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E10-Desaster: ifo-Institut hegt Zweifel an EU-Klimastrategie

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Nach dem Klimagipfel ist vor dem Klimagipfel: Nach dem enttäuschenden Ergebnis des Klimagipfels in Cancún Ende 2010 fordern Ökonomen ein Umdenken in der deutschen und europäischen Klimapolitik. Das Beispiel E10 zeige, dass viele EU-Maßnahmen nicht nur ökonomisch und ökologisch zweifelhaft sind, sondern auch den Bürgern nicht mehr vermittelt werden können, sagte Marcel Thum, Professor an der TU Dresden und Direktor am ifo Institut Dresden. Vor dem Ende 2011 anstehenden Klimagipfel in Südafrika sollten die EU-Staaten ihre teure und zum großen Teil ineffiziente Politik der einseitigen Vorleistungen überdenken und verstärkt eine wirksame Anpassungsstrategie verfolgen.

„Die große Zahl von erfolglosen Anläufen weckt Zweifel daran, dass die deutsche oder europäische Klimapolitik die richtige Strategie verfolgt“, schreiben Lars Feld (Universität Freiburg), Kai A. Konrad (MPI für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen) und Marcel Thum (TU Dresden und ifo Dresden) in einem kürzlich erschienenen Beitrag für den ifo Schnelldienst des ifo Institutes.

Die bisherige deutsche und europäische Klimastrategie ist durch erhebliche (teure) Vorleistungen geprägt. Beispiele sind das EU-weite Handelssystem für CO2-Emissionszertifikate, die erhöhten Steuern und Abgaben auf fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Benzin, die massive Subvention der Energieerzeugung durch Windkraft und Solarenergie, das Energieeffizienz-Gesetz, die EU-Verordnung zur Verminderung der CO2-Emissionen von PKWs oder das Verbot von klassischen Glühlampen.

Diese Vermeidungsstrategie versucht mit diversen Maßnahmen, die globale Erwärmung zu bremsen oder gar zu stoppen.

„Nicht nur ist der Maßnahmenmix ineffizient, er hilft auch nicht nennenswert zur Vermeidung der globalen Erwärmung“, sagt Thum.

Emissionsvermeidung ist ein öffentliches Gut

Die Vermeidungsstrategie hat ein Grundproblem: Wenn Deutschland eine Tonne CO2-Emissionen vermeidet, tragen die Kosten allein die deutschen Bürger. Von der Maßnahme profitieren aber alle Länder, die dann möglicherweise auch noch ihre eigenen Klimaanstrengungen zurückfahren. Emissionsverminderung ist ein öffentliches Gut. Nutznießer und Kostenträger fallen auseinander.

„Daher werden sich nur wenige Nationen in substanziellem Umfang an solchen Maßnahmen beteiligen“, so Thum.

Aus ökonomischer Sicht wirkungsvoller ist die sogenannte Anpassungsstrategie: Sie versucht, die Kosten einer gegebenen Klimaänderung möglichst gering zu halten. Dazu gehört die Anpassung der Landwirtschaft an die veränderten Klimabedingungen, der Schutz gegenüber möglichen Sturmfluten durch Baumaßnahmen oder die Verbesserung der Infrastruktur z.B. zur Sicherung der Wasserversorgung. Anpassungsmaßnahmen haben den Charakter privater Güter:

„Wer durch Küstenschutzmaßnahmen dem höheren Sturmrisiko durch die Klimaerwärmung begegnet, trägt die Kosten und profitiert unmittelbar davon“, so Thum.

Befürworter der EU-Vorreiterstrategie argumentieren, dass angesichts der Anreize zum Trittbrettfahrerverhalten den Industriestaaten eine besondere Verantwortung zufällt. Das gute Vorbild soll die anderen Staaten zum Setzen eigener ehrgeiziger Emissionsziele motivieren und den Weg zu einer internationalen klimapolitischen Vereinbarung ebnen.

Andere Staaten lassen nach bei Emissionsvermeidung

Aus ökonomischer Sicht sind die freiwilligen EU-Beiträge zu internationalen öffentlichen Gütern ohne bindende Zusagen aus dem Rest der Welt wenig effektiv. Einseitige Verpflichtungen auf klimapolitische Ziele führen dazu, dass andere Staaten bei der Emissionsvermeidung nachlassen. Im Gegenteil meinen sie oft, dass sich angesichts der EU-Leistungen eigene Emissionsvermeidungen gar nicht mehr lohnen.

„Sie stellen dann auch noch Leistungen ein, die sie andernfalls erbracht hätten“, so Thum.

So werden die Anstrengungen der EU durch die Rücknahme der Anstrengungen anderer Staaten großenteils aufgewogen. Im Ergebnis hat der europäische Alleingang nur sehr geringe positive Klimawirkungen – und im Extremfall eines vollständigen Verdrängens („Crowding Out“) der Maßnahmen anderer sogar überhaupt keine.

Besser ist die scheinbar egoistische Fokussierung auf die Anpassungsstrategie: Sie kann sogar helfen, CO2-Emissionen global zu vermeiden. Mit einer konsequenten Anpassungsstrategie ist Europa weniger anfällig für die Folgen des Klimawandels.

Der Rest der Welt kann sich dann nicht länger darauf verlassen, dass Europa einen Großteil der Vermeidungsanstrengungen schultert. Dadurch werden andere Länder bei den Klimaverhandlungen unter Druck gesetzt und der Anreiz zu einer gemeinsamen Vermeidungsstrategie steigt.

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% S Kommentare
  1. […] und stattdessen lieber auf wirksame Anpassungsstrategien setzen. Der interessante Bericht ist auf Cleanthinking zu […]

  2. Experte sagt

    Erderwaermung??

    Seit 1995 gibt es LEIDER keine Erderwärmung, seit 2002 wird es ZUNEHMEND kälter.

  3. test sagt

    Schließe mich dem ersten Post an, es ist Zeit dass diese unwissenschaftliche Lüge aus der Welt geschafft wird. Jeder halbwegs seriöser Wissenschaftler weiß dass es purer Unfug ist, konstruiert mit dem einzigen Zweck, uns noch mehr zu schröpfen und die Wirtschaft zu kontrollieren.

  4. […] hier den Beitrag weiterlesen: E10-Desaster: ifo-Institut hegt Zweifel an EU-Klimastrategie … […]

  5. […] alles Mögliche und Unmögliche für den „Klimaschutz“ getan. Auch Windräder, Solaranlagen, Biosprit, Energiesparlampen, vollbiologische Kläranlagen und andere Abzockermodelle sind dafür bestens […]

  6. Zhong sagt

    „…Aus ökonomischer Sicht wirkungsvoller ist die sogenannte Anpassungsstrategie…“

    Ich behaupte, dass die einzig sinnvoll Strategie die Wegwerfstrategie ist. Soll heißen, kippt endlich diese Klimalüge über Bord!

    Das Wetter – für die Schäfchen, die es noch nicht wissen: Klima ist Wetter in einer Region über die letzten 30 Jahre! – wird ohnehin mit HAARP und vergleichbaren Anlagen inzwischen so gemacht, wie man es gerade braucht.

    Dass man dann frech hingeht und sagt, der Klimawandel, der, wenn überhaupt menschengemacht dann von HAARPP „hand made“ ist, sei CO2-bedingt ist und den selbst herbeigeführten Wandel auf Basis von CO2 besteuert ist Betrug, der alles da gewesene in den Schatten stellt.

    Selbst der Zinseszinsgeldsystembetrug der Rothschild-Gang scheint dagegen harmlos.

    Lesen kann bilden! Auch Klimatologen sollten die Hoffnung nicht aufgeben.

    Hier lauert Aufklärung! Aber Achtung, das kann für anfangs für Verwirrung sorgen, da die Wahrheit manchmal unangenehm ist.

    http://lupocattivoblog.wordpress.com/
    http://sklaven-ohne-ketten.blogspot.com/
    http://willkommenimfaschismus.blogspot.com/

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