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DBFZ eröffnet neue Forschungsbiogasanlage

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Der erste Bürgermeister der Stadt Leipzig, Andreas Müller, Daniel Mayer, Prof. Dr. mont. Michael Nelles, Bundesministerin Ilse Aigner und Dr. Fritz Jaeckel (Sächsisches Staatsministerium) bei der offiziellen Einweihung der Forschungsbiogasanlage (v.l.n.r)

Cleantech, Energiewende News / Leipzig. Nach knapp einem Jahr Bauzeit hat Bundesministerin Ilse Aigner vergangene Woche die neue Forschungsbiogasanlage am DBFZ in Leipzig in Betrieb genommen. „Biogas ist ein Multitalent und leistet als zentraler Baustein der Energiewende einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, ist es wichtig, dass wir dran bleiben und weiter nach Verbesserungen forschen“, sagte Aigner. Die Wissenschaftler können mit der neuen Anlage Versuche, die sie bisher nur im Labor durchführen konnten, auch in der Praxis testen. Die Anlage wurde dabei individuell für die Forscher des DBFZ konzipiert. Die Kosten der Anlage belaufen sich auf rund 3,6 Mio Euro. Dabei wurden 2.7 Mio. Euro aus Bundesmitteln des Konjunkturpakets II und 800.000 Euro durch den Freistaat Sachsen finanziert.

Die Konzeption der Forschungsbiogasanlage sieht zwei unabhängige Anlagenstränge mit identischer Kapazität vor, die prinzipiell ein- und zweistufig, mit optionaler Hydrolyse, betrieben werden können. Der erste Anlagenstrang wird als Nassfermentation mit einem Hauptfermenter in Form eines stehenden Rührkessels mit Zentralrührwerk ausgeführt. Der zweite Anlagenstrang kann wahlweise mit einem baugleichen Hauptfermenter oder einem Pfropfenstromfermenter betrieben werden. Ein Nachgärer mit Gasspeicherdach sammelt die Gärreste aus beiden Strängen und leitet diese an das Gärrestlager weiter. Insgesamt beträgt das Fermentationsvolumen knapp 900m³, verteilt auf sechs gasdichte Behälter und einen Lagerbehälter mit einem zusätzlichen Volumen von 180m³. Die Verwertung des Biogases erfolgt über ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung 75 kWel. Überschüssige Strom- und Wärmemengen können in das Netz des DBFZ abgegeben werden.

Für die Substratversorgung können Silagen auf dem Gelände der Anlage eingelagert werden. Als Einsatzstoffe kommen nachwachsende Rohstoffe, landwirtschaftliche Reststoffe und tierische Exkremente in einer Größenordnung von insgesamt bis zu 2.000 t pro Jahr in Betracht. Besonderes Augenmerk wurde auf eine flexible Konfiguration der Anlage gelegt, erreicht wird dies durch ein komplexes Rohrleitungsnetz, welches nahezu beliebige Fermenterkombinationen zulässt. Zur exakten Bestimmung der Gasproduktionsmengen werden die Fermenter mit festen Behälterdächern ausgestattet, Entnahmestellen am Rohrleitungssystem und an der Gaserfassung ermöglichen die Probenahme und den Einbau von Messgeräten. Grundsätzlich ermöglicht die Anlage auch die spätere Installation einer Aufbereitungsanlage zur Bereitstellung von Biomethan im kleinen Leistungsbereich bis etwa 50 Nm3 pro Stunde.

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