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Sauber in die Zukunft

EU kündigt Cleantech-Innovationsprogramm für klimaneutrales Europa an

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Mit dem Cleantech-Innovationsprogramm sollen zehn Milliarden für ein klimaneutrales Europa in den Sektoren Energie, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft investiert werden.

Nach den alarmierenden Anzeichen, wie weit der Klimawandel bereits unseren Alltag beeinflusst, ist etwas in Bewegung geraten. In den USA wird endlich wieder über einen Green New Deal debattiert, Belgien bringt die dringliche Idee ins Spiel, Kerosin endlich fair im Hinblick auf den Umweltschaden des Fliegens ausgerichtet zu besteuern, um 30-Euro-Flüge von Deutschland nach Mallorca zu verhindern. Und: Auch die Europäische Union investiert nun in ein Cleantech-Innovationsprogramm für ein klimaneutrales Europa.

Es kommt endlich Dynamik in den dringend gebotenen Kampf gegen den Klimawandel. Schon länger ist zu beobachten, dass das Kapital von fossilen Rohstoffen abgezogen wird und zunehmend erneuerbare Energien und Cleantech davon profitieren. Symbolhaft dafür können die Aktivitäten von Shell oder BP stehen, die beispielsweise über Zukäufe in die Themen Energiespeicherung oder Ladeinfrastruktur für Elektromobilität investieren.

Diese Aktivitäten reichen bei weitem nicht aus, aber es zeigt, dass etwas in Bewegung geraten ist. Und das trotz des politisch aberwitzigen Widerstands eines Klimawandel-Leugners wie Donald Trump oder anderer Zeitgenossen wie einige AfD-Politiker, die nicht begriffen haben, worum es geht. Womöglich tragen auch die Freitags-Proteste, ausgelöst von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg dazu bei, dass sich etwas bewegt.

Unter dem Motto „Klimaneutrales Europa“ setzt auch die Europäische Union ein Zeichen und steckt, gestreckt über einige Jahre, zehn Milliarden Euro in saubere Technologien in unterschiedlichen Sektoren. Das Cleantech-Investitionsprogramm für kohlenstoffarme Technologien greift in mehreren Sektoren und soll die globale Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft steigern.

Es geht um energieeffiziente Häuser, saubere Luft, effizientere öffentliche Verkehrssysteme in Städten und die sichere Versorgung mit Energie und anderen Ressourcen. Basis ist die Ende letzten Jahres vorgelegte strategische Ausrichtung für ein klimaneutrales Europa bis 2050.

Unser Ziel ist es, für alle Europäer eine moderne, wettbewerbsfähige und sozial gerechte Paris-orientierte Wirtschaft zu schaffen. Dafür brauchen wir den Einsatz sauberer innovativer Technologien im industriellen Maßstab. Deshalb investieren wir, um hoch innovative Technologien in energieintensiven Industrien, in der Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO2, im Bereich der erneuerbaren Energien und in der Energiespeicherung auf den Markt zu bringen. Wir setzen heute in allen Mitgliedstaaten technologische Lösungen frei und drücken den Schnellvorlauf für den Übergang zu einer modernen und klimaneutralen Gesellschaft in Europa.

Der für Klimaschutz und Energie zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete

Die Kommission möchte sicherstellen, dass Europa in Bezug auf neue hochwertige Patente für Cleantech auch in Zukunft an der Spitze steht. Damit verwunden ist die Erwartung guter Exportchancen, wenn saubere Technologien in Europa investiert und erprobt werden. Insgesamt soll vor allem in technologische Innovationen in den Sektoren Energie, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft investiert werden.

Der Innovationsfonds, der das Vehikel des Cleantech-Innovationsprogramms darstellt, wird sich auf hoch innovative Technologien und große Vorzeigeprojekte mit europäischem Mehrwert konzentrieren, die zu erheblichen Emissionssenkungen führen können. Es geht darum, das Risiko mit Projektträgern zu teilen, um bei der Demonstration von innovativen, hoch innovativen Projekten zu helfen.

Cleantech-Innovationsprogramm für vielfältige Projektpipeline

Ziel ist die Finanzierung einer vielfältigen Projektpipeline, die ein optimales Gleichgewicht zwischen einer breiten Palette innovativer Technologien in allen in Betracht kommenden Bereichen (energieintensive Industrien, erneuerbare Energien, Energiespeicherung, CCS und CCU) und Mitgliedstaaten schafft. Gleichzeitig müssen die Projekte hinsichtlich Planung, Geschäftsmodell und finanzieller und rechtlicher Struktur ausreichend ausgereift sein.

Der Fonds wird auch Querschnittsprojekte zu innovativen kohlenstoffarmen Lösungen unterstützen, die in mehreren Sektoren zu Emissionsminderungen führen, beispielsweise durch industrielle Symbiose oder Geschäftsmodell-Innovationen. Der Fonds ist auch offen für kleine Projekte mit Gesamtkapitalkosten von weniger als 7,5 Mio. EUR, die von vereinfachten Antrags- und Auswahlverfahren profitieren können.

Die EU-Kommission beabsichtigt, im kommenden Jahr 2020 die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zum Cleantech-Innovationsprogramm zu veröffentlichen, gefolgt von regelmäßigen Aufforderungen bis 2030. Das Vehikel für Investitionen ist der Innovation Fund der EU.

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