreislaufwirtschaft, weniger Ressourcenverbrauch und ein hoher Anteil von wiederaufbereiteten Altteilen: Mit dem aktuellen Fünfjahresplan schlägt die chinesische Regierung vor allem beim Recycling neue Wege ein. So sind etwa zum ersten Mal auch größere Produkte wie elektrische Geräte im Regelwerk berücksichtigt. Kühlgeräte stellen dabei besondere Anforderungen an eine umwelt- und energieeffiziente Wiederaufbereitung dar. Denn hier gilt es, sowohl die schädlichen als auch die wertvollen Inhaltsstoffe schonend aus den Geräten zu entfernen, um sie sicher entsorgen beziehungsweise weiterverwenden zu können. Obwohl es im asiatischen Raum eine Reihe von Anbietern gibt, die zu Spottpreisen Recyclinganlagen verkaufen, setzen immer mehr chinesische Entsorgungsunternehmen auf deutsche Technologien.

EU-Gesetze als Maßstäbe für andere Länder

Zu den größten Exporteuren solcher Wiederaufbereitungsanlagen gehört die Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH. Aufgrund ihrer speziellen Methoden, Wertstoffe aus den Geräten wieder rückzuführen, zählt das Unternehmen inzwischen zu den Top 3 im Bereich Kühlgeräterecycling. So wurden bisher mit den Anlagen des bayerischen Unternehmens weltweit mehr als 30 Millionen Kühlgeräte umweltgerecht recycelt. „Die gesetzlichen Regelwerke, die EU-weit gelten, werden immer mehr zum Maßstab in anderen Ländern“, so der Geschäftsführer Hans Erdwich.

„Aufgrund der Förderungsmaßnahmen im Bereich Wiederaufbereitung erwarten wir besonders aus China in den kommenden Jahren einen großen Nachfrageanstieg.“ Vor allem die deutschen Umweltgesetze und die WEEE-Verordnungen gelten im Land der Mitte als vorbildlich. Norbert Streicher, Projektleiter bei Erdwich, berät als Experte im Umgang mit Elektroschrott inzwischen das chinesische Umweltministerium. „Die gängige Praxis ist dort leider immer noch die manuelle Zerlegung von E-Schrott unter unwürdigen Verhältnissen“, weiß Streicher. „Die Folgen für die Gesundheit der Menschen sind fatal.“

Erdwich GmbHIn die Provinz Heilongjiang nahe der Hauptstadt Harbin im Norden Chinas wurde nun eine Anlage zur schonenden Öffnung und Zerkleinerung von Kühlgeräten geliefert. Der Auftraggeber ist das größte chinesische Recyclingunternehmen. Eine weitere Anlage für den östlich von Peking gelegenen Ort Tangshan wird im März nächsten Jahres in Betrieb gehen.

Zu den Premiumkunden des Cleantech-Unternehmens zählt der Stadtstaat Singapur. Mit dem größten ansässigen Recyclingunternehmen arbeitet Erdwich bereits seit sieben Jahren zusammen. Die Ingenieure entwickelten im Lauf der Zeit unter anderem zehn mobile Zerkleinerungsanlagen für elektronische Bauteile sowie eine Großanlage zur Aufbereitung von Leiterplatten. Momentan wird dort eine komplette Kühlrecyclinganlage installiert, die als platzsparender Turm konstruiert wurde.

FCKW und Pentane werden zur Aufbereitung umgewandelt

Die Anlagen werden von den Technikern jeweils auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden angepasst. Sie sind so konzipiert, dass sie die im Kältekreislauf enthaltenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) vom Öl trennen und die im Isolierschaum enthaltenen gasförmigen FCKW und Pentane in flüssige Form umwandeln, damit sie anschließend sachgemäß aufbereitet oder entsorgt werden können. Aufgrund dieser von Erdwich entwickelten Methode kann sich das deutsche Unternehmen immer wieder auch gegen Anbieter durchsetzen, die einen weitaus geringeren Preis verlangen.

Umgerechnet 223 Millionen Euro investierte die chinesische Regierung in diesem Jahr in die Wiederverwertung von Müll und förderte damit sowohl Maßnahmen zur Energieeinsparung als auch zur Emissionsreduzierung. Strategien und Regulierungen für Industrieunternehmen sind dabei ebenso inbegriffen wie Programme zum Umweltschutz. Bis 2015, dem Ende des aktuellen Fünfjahresplans, soll der Wert der Kreislaufindustrie um jährlich 15 Prozent erhöht werden – eine Mammutaufgabe für ein Land, in das seit Jahren der Elektroschrott aus aller Welt importiert wird und das nach den USA den meisten Abfall dieser Art produziert.

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