Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Die Stadtwerke Rödental machen aus Trinkwasser Strom

0

Cleantech, Energiewende News / Mahnberg. Wasserkraftwerke an Flüssen und Stauseen sind weit verbreitet. Doch die Energie von Wasser kann auch von einem Trinkwasserversorger genutzt werden, wie jetzt die Stadtwerke Rödental beweisen wollen. Ein Anlage im Hochbehälter Mahnberg soll Strom für bis zu 25 Haushalte liefern. Nach den aktuellen Planungen wird das kleine Wasserkraftwerk im Frühjahr 2013 in Betrieb gehen. Der Hochbehälter Mahnberg liegt 375 Meter über dem Meeresspiegel und bezieht sein Wasser aus der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) im Mönchrödener Forst, die sich 460 Meter über NN befindet. Pro Tag fließen rund 1,5 Millionen Liter Wasser von der TWA in den Hochbehälter. Diese Fallhöhe und die relativ große Durchflussmenge schaffen gute Bedingungen für die energetische Nutzung.

Stadtwerke Rödental
Die Stadtwerke Rödental machen aus Trinkwasser Strom.

Der Standort der Wasserkraftanlage wird so gewählt, dass der Höhenunterschied zwischen Hochbehälter und TWA möglichst komplett zum Tragen kommt. Die Technik unterscheidet sich nicht von der üblicher Laufwasserkraftwerke. Künftig bringt das Nass vor seiner Ankunft im Hochbehälter ein Laufrad in Schwung, das über eine Turbinenwelle den Generator der Wasserkraftanlage antreibt. Bei einer Leistung von 20 Kilowatt erwarten die Stadtwerke eine jährliche Stromproduktion von ca. 80.000 Kilowattstunden, was in etwa dem Bedarf von 25 Vier-Personen-Haushalten entspricht.

Eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz wird nicht in Anspruch genommen und der Wasserkraft-Strom soll über ein eigenes Produkt verkauft werden. Mit dem neuen Kraftwerk tragen die Stadtwerke nicht nur dazu bei, Ressourcen zu schonen und das Klima zu entlasten. Die Anlage ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Anders als etwa Windkraft- oder Photovoltaikanlagen kann die Wasserkraftanlage unabhängig von den Wetterverhältnissen Strom erzeugen – und das jeden Tag zwölf Stunden lang, denn das Trinkwasser aus der TWA fließt ohne Unterbrechung in den Hochbehälter. Die neue Wasserkraftanlage ist somit grundlastfähig. Die Anlage könne im Stromnetz ausgleichend wirken, also dann einspeisen, wenn zu wenig Strom vorhanden ist.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.