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Entelios: Demand Response Aggregator für Europa

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Entelios Demand ResponseEs ist keine neue Erkenntnis: Das Stromnetz in Deutschland ist schon jetzt immer wieder am Rande der eigenen Leistungsfähigkeit, weil Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne bevorzugt eingespeist wird und Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt aus technischen Gründen immer in Einklang bei 50 Hertz stehen müssen. In den USA, dort ist das Stromnetz wesentlich störanfälliger als in Europa, hat sich in den vergangenen Jahren eine Lösung abgezeichnet, die verschiedene Start-Ups wie Comverge, EnerNoc, Akuacom, Site Controls (übernommen von Siemens) oder Sequentric intensiv vorantreiben: Demand Response lautet das Zauberwort. Dabei geht es im Kern um intelligente Lastverschiebungen – die einerseits nicht vorhersehbare kurzfristige Schwankungen im Netz ausgleichen und andererseits vorhersehbare Lastspitzen clever verlagern sollen. In Europa stellte kürzlich die Entelios AG ihre Demand Response-Lösung auf der Cisco-Expo in Berlin vor: Das junge Unternehmen will Demand Response nach Europa bringen.

Mit ihrer Technologie will die Münchner Entelios AG gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sozusagen. Denn das Cleantech-Unternehmen will die Grundlage dafür legen, Erneuerbare Energien erfolgreich ins Stromnetz einzubinden, damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren und gleichzeitig Elektromobilität in großem Maßstab realisierbar zu machen. Denn zu den eingangs erwähnten Problematiken rund um die Erneuerbaren Energien, kommt mit der Elektromobilität eine weitere Schwierigkeit dazu: Was tun, wenn viele Elektroauto-Nutzer um 17 Uhr nach Hause kommen und gleichzeitig ihr Elektroauto aufladen wollen?

Der Demand Response Aggregator Entelios baut derzeit ein innovatives Network Operations Center auf, um industrielle und gewerbliche Energiekunden zu aggregieren. D.h. Entelios schließt Verträge, etwa mit Brauereien, und legt darin fest, welche Einzelverbraucher zu welchen Konditionen abgeschaltet werden dürfen – so sind beispielsweise einzelne Pumpen in Brauereien nicht dauerhaft nötig und können bei Anforderungen des Stromnetzes kurzfristig abgeschaltet werden. Weitere Verbraucher sind beispielsweise Belüftungsanlagen oder die Beleuchtung in Fabriken und Bürogebäuden.

Diese Einzelverbraucher aggregiert Entelios zu einer Art „negativem virtuellen Kraftwerk“ – wenn zu wenig Windstrom erzeugt wird, wird eben nicht noch ein teures Gaskraftwerk zusätzlich hochgefahren, sondern es werden intelligent genügend Verbraucher abgeschaltet, um das Stromnetz wieder in Einklang zu bringen. Andererseits können Lasten, die vorhersehbar sind – etwa immense Belastungen des Stromnetzes bei großer Hitze an Werktagen – so verschoben werden, dass Lastspitzen abgemildert werden. Teure und schmutzige Kraftwerke können durch die intelligente Netzsteuerung letztlich abgeschaltet werden. Dabei nutzt Entelios das Smart Grid ebenso wie herkömmliche Anwendungen aus der IT-Branche.

Entelios ist 2010 mit Niederlassungen in München und Berlin gegründet worden. Oliver Stahl (CEO), Thomas Schulz (COO) und Stephan Lindner (CTO) führen das operative und strategische Geschäft des jungen Unternehmens.

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