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Geothermie News: Daimler nutzt oberflächennahe Erdwärme für Heizung und Kühlung

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Blick auf das Herz der neuen Geothermie-Anlage im Mercedes-Benz Werk Rastatt: zwei Wärmepumpen vom Typ Quantum B150. (Foto: Daimler AG)
Blick auf das Herz der neuen Geothermie-Anlage im Mercedes-Benz Werk Rastatt: zwei Wärmepumpen vom Typ Quantum B150. (Foto: Daimler AG)

Die effiziente Nutzung von Wärme und Kälte in der Industrie ist aus unserer Sicht ein ganz wichtiger Bestandteil des „Clean Thinking“, da Ressourcen geschont und damit die Umwelt im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit geschont werden kann. Im Mercedes-Benz-Werk in Rastatt bei Karlsruhe werden jetzt durch intelligenten Einsatz oberflächennaher Geothermie rund fünf Millionen Kilowattstunden Energie gespart. Der Grund: Daimler nutzt über eine Anlage Grundwasser zur Heizung und Kühlung einer neu errichteten Rohbauhalle. Dank des Einsatzes der natürlichen Erdwärme können 800 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen jährlich vermieden werden. Die elf Brunnen hatten eine Bauzeit von zehn Monaten.

Daimler geht neue Wege: Während die Planungen für die neue A- und B-Klasse, die ab Ende 2011 im Werk Rastatt produziert werden sollen, auf Hochtouren laufen, investiert der Autokonzern rund 600 Millionen Euro in die Modernisierung des Werkes. So entsteht beispielsweise eine neue Produktionshalle für den Karosseriebau. Kernstück des Neubaus ist ein besonderes Energiekonzept, das neben Abwärme aus dem Produktionsprozess auch die oberflächennahe Geothermie nutzt.

Hintergrund oberflächennahe Geothermie: Oberflächennahe Geothermie ist eine erneuerbare Energie. Bei der Nutzung von Erdwärme dient das Grundwasser als Energiequelle. Selbst an kältesten Tagen beträgt die Temperatur des Grundwassers ca. 12° C. Die Förderung des Wassers zur Wärmepumpe erfolgt über die sogenannten Entnahmebrunnen. Zum Heizen entzieht die Wärmepumpe dem Grundwasser Energie, zum Kühlen wird dem Grundwasser Energie zugeführt. Das Wasser wird dem Erdreich anschließend über die Schluckbrunnen wieder zugeleitet.

Baubeginn dieser Anlage war bereits im Herbst 2008: Voraus ging eine geologische Erkundung des Geländes, die schlussendlich positiv ausfiel. Notwendig waren außerdem die Suche nach dem perfekten Standort einerseits und die wasserrechtliche Erlaubnis andererseits. Beide Voraussetzungen sind seit einigen Monaten erfüllt. Inzwischen konnte die Geothermie-Anlage erfolgreich in Betrieb genommen werden.

Grundwasser kehrt ohne Verunreinigung in Kreislauf zurück

In den vergangenen zehn Monaten wurden zum vollständigen Aufbau der neuen Geothermie-Anlage elf Brunnen erstellt, 2.600 Meter Rohrleitungen in der Erde verlegt, zwei hochmoderne Wärmepumpen errichtet sowie eine Zentrale mit einer Schalt- und Steuerungsanlage in Betrieb genommen. Mit dieser eingesetzten Technik ist eine jährliche Entnahme von 800.000 Kubikmeter Grundwasser möglich. Dieses Grundwasser wird nach der thermischen Nutzung zur Temperierung der Rohbauhalle wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt – und zwar ohne jede Verunreinigung. Die Temperatur des genutzten und wieder zurück gegebenen Wassers liegt in einem behördlich vorgegebenen Fenster von 6 bis 20 Grad Celsius.

Im Spätsommer 2010 wurden nach und nach einzelne Komponenten der Geothermie-Anlage einem Testlauf unterzogen, um das technische Zusammenspiel und die verschiedenen Betriebszustände zu prüfen. Mittlerweile ist die Leistungsfähigkeit und fehlerlose Funktion des gesamten Systems erprobt und abgesichert, so dass die neue Geothermie-Anlage ihren regulären Betrieb aufnehmen kann.

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1 Kommentar
  1. Gutmann sagt

    Wer sich emotionslos und hervorragend recherchiert über das Thema Erdwärme in Deutschland informieren möchte empfehle ich das Buch „Erdwärme – Perspektiven und Potentiale“ von Jürgen Gutmann. Zur Zeit supergünsig als Ebook erhältlich unter http://www.xinxii.com/erdwaerme-p-323718.html

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