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E.ON Hanse stattet Passiv-Haus BIQ mit Brennstoffzellenheizgerät aus

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Algenreaktor BIQ
Bioreaktorfassade des Passivhauses BIQ

Cleantech & Gebäude News / Hamburg. Im Jahr 2013 findet die Internationale Bauausstellung in Hamburg statt. In diesem Rahmen wird auch ein Projekt namens „Passiv-Haus BIQ“ vorgestellt, das mit einem Brennstoffzellenheizgerät des Cleantech-Unternehmens Hexis ausgestattet sein wird. Einbauen wird das Brennstoffzellenheizgerät E.ON Hanse. Generell haben Heizgeräte auf Basis von Brennstoffzellen nur sehr geringe Emissionen und arbeiten nahezu geräuschlos. Im Rahmen des Callux-Projektes, das vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert wird, sollen bundesweit bis zu 800 neu installierte mit Erdgas oder Biogas betriebene Brennstoffzellen die Markteinführung dieser umweltschonenden Technologie vorbereiten. Bis 2016 wird der Feldtest dafür noch laufen.

Bioreaktorfassade als Teil eines ganzheitlich regenerativen Energiekonzepts

BIQ ist weltweit das erste Gebäude mit einer Bioreaktorfassade: In Glaselementen werden Mikroalgen gezüchtet, die durch Photosynthese und Solarthermie Biomasse und Wärme produzieren. Die Wärme steht dem Haus als Heizenergie durch Wärmetauscher direkt zur Verfügung, Biomasse wird an anderer Stelle energetisch verwertet. BIQ gehört zu den Modellen der „Smart Material Houses“, mit denen die IBA Hamburg in der Bauausstellung in der Bauausstellung in Wilhelmsburg-Mitte neue und intelligente Baustoffe zeigt, die in Gebäuden und Fassaden verwendet werden.

Das kubische, fünfgeschossiges Passivhaus BIQ nach einem Entwurf von SPLITTERWERK Architekten aus Graz hat zwei unterschiedlich gestaltete Fassaden: Südwest- und Südostfassade des Gebäudes tragen jeweils Glaspaneele, in denen Mikroalgen wachsen. Die vorgeblendeten Bioreaktorfassaden erzeugen die Energie für den Bau, leisten aber auch ihren Beitrag zur Lichtsteuerung und Beschattung des Gebäudes. Durch das regelmäßige Wachstum der Algen ist die Biomasse in ständiger Bewegung und die Fassade verändert ihre Farbe. Im ästhetischen Kontrast zu den Algenfassaden gen Süden stehen Nordwest- und Nordostfassade, eingefasst von einer Putzfassade. Großzügige Loggien mit Ausblick bilden für jede der 15 Wohnungen einen hochwertigen Platz im Freien. Dort können die zukünftigen Bewohner – Familien mit Kindern oder Ehepaare – die Bioreaktorfassade aus der Nähe erleben.

E.ON Hanse baut Brennstoffzellenheizgerät „Galielo 1000 N“ ein

So soll das Passivhaus BIQ aussehen
So soll das Passivhaus BIQ aussehen

E.ON Hanse wird das Brennstoffzellenheizgerät „Galileo 1000 N“ der Firma Hexis in das Passiv-Haus BIQ einbauen. Die Brennstoffzelle von Hexis liefert eine elektrische Leistung von etwa 1 kW und eine thermische von etwa 2,5 kW. Damit können der Strom-Grund- und der gesamte Wärmebedarf eines Einfamilienhauses gedeckt werden. Würden Strom und Wärme getrennt bereitgestellt, beispielsweise durch ein Kraftwerk und einen Heizkessel, würde ein Gesamtwirkungsgrad von etwa 60 Prozent erreicht. Mit dem Hexis-Brennstoffzellengerät ist ein Gesamtwirkungsgrad von etwa 90 Prozent möglich. Das bedeutet, dass 90 Prozent der zugeführten Energie, also des Erd- oder Biogases, von der Brennstoffzelle wiederum in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Das Brennstoffzellenheizgerät erzeugt mittels elektrochemischer Energiewandlung aus Erd- oder Biogas Wasserstoff, der dann in Strom und Wärme umgewandelt und direkt vor Ort im Haus verbraucht wird. Vorher wird der Kohlenstoff aus dem Gas abgespalten und zu CO2 umgewandelt. Genau dieses CO2 dient jetzt als Nahrungsquelle für die Mikroalgen, die in der Bioreaktorfassade des Passiv-Hauses gezüchtet werden. Die Mikroalgen erzeugen durch Photosynthese und Solarthermie Biomasse und Wärme. Diese Biomasse soll wiederum zu Biogas weiterverarbeitet werden.

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E.ON Hanse plant in Kooperation mit E.ON Ruhrgas und im Rahmen des Callux-Projektes den Einbau von bis zu 100 Brennstoffzellen in norddeutschen Haushalten. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro. Eine dieser Brennstoffzellen wird ihren Platz im Passiv-Haus BIQ finden.

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1 Kommentar
  1. AlgaeObserver sagt

    Den Einsatz einer Bioreaktoren-Fassade finde ich klasse. Zum aktuellen Zeitpunkt wird das System mit Sicherheit nicht ökonomisch laufen, aber immerhin ist es ein erster Schritt hin zu innovativen Konzepten mit Mikroalgen. Ich frage mich allerdings, was im Winter mit den Bioreaktoren gemacht wird?

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