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CleanTech-StartUp der Woche 10 – 2013: Green Energy Marketplace

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Wie CleanThinking.de in der letzten Woche berichtete, erlebt das Modell der Energiegenossenschaft in Deutschland derzeit einen „Boom“. Allein im letzten Jahr wurden 150 neue Genossenschaften gegründet. Durchschnittlich kommen pro Woche drei weitere hinzu, sodass aktuell 650 Energiegenossenschaften registriert sind. Doch ist dieses Modell ein deutsches Phänomen, das mit dem Beschluss der Energiewende einhergeht? Keineswegs.

Einerseits berichtete Prof. Martin Maslaton im angesprochenen Beitrag (hier nachlesen) davon, dass der Energiegenossenschafts-Boom bereits im Jahr 2008 einsetzte. Andererseits macht unser zehntes CleanTech-StartUp der Woche deutlich, dass auch unsere Schweizer Nachbarn und Leser in diesem Bereich sehr aktiv sind.

Das StartUp beweist zudem Innovationskraft, denn es ist gewissermaßen das „Ebay“ unter den Genossenschaften. Was das bedeutet und in welcher Beziehung der „schöneste Schweizer“ zum StartUp der Woche steht, lesen  Sie in folgendem Beitrag.

Green Energy Marketplace (GEMP): Fakten zum StartUp der Woche

Auszeichnung StartUp der Woche GEMP

Am 15. Mai 2012 gründete sich die Genossenschaft Green Energy Marketplace (GEMP). Das schweizerische StartUp hat seinen Sitz in  Frauenfeld. Das Besondere: Green Energy Marketplace  ist die weltweit erste kommerzielle Auktionsplattform für erneuerbare Energien.

Verkauft wird nicht direkt der „physische“ Strom – dies ist technisch nicht umsetzbar – sondern ein Herkunftsnachweis, ein ökologischer Mehrwert. Man stellt durch den Kauf der Herkunftsnachweise eine nachhaltige Erzeugung des Stroms aus Erneuerbaren Energien sicher.

Ein Vorteil: Durch den gelebten Gedanken der Auktionsplattform entstehen direkte Beziehungen zwischen Verkäufer und Käufer. Kleine Anbieter und dezentrale Produzenten können ihren Ökostrom direkt an große Unternehmen wie die Schweizerische Post verkaufen.

Zu den Mitgliedern zählen laut Genossenschaftsangaben 80 Privatpersonen, 20 Unternehmen bis 500 Mitarbeiter und ein Unternehmen mit deutlich höherer Mitarbeiterzahl: Die Schweizerische Post. Auf diesen „Genossen“ ist GEMP besonders stolz. Wichtig sind jedoch auch alle weiteren Mitglieder: „Unter den kleinen bzw. mittelständischen Unternehmen tummeln sich viele Mitstreiter aus der IT- bzw. Software-Branche“, erklärt Marco Rüegg, Präsident der GEMP Genossenschaft. Er ist der einzige operative Mitarbeiter der Genossenschaft. Alle weiteren Akteure arbeiten auf ehrenamtlicher Basis.

Wer sich hinter GEMP verbirgt

Gründer Rüegg
Marco Rüegg, Präsident der Green Energy Marketplace Genossenschaft

Die Idee zum virtuellen Marktplatz für Herkunftsnachweise entwickelte der Diplom-Ingenieur Marco Rüegg. Zuvor war der junge Schweizer bei dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) für den Ausbau der ewz.solarstrombörse verantwortlich und handelte mit Erneuerbaren Energien. Ein Mann vom Fach also, der die Genossenschaft ins Leben rief.

Die Motivation: „Die Energiewende braucht frischen Wind. Es braucht unkonventionelle Wege um den Zustand der Ratlosigkeit zu ändern“, so Rüegg. Er wollte daher eine nationale Onlineplattform schaffen, auf der günstig, glaubwürdig und unabhängig die Herkunft des Stroms gehandelt werden kann. Das Genossenschaftsprinzip stufte er in diesem Zusammenhang als besonders reizvoll ein, denn dieses stößt auf breites Interesse und Vertrauen in der Bevölkerung.

„Zudem ist die Genossenschaft vorteilhaft, was die Finanzierung anbelangt“, erklärt Rüegg. Die Banken glaubten nicht an den Erfolg eines solchen Onlinemarktplatzes.

Heute ist die Genossenschaft knapp ein Jahr alt und stößt bereits jetzt auf Interesse von Privatpersonen und verschiedener Unternehmen. Wie genau das Prinzip funktioniert, wie man Mitglied der GEMP Genossenschaft werden kann und welche Rolle die Marke „FAIR POWER“ spielt, lesen Sie auf der Seite 2.

Liebe Leserinnen und Leser – in jeder Woche wird ein spannendes CleanTech-StartUp vorgestellt. StartUps können sich mit einer Mail an startups@cleanthinking.de bei der CleanThinking-Redaktion bewerben. Wir freuen uns über Hinweise und Empfehlungen und sind gespannt, was die CleanTech-Welt bewegt!

Lesen Sie hier den zweiten Teil des StartUp-Porträts:

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