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Urban-e und das „iBullitt“: CleanTech-StartUp der Woche 1-2013

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Das erste CleanTech-StartUp der Woche der CleanThinking-Redaktion kommt aus Berlin, heißt Urban-e und hat das iBullitt entwickelt. Es ist in einer Branche tätig, die unserer Meinung nach im Jahr 2013 eine zentrale Rolle im CleanTech-Sektor spielen wird. Die urbane Mobilität. Der innerstädtische Verkehr wird sich mittelfristig auf umweltfreundlichere Alternativen zum Autoverkehr einstellen. Unter dem Stichwort „Patchwork-Mobilität“ zusammengefasst, werden Stadtbewohner in Zukunft unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander kombinieren, dabei die Umwelt schonen und ein Stück weit ihre eigene Flexibilität sichern. Ein Trend also, der uns früher oder später alle beeinflussen wird.

E-Bike News / 7.1.2013. Diese Tatsache haben einige Unternehmen und Visionäre bereits für sich entdeckt. Dementsprechend tauchten verschiedene Technologien, Produkte, Plattformen und Systeme auf der Bildfläche auf – vom Carsharing, über innerstädtische Mitfahrgelegenheiten und besonders wendige, kleine Elektrofahrzeuge für den innerstädtischen Gebrauch bis hin zum E-Bike. E-Bike: Das Stichwort, das uns auf das erste CleanTech-StartUp der Woche brachte. Doch es ist ein besonderes E-Bike, das mehr kann als einen Menschen von A nach B zu bringen. Und: Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier hat bereits Platz auf dem Produkt des CleanTech-StartUps der Woche genommen. Doch der Reihe nach…

Urban-e: Fakten zum StartUp der Woche

Urban-e ein Cleantech-Startup der WocheUrban-e ist ein Elekromobilitäts-Unternehmen. Die Berliner Gesellschaft beschäftigt und spezialisiert sich auf die Entwicklung und den Vertrieb elektrisch betriebener Zweiräder und ist gleichzeitig beratend im Umfeld der Elektromobilität tätig. Im Angebot: Elektrofahrzeuge nachhaltiger, formschöner und zugleich intelligenter Art. Darunter das E-Bike „Stromer“, verschiedene E-Scooter und ein Cargo E-Bike. Das innovative Lastenrad trägt den Namen „iBullitt“ und ist in ganz unterschiedlicher Ausstattung erhältlich. Besonders dieses Produkt sorgte für mediales Aufsehen. Die Gründe? Folgen später.

Urban-e ist nicht nur das erste CleanTech-StartUp der Woche auf CleanThinking.de: Das Unternehmen war zudem erster Preisträger des ÖkoAwards für Autos in der Kategorie „ÖkoGlobe Start-Ups“. ÖkoGlobe prämiert Unternehmen, deren Produkte als umweltgerechte Innovation und ökologischer Denkanstoß gelten können und dabei realisierbare, gute Umsetzungschancen mitbringen.

Die Geschäftsführer fühlten sich geehrt, neben etablierten Unternehmen der Automobil- und Zuliefererindustrie – darunter BMW, Volvo, Ford, Continental und Johnson Controls – als Preisträger strahlen zu dürfen. Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V. betont im Gespräch mit CleanThinking: „Gerade junge Unternehmen mit innovativen Ideen haben es schwer, sich auf dem Zukunftsmarkt der Neuen Mobilität erfolgreich zu positionieren. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr, dass der in diesem Jahr erstmals in der Kategorie StartUp verliehene ÖkoGlobe an eines unserer Mitglieder ging.“

Wer sich hinter Urban-e verbirgt

Gründer und Vorkämpfer für ElektromobilitätHinter Urban-e stecken die Geschäftsführer Frank Müller (links) und Christoph Hahne (rechts). Das Ziel: Die beiden Visionäre möchten eine neue Art der Mobilität mitgestalten. Sie sind überzeugt, dass diese wesentlich durch den Elektroantrieb geprägt sein wird. „Wir nennen es die Elektromobilität 2.0, eine nachhaltige, intelligente und formschöne Art der elektromobilen Fortbewegung“, so die Gründer.

Der ehemalige Geschäftsführer des Bundesverbandes eMobilität Frank Müller ist überzeugt, dass sich Elektromobilität in urbanen Räumen durchsetzen wird. „Es gibt aus meiner Sicht keine Alternative zur Elektromobilität, hier kommt Fahrfreude und Nachhaltigkeit in genialer Weise zusammen“, so Müller. Mit ihrem innovativen Elektro-Lastenrad – dem iBullitt – soll die Eroberung der Städte durch die neue Mobilität angeschoben werde.

Das iBullit: Ein Lastenrat auf dem Vormarsch

In Berlin gibt es bereits heute weltweit die meisten Lastenfahrräder. Kein Wunder, denn den wendigen Gefährten sind Staus in der Rush Hour und unnötige Parkplatzsuche fremd. Die Neuerung am iBullitt: Das Elektro-Lastenrad ist mit Solarpanels – Dünnschichtmodule mit langer Lebensdauer – ausgestattet, die an einem sonnigen Sommertag bis zu 10 km extra Reichweite schaffen können und die Lebensdauer der Batterien verlängern.  Eine direktere Verbindung von erneuerbaren Energien und der Elektromobilität ist kaum vorstellbar. iBullit im Detail

Das umweltfreundliche und kosteneffiziente Rad ist in verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich. Die Transportbox mit verschließbarem Deckel hat ein Fassungsvermögen von bis zu 70 Kilogramm und kann auf Wunsch mit Kühl- oder Heizelementen ausgestattet werden. Eine Ladung der Lithium-Ionen-Batterie reicht für 100 Kilometer. Die Beschleunigung per Daumengas erleichtert das Rangieren mit dem Bike.

Eine Sieben- oder Acht-Gang Nabenschaltung bietet zusätzlichen Komfort für die Nutzer. Zwei hydraulische Scheibenbremsen bringen das Lastenrad sicher zum stehen. Das iBullitt ist zudem mit einem USB- und einem 12 Volt-On-Board-Stromanschluss ausgestattet. Ein großer Vorteil: Das Lastenrad bietet auf fünf Werbeflächen mit nachhaltigem, innovativen und wegweisenden Image.

Knapp 100 iBullitts wurden bereits produziert. Geschäftsführer Christoph Hahne erklärt: „Wir haben 2012 in Kleinserie produziert. Momentan bauen wir eine neue Serienfertigung auf. Urban-e wird dann rund 10 Mitarbeiter beschäftigen.“ Die Zielgruppe für das innovative und klimafreundliche Lastenrad kann Hahne recht klar umreißen: „Insbesondere Kurierdienste, Handwerker und Selbstständige – vom Schornsteinfeger über den Baumschneider bis hin zu Maler und Fotografen – haben unser Fahrzeug gekauft. Sie nutzen es gewerblich und können damit ein Auto ersetzen.“ Die Kostenersparnis für den Nutzer: Monatlich zwischen 400 und 500 Euro. Denn: Auf 100 Kilometern fallen gerade einmal zwischen 0,10 Euro und 0,15 Euro für den Stromverbrauch an.

Ausstatter des weltweit größten Mobilitätsprojektes mit Elektro-Lastenrädern

Gemeinsam mit der Verkehrsforschungsabteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Logistikunternehmen Messenger setzt Urban-e das weltweit größte Forschungsprojekt mit Elektro-Lastenrädern um. Unter dem Motto „Ich ersetze ein Auto“ wird untersucht, wie viele Tonnen CO2 durch den Einsatz von Elektro-Lastenrädern durch den täglichen Einsatz bei Kurierdiensten eingespart werden können. Auch eine Kostenersparnis, die sich auf Seiten der Kuriere ergibt, wird erforscht.

Eine Last der besonderen Art auf dem iBullit
Bundesumweltminister Peter Altmaier testet das iBullitt (Quelle: Thomas Imo/photothek.net)

Die Versuchsanordnung: 40 iBullitts werden 24 Monate lang vom Logistiker Messenger in ausgewählten Städten getestet. Das Kooperationsprojekt bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.  Auch Peter Altmaier – das Bundesumweltministerium ist Auftraggeber des Forschungsprojektes – hat bereits Platz genommen auf einem iBullitt. Im Zuge einer Informationsreise zur Energiewende machte er Halt bei unserem CleanTech-StartUp der Woche. Das iBullitt erinnerte Altmaier an die Eiswägen aus seiner Jugend und animierte ihn zu einer Probefahrt.

Erste Teilergebnisse des Forschungsprojekts sollen bereits Anfang 2013 herausgegeben werden. Wir sind gespannt und freuen uns solange, ein solch tolles CleanTech-StartUp der Woche beglückwünschen zu können!

Weitere Informationen auf der Unternehmenswebsite und der Infosite zum Forschungsprojekt. Generelle Infos gibt es auch in unserem E-Bike Schwerpunkt dieser Seite.

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