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Das emissionsfreie Elektroauto: 3Sat deckt Fehlentwicklungen auf

Das emissionsfreie Elektroauto ist leider nur eine Mär, so ein Bericht von 3Sat. Können Fehlentwicklungen gestoppt werde?

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Das Elektroauto im Speziellen und Elektromobilität im Allgemeinen ist – bei richtiger und konsequenter Umsetzung – ein ganz elementarer Bestandteil der Mobilitätswende. Diese hat vor allem zum Ziel, den CO2-Ausstoß des Verkehrssektors nachhaltig zu reduzieren. Doch ein Bericht von 3Sat nano zeigt jetzt: Das Warten auf’s emissionsfreie Elektroauto und die Erwartung sinkender CO2-Ausstöße durch Elektromobilität sind realitätsfremd – zumindest, wenn aktuelle Fehlentwicklungen nicht gestoppt werden.

Die Sache mit den Fehlentwicklungen beginnt in Brüssel und Berlin. Dort haben die politischen Kräfte zusammen mit manchem Lobbyist von Auto- und Energieindustrie die Elektromobilität als Allheilmittel für den Klimaschutz ausgerufen. Ganz egal, wie schwer ein Elektroauto ist und welchen Energiemix es tatsächlich tankt: Aus rechtlicher Sicht ist selbst ein fast 3,5 Tonnen schwerer Elektro-SUV ein emissionsfreies Elektroauto. Wird von den Autokonzernen ein „emissionsfreier“ Elektro-SUV verkauft, kann der gleiche Konzern gleichzeitig sechs Verbrenner-SUVs verkaufen, ohne seine Flotten-Emissionsziele zu verletzen.

Die Meldungen, in denen ausländische und deutsche Autokonzerne verkünden, Milliarden in Elektromobilität investieren zu wollen, reißen nicht ab. Daimler. Porsche, Toyota oder Ford: Sie alle setzen darauf, einen Teil ihrer Flotten mit Elektroantrieben auszurüsten. Doch während ein Volvo beispielsweise zu 100 Prozent auf Elektroautos umsteigen wird, regt sich bei manch anderem Autobauer der Verdacht, dass nur vordergründig der Anschein des Umsteigens erweckt werden soll – um exakt genug Fahrzeuge zu verkaufen, die Strafzahlungen wegen des Bruchs der Flotten-Emissionsziele zu verhindern.

Das emissionsfreie Elektroauto wird ausgebremst

Der Beitrag von 3Sat zeigt: Das emissionsfreie Elektroauto ist Wunschdenken. Aber: Setzt man die Vorteile der Elektromobilität gezielt und sinnvoll ein, kann man dem Traum selbst bei Betrachtung eines langen Lebenszyklus recht nahe kommen. Allerdings verlangt dies, dass Batterie-Technologien etwa in Elektrobussen verbaut werden, die auch Wintermonate durchstehen und eine Reichweite von 170.000 Kilometern haben, wie es ein Hersteller verspricht. Und es ist auch notwendig, eher auf den Nissan Leaf oder den Renault Zoe als echte Elektroauto-Alternative zu schauen als auf Luxuskarossen wie das Tesla Model S. Denn hier ist die Umweltbilanz durchaus fragwürdig.

LINK: Falsch gedacht: Wie zukunftsweisend und schadstoffarm ist der Elektro-Antrieb?

Zwar gibt es einen Trend zu kleineren Elektroautos für die Städte wie das Elektrofahrzeug des Startups Sion oder von anderen jungen Unternehmen. Allerdings neigen die großen Hersteller dazu, an einmal geweckten Bedürfnissen nach großen SUVs oder gar kleinen Trucks festzuhalten. Das ist eine Fehlentwicklung – sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektromotor. Insbesondere die deutschen Autobauer müssen dazu verpflichtet werden, nicht nur rechnerisch Flotten-Emissionswerte einzuhalten, sondern insgesamt kleinere Fahrzeuge zu verkaufen.

Solange Fehlanreize und Fehlentwicklungen das emissionsfreie Elektroauto ausbremsen, wird die Mobilitätswende nicht signifikant zum Klimaschutz beitragen. Allerdings lohnt es sich, für einen Stopp der Fehlentwicklungen zu kämpfen. Die Mobilitätswende wird dann gelingen, wenn innovative Konzepte und Technologieoffenheit in den Mittelpunkt gestellt werden. Ohne synthetische Kraftstoffe, die Brennstoffzelle auch im mobilen Einsatz und intermodale Konzepte wird sie allerdings nicht gelingen.

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