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CleanTech-StartUp der Woche 5 – 2013: JPM Silicon und das „Silizium aus der Mikrowelle“

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Die Solar-Branche – eine momentan gebeutelte Branche, die in den Medien nicht unbedingt positiv wegkommt, teilweise verteufelt wird. Dennoch gab es in den vergangenen Wochen auch erfreuliche Meldungen: Neue Wirkungsgrad-Rekorde wurden aufgestellt (zum Beispiel von Heliatek aus Dresden), Pläne für eine 300-Megawatt-Fertigung neuartiger Solarzellen vorgestellt (Solar Bankers und Apollon). Die Branche lässt sich nicht unterkriegen, entwickelt, forscht und plant weiter. Auch, wenn die Zeiten nicht gerade rosig sind.

Auch der Forscher und Visionär, der unser aktuelles CleanTech-StartUp der Woche gründete, ist der Meinung: „Jetzt erst recht!“ Das StartUp der Woche ist nicht direkt mit der Herstellung von Solarzellen und -modulen beschäftigt. Seine Technologie kann jedoch Energiekosten im Rahmen der Herstellung von Solarsilizium um bis zu 50 Prozent reduzieren und die fertigen Produkte um etwa 15 Prozent vergünstigen. Wie bzw. womit, das beschreibt das Portrait unseres CleanTech-StartUps.

JPM Silicon: Fakten zum StartUp der Woche

Das CleanTech-StartUp der Woche wurde 2010 von Jan Philipp Mai gegründet. Der Jungunternehmer forscht bereits seit über zehn Jahren im Bereich Solarsilizium. Die Innovation: JPM Silicon ist das erste Unternehmen, das einen Hochtemperaturofen für die industrielle Silizium-Produktion entwickelt, der auf Mikrowellen basiert.

Der patentierte und spezielle Mikrowellenprozess ist das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Die Technologie ist speziell für den Einsatz in der Gewinnung von Solar- und UMG-Silizium ausgelegt. Im Gegensatz zu den traditionellen  Herstellungsverfahren bewirkt die hohe Reinheit des Siliziums aus dem Mikrowellenprozess eine Kostenreduzierung in der Solarsilizium-Produktion, macht somit auch die Endprodukte billiger. Die Wirtschaftlichkeit der Branche könnte somit revolutioniert werden.

Das Potenzial erkannten bereits Einige: Auszeichnungen wie der „Nachwuchswissenschatler im Bereich ressourcenschonende Technologie-Entwicklungen“ im Rahmen des CleanTech Media Awads 2009, Gewinner eines Ideenwettbewerbs 2009 oder Preisträger der „Best of CampusGründungen“ 2012 sind nur Auszüge aus Mais bisherigen Erfolgen.

Bereits heute beschäftigt das StartUp sieben Mitarbeiter. Das Unternehmen lies Bürocontainer in Laborcontainer umbauen. Diese haben ihren Platz im Technologiepark Braunschweig gefunden. Ein StartUp, wie es im Buche steht. Von der Garage – oder in dem Fall aus dem Container – in die Welt. Keine unrealistische Vision, denn das Unternehmen hat noch viel vor…

Wer sich hinter JPM Silicon verbirgt

Jan Phillip Mai (mitte, graue Jacke) und sein Team
Jan Philipp Mai (mitte, graue Jacke) und sein Team, zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!

Schon zu Schulzeiten hat sich Jan Philipp Mai für Photovoltaik interessiert: „Ich habe mich gefragt, wie das eigentlich funktioniert, welche Materialien man hierfür braucht und wie diese hergestellt werden.“

Der Schüler untersuchte 2001 – ausgehend von seinem Interesse an Erneuerbaren Energien – Silizium. Er beschäftigte sich 2002 und 2003 in „Jugend forscht„-Projekten mit Silizium und der Photovoltaik, startete 2005 erste Versuche mit einer Mikrowelle, fand Unterstützer aus der Wirtschaft, die ihn ermutigten in Braunschweig zu studieren und parallel das Silizium-Projekt weiter voran zu treiben. Es entstand ein konkretes Produktionsverfahren für Solarsilizium, das Ressourcen schont und dadurch günstiger produzieren kann als klassische Verfahren.

Der heute 25-Jährige konnte auch an der Universität eine Professor von seinem Hochtemperaturofen zur Silizium-Produktion überzeugen, ihn als Doktorvater gewinnen. „Die Doktorarbeit entsteht aus dem Unternehmen heraus“, erklärt Jan Philipp Mai. Das Unternehmen JPM Silicon hat der Jungunternehmer bereits 2010 – ein Jahr vor seinem universitären Abschluss – gegründet.

In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Thermodynamik der TU Braunschweig wurde die Technologie vorangetrieben. Dank einer Unterstützung aus Wissenschaft und Industrie konnte er seine Technologie 2007 patentieren lassen. 2012 konnte die Firma aus dem Institut für Thermodynamik in den Technologiepark umziehen.

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Mai konnte bereits verschiedene Investoren und Jury´s von sich überzeugen. Die Deutsch Bundesstiftung Umwelt förderte ihn als erstes. Eine aktuelle Anschubfinanzierung in Höhe von 1,35 Millionen Euro durch mehrere Beteiligungen soll JPM Silicon helfen, die nächsten Schritte zur Verwirklichung der Unternehmensziele zu gehen. Welche das sind, folgt später.

Liebe Leserinnen und Leser – in jeder Woche wird ein spannendes CleanTech-StartUp  vorgestellt. StartUps können sich mit einer Mail an startups@cleanthinking.de bei der CleanThinking-Redaktion bewerben. Wir freuen uns über Hinweise und Empfehlungen und sind gespannt, was die CleanTech-Welt bewegt!

Lesen Sie hier den zweiten Teil des StartUp-Porträts:

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