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emco und die Elektroroller: Cleantech-Startup der Woche 9 – 2013

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Nach einer kurzen Unterbrechung  unserer Kategorie meldet sich die CleanThinking.de-Redaktion mit einem neuen Cleantech-Startup der Woche mit emco Elektroroller zurück. Dabei geht es um Frühlingsgefühle und  Fahrtwind, denn zumindest kalendarisch und meteorologisch betrachtet, hat der Frühling bereits begonnen. Auch wenn er in der Praxis weiterhin in den Startlöchern fest zu stecken scheint, wollen wir mit unserem Cleantech-Startup der Woche Frühlingsgefühle verbreiten.

Fakt ist: Mit steigenden Temperaturen wird auch die Anzahl der Zweiräder steigen, die auf den Straßen unterwegs sind. Dank der Weiterentwicklung von Motorentechnik und die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Akkus mit hoher Effektivität kommen immer mehr Fahrzeuge mit dem lautlosen Elektroantrieb zum Einsatz. Unser StartUp der Woche ist bereits nach einer kurzen Zeit Marktführer im Bereich Elektroroller in Deutschland geworden und zudem in weiteren europäischen Ländern vertreten.

Schätzungen gehen davon aus, dass auf Chinas Straßen bereits 120 Millionen Elektroroller unterwegs sind. Für Deutschland liegen keine konkreten Zahlen der zugelassenen E-Roller vor. Was jedoch das Land China mit dem CleanTech-StartUp der Woche verbindet, zeigt das folgende Portrait…

Auszeichnung StartUp der Woche emco Elektrorolleremco Elektroroller: Fakten zum Startup der Woche

Die emco elektroroller GmbH sitzt im emsländischen Lingen (Ems) und vertreibt von dort aus elektrisch betriebene Roller samt Zubehör. Gegründet wurde das Unternehmen im April 2010 von Harald Müller. Bereits ein halbes Jahr später – im September – konnte ein Service-Center eröffnet und die ersten Modelle präsentiert werden. Heute hat emco sechs verschiedene Roller unterschiedlicher (Preis-) Klassen im Angebot. Eine Besonderheit: Das junge Unternehmen hat nicht nur Elektroroller, sondern auch Ladesäulen und weiteres Zubehör im Angebot.

Zunächst konzentrierte sich das Cleantech-Startup emco Elektroroller auf den regionalen Absatzmarkt rund um das Emsland. Schnell konnte das Elektromobilitäts-Unternehmen jedoch bundesweit 350 Händler für die Elektroroller  gewinnen und erweiterte den Vertrieb damit deutlich. Das junge StartUp konnte sich so zum größten Anbieter von Elektrorollern in Deutschland entwickeln. Doch auch weitere Märkte werden bespielt. Wie das Unternehmen mitteilte, sind besonders die Niederlande ein wichtiger Absatzmarkt, in dem im nächsten Monat die Marktführerschaft erreicht werden wird. Auch in Italien und in der Türkei ist emco bereits präsent.

„Mit modernem Design und ausgereifter Technik bietet emco – Elektromobiliät mit Zukunft“, so ist es auf der emco-Website zu lesen. Eine Kombination, die auf eine positive Resonanz der Käufer stößt.

Wer sich hinter emco verbirgt

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Jan Peter Jörn

Wie erwähnt wurde das Unternehmen von Harald Müller gegründet. Bei einem Aufenthalt in China fielen ihm die dort bereits etablierten, äußerst leisen Elektroroller auf. Die Begeisterung für diese Zweiräder brachte er mit nach Deutschland. Er recherchierte und überzeugte sich schließlich im Selbsttest von den Vorteilen eines Elektrorollers. Das Ergebnis: Die Gründung der emco elektroroller GmbH als Tochter der Erwin Müller Gruppe Lingen.

Der heutige Geschäftsführer Jan Peter Jörn (Foto links) ist überzeugt, dass emco auf einem Markt agiert, der in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird: „Mit unseren Modellen treten wir ja bereits heute den Beweis an, dass elektrische Antriebe alltagstauglich und nicht nur umweltschonender und wartungsärmer sind, sondern auf Dauer auch günstiger als herkömmliche Fahrzeuge. Gerade in urbanen Zonen sind Elektroroller das ideale Fortbewegungsmittel.“ Dass diese Prognose keineswegs realitätsfern ist, zeigen bereits aktuelle Entwicklungen der Absatzzahlen der emco GmbH. Aufgrund der hohen Spritpreise steigen immer mehr Zweiradfahrer vom klassischen Verbrennungsmotor auf einen sauberen Elektroantrieb um.

Die emco Elektroroller

Beispielmodelle

Sechs verschiedene Modelle in unterschiedlichen Preisklassen werden von der emco elektroroller GmbH vertrieben. Das StartUp legt Wert auf Qualität und Sicherheit. Um dies den Kunden zu kommunizieren, gibt emco zwei Jahre Gewährleistung auf alle Roller und deren Batterien.

Das Totschlags-Argument: Die „Tankfüllung“ für einen emco Elektrorollers kostet nur etwa einen Euro! Um den „Tank“ wieder zu befüllen werden etwa zwei Kilowattstunden Strom und eine Zeitdauer zwischen zwei und drei Stunden benötigt. Die Reichweite der emco Elektroroller pro Ladung beträgt bis zu 100 Kilometern. Da 80 Prozent der Strecken, die wir pro Tag im auf deutschen Straßen zurücklegen, kürzer als 15 Kilometer sind, sollte dies ausreichend sein. Die Lithium-Ionen-Batterien der Roller können den Fahrer insgesamt eine Strecke von ca. 80.000 Kilometern zurücklegen lassen. Das entspricht einer doppelten Umrundung der Erde. Die von emco verwendeten High-Tech-Lithium-Ionen- und Blei-Gel Akkus können problemlos an jeder 230 Volt-Steckdose aufgeladen werden.  Zudem ist kein Öl notwendig, um den Motor zu schmieren.

„Mit unserer Produktpalette stellen wir uns bewusst breit auf, so wie kein anderer Anbieter übrigens, weil die Bedürfnisse der Verbraucher unterschiedlich sind“, erklärt Jörn als Geschäftsführer der emco elektroroller GmbH, „So haben wir allein bei den Maximal-Geschwindigkeiten von der 20 km/h-Variante bis zum Speedroller mit Tempo 82 eine enorme Auswahl. Damit tragen wir auch den Anforderungen der unterschiedlichen Märkte in Europa Rechnung.“

Das Angebot reicht vom Stadtflitzer wie dem emco NOVI mit 20 oder 45 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit bis zum emco NOVUM 77 der bis zu 82 Kilometer pro Stunde erreicht. Mit dem von emco angebotenen Mofakit lassen sich zudem die Modelle, die in der Regel Tempo 45 erreichen, ganz einfach auf 25 Kilometer pro Stunde drosseln. Das Design der Elektroroller reicht von klassisch über sportlich und dynamisch bis hin zur Retro-Optik (Auflistung der Modelle).

Das StartUp der Woche möchte jedoch nicht nur optisch ansprechende Elektroroller für den Alltag anbieten. Das Unternehmen setzt einen besonderen Fokus auf Sicherheit und Service.

Auch Service und Sicherheit im Fokus

E-Tankstelle

emco lässt ihre Elektroroller in einem chinesischen Werk auf eigenen Produktionsbändern fertigen. Anders verhält es sich mit den Ladesäulen von emco. Diese werden  im eigenen Werk in Lingen hergestellt. Die praktischen und einfach zu bedienende Stromtankstellen können unabhängig vom Stromanbieter bestellt und individuell konfiguriert werden.

Damit unterstützt emco den Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Mit dem so genannten Work & Charge Konzept bindet emco gezielt Unternehmen in den Aufbau der Infrastruktur ein: Firmenmitarbeitern wird die Möglichkeit geboten, emco Elektroroller zu besonderen Konditionen beim Service-Partner vor Ort zu erwerben. Gleichzeitig stellt das Unternehmen E-Tankstellen bereit, an denen die Mitarbeiter während Ihrer

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Arbeitszeit den Elektroroller aufladen können. Die Ladesäule ist nutzbar für Pedelec, E-Bike, E-Roller und Elektroautos und kann in verschiedenen Variationen mit variablen Steckdosen geliefert werden. In der Wahl des Stromanbieters ist das Unternehmen völlig frei. Auf Wunsch kann ein eigenes Abrechnungssystem installiert werden.

Eine weitere Entwicklung aus dem Hause emco ist ein Wechselakku-Doppelpack. Da das deutschlandweite Ladesäulennetz für Elektrofahrzeuge noch erhebliche Lücken aufweist hat das StartUp diese Lösung entwickelt. Sie soll den Kunden unabhängiger machen. Mit dem mitführbaren Wechselakku verdoppelt sich beispielsweise bei dem Modell emco NOVI ganz automatisch die Reichweite von 50 auf 100 Kilometer.

Weitere Zubehörteile runden das Serviceangebot ab. Besonders interessant sind auch Zubehörteile, mit deren Hilfe sich die Elektroroller in Liefer- bzw. kleine Transportfahrzeuge umwandeln lassen. Verhandlungen mit bekannten Lieferdiensten laufen bereits. Mehr Informationen möchte emco jedoch noch nicht verraten.

Das StartUp der Woche möchte mit außergewöhnlichen Aktionen auf die Elektroroller aufmerksam machen. So wurden unter dem Titel „emco superHEROES“ zwei 23-Jährige auf Elektrorollern durch ganz Deutschland geschickt. Der Roadtrip führte die beiden jungen Männer quer durch das Land. Ihre Erfahrungen wurden in täglichen Reiseberichten auf Facebook veröffentlicht. Insgesamt wurden über 2.300 Kilometer in zwei Wochen auf dem Modell emco NOVI zurück gelegt. Ziel war es, zu beweisen, wie alltagstauglich und leistungsstark ein Elektroroller sein kann.

In einem anderen Test bewies ein emco Elektroroller Kraft: Im Rahmen einer Rallye in den Bergen von Alpe d’Huez (Frankreich) schaffte ein Roller 17 Prozent Steigung und überquerte die Alpen. Eine ambitionierte Leistung.

Auch das Umsatzziel des Unternehmens ist ambitioniert: Die Umsätze sollen von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Weiterhin soll das Angebot ausgebaut, neue Zielgruppen angesprochen und die Marktdurchdringung weiter ausgeweitet werden. „Wir wissen, dass wir mit unseren Elektrorollern auf dem richtigen Weg sind und machen uns dafür stark, dass sich Elektromobilität generell in Deutschland noch mehr durchsetzt und die Vorzüge in den Köpfen nicht nur der Endverbraucher besser ankommen“, erklärt Jörn. Das Erreichen dieses Ziel hätte nicht nur Auswirkungen auf die emco elektroroller GmbH, sondern könnte die ganze Branche der nachhaltigen Mobilität vorantreiben.

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