Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Deutscher Zukunftspreis 2010: Finalist Unisensor im Porträt

0 42

Unisensor_Sensorsysteme_TeamProzesse effizienter machen und dadurch Ressourcen sinnvoll zu schonen – das hat sich die Unisensor Sensorsysteme GmbH zum Ziel gesetzt. Und: Mit der Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis 2010, der am 1. Dezember vergeben wird, könnte dem Unternehmen ein bedeutender Sprung zum Durchbruch der eigenen Ideen und Technologien gelingen. Kernprodukt von Unisensor Sensorsysteme GmbH ist das Produkt, das auf den Namen Powersort 200 hört: Prof. Dr. Gunther Krieg, Dirk Fey und Jürgen Bohleber stellen der Industrie mit dem Produkt eine einzigartige Technologie zur Verfügung, die auf dem Gebiet der Stoffsortierung und beim Wiederverwerten von Rohstoffen ganz neue Perspektiven eröffnet.

Kunststoff ist heute allgegenwärtig, als PET-Flasche, als Gehäuse elektronischer und anderer Geräte, im Innenbereich von Fahrzeugen, als Lebensmittelverpackung und in vielen sonstigen Bereichen. PET entsteht aus Öl oder Erdgas, also wertvollen Ressourcen. Für ein kg Polyethylenterephtalat (PET) sind 1,9 kg Rohöl und reichlich Energie in der Produktion nötig. Doch die Ressourcen sind begrenzt, und was liegt näher, als Kunststoffe fachgerecht zu recyceln? Auf diese Weise steigt die Ressourceneffizienz und Müllberge lassen sich vermeiden. Und auch die ökonomische Perspektive sollte nicht unterschätzt werden: Denn schließlich können mit hochwertig recyceltem Kunststoff auch höhere Margen erzielt werden.

Problematisch ist die saubere Trennung der einzelnen Materialien. Mit visuellen, kamerabasierten oder anderen herkömmlichen Methoden lassen sich viele beim Recycling unerwünschte Fremdstoffe nicht oder nur eingeschränkt identifizieren, denn häufig sind sie weder farblich noch über andere gängige Parameter unterscheidbar. Auch geringe Partikelgrößen stellen herkömmliche Sortiersysteme oft vor Probleme. Verbleibt ein zu hoher Fremdstoffanteil im recycelten Material, gilt dieses als minderwertig und kann nur eingeschränkt weiterverwendet werden.

Hochgeschwindigkeits-Laserspektroskopie mit Powersort 200

Powersort 200 setzt dort an, wo visuelle oder andere etablierte Systeme und Detektionsverfahren an ihre Grenzen stoßen. Das System nutzt ein auf Hochgeschwindigkeits-Laserspektroskopie basierendes, hocheffizientes und genaues Detektionsverfahren: Es identifiziert das Gutmaterial in einem Kunststoff-Flake- oder Granulatstrom anhand seines spezifischen optoelektronischen Spektrums und trennt es in nur einem Verfahrensschritt von diversen Fremd- und Störstoffen.

Powersort 200 detektiert die Fremdstoffe, trennt sie vom Gutstrom und sorgt so für eine hohe Qualität des Recyclats bis hin zur Lebensmitteltauglichkeit. Herkömmliche Detektionssysteme scheitern an dieser Aufgabe, denn transparentes und mit PVC, Nylon oder anderen Soffen kontaminiertes PET lässt sich insbesondere im zerkleinerten Zustand visuell nicht oder nur schwer von reinem PET unterscheiden. Erst in der weiteren Verarbeitung und dabei insbesondere unter Einfluss von hohen Temperaturen werden diese Fremdstoffe durch Verfärbungen im Endprodukt sichtbar.

Schwer zu erkennen sind zum Beispiel auch braune Holz- und Leimreste in braunem PET. Mit Powersort 200 hingegen können die unterschiedlichen Stoffe über ihr spezifisches Spektrum, den physikalischen Fingerabdruck, sauber detektiert und ausgeleitet werden. Die Methode greift auch bei der Fraktionierung schwarzer Kunststoffgemische.

Nach der erfolgreichen Markteinführung im Jahr 2008 wird das Powersort-System heute weltweit von führenden Recyclern eingesetzt. Eines dieser Unternehmen ist NURRC in Spartanburg, USA, das unter Einsatz von Powersort 200 bis zu 50.000 Jahrestonnen recyceltes, lebensmitteltaugliches PET produziert. Nach eigenen Angaben werden allein durch die Anlage in Spartanburg die weltweiten CO2-Emissionen um 100.000 Tonnen reduziert. Um dem zu entsprechen, müsste man 215.000 Autos von der Straße verbannen.

Herausforderung Elektronikschrott

Eine große Herausforderung für die nahe Zukunft ist das Recycling von zerkleinerten Kunststoffabfällen aus Elektronikschrott, zum Beispiel aus Gehäusen von Computern, TV-Geräten oder Haushaltsgeräten. Allein in Deutschland fallen jährlich einige 100.000 Tonnen bei der Verwertung von Elektronik-Altgeräten an. Bisher wird ein Großteil dieser Kunststoffabfälle lediglich thermisch behandelt oder nach Asien exportiert, wo aus den Abfällen unter öko- und humantoxikologisch fragwürdigen Bedingungen minderwertige Kunststoffrecyclate hergestellt werden.

Für ein wertorientiertes Recycling müssen die verschiedenen Polymersorten identifiziert und getrennt werden. Außerdem ist es erforderlich, schadstoffhaltige Altkunststoffe abzutrennen, die beispielsweise giftige Flammschutzhemmer enthalten und nicht mehr verwendet werden dürfen. Durch Trennung mittels Laser-Spektroskopie kann Elektronikschrott künftig wieder in neuen Elektrogeräten eingesetzt werden. Abfall wird so zur Ressource.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More