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Elektrischer Strom aus glühendem Stahl?

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Ob in Stahlwalzwerken, Blockheizkraftwerken oder in Antrieben von Lokomotiven, Schiffen und LKW – jährlich werden allein in Deutschland hunderte Megawatt an industrieller Abwärme wortwörtlich in die Luft gepustet. Das Duisburger Unternehmen O-Flexx Technologies zeigt vom 8. bis 12. April auf der IndustrialGreenTec in Hannover, wie man aus dieser bisher nutzlosen Abwärme Strom gewinnen kann – und das wirtschaftlich.

Logo NeuCleanTech & Effizienz News/ Duisburg. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich O-Flexx Technologies mit der thermoelektrischen Wandlung von Wärme in elektrische Energie. Das bedeutet: Stromerzeugung aus Wärme ohne Umwege über Wärmetauscher oder Dampfturbinen. Eine breite Anwendung der Thermoelektrik in industriellen Prozessen kann deren Energieeffizienz deutlich steigern und so einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten. Mit ihren thermoelektrischen Generatoren will die O-Flexx GmbH> in Zukunft einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Abwärme leisten.

Großer Entwicklungssprung bei Leistung und Wirtschaftlichkeit

Die neueste Generation thermoelektrischer Generatoren aus dem Hause O-Flexx, die auf der IndustrialGreenTec in Hannover präsentiert wird, vereint laut Unternehmensangaben flexible Einsatzmöglichkeiten mit hoher Wirtschaftlichkeit. So habe man bei der Entwicklung marktreifer Anwendungen von thermoelektrischen Bauteilen im Jahr 2012 entscheidende Schritte nach vorn gemacht. „Unsere neuartigen Thermogenerator-Module bieten deutliche Steigerungen der Wandlungseffizienzen, einen innovativen Systemaufbau und ein Produktionsverfahren, das kostengünstig und qualitativ hoch optimiert ist“, erklärt O-Flexx Geschäftsführer Dr. Holger Ulland.

Die Produktreihe „O-Flexx Power Strap“ konnte bei einem Temperaturunterschied von 140 Kelvin zwischen Heiß- und Kaltseite eine Leistung von 1,7 Watt pro Meter des Streifens zeigen. Dies wurde dem Unternehmen von unabhängiger Seite, der Hochschule Rhein-Waal, bestätigt.

Neue Anwendungen machen industrielle Prozesse deutlich effizienter

O-Flexx stößt damit in eine vielversprechende Nische. Denn bisher war eine wirtschaftlich sinnvolle Anwendung thermoelektrischer Systeme aufgrund der hohen Kosten kaum möglich. Gegenüber herkömmlichen keramischen thermoelektrischen Generatoren bietet der „Power Strap“ laut Unternehmensangaben Vorteile: Aufgrund seiner äußeren Form und seiner Anbindungsmöglichkeiten an vielfältige Oberflächen eignet er sich zur Nutzung mit verteilten Wärmequellen und -senken. Er ist biegbar und kann durch seine thermomechanische Auslegung durch Lötung befestigt werden.

Damit eröffnet die Technologie neue Anwendungsbereiche, die mit bisherigen Modulen technisch kaum zu erschließen waren, beispielsweise in Antrieben von Lokomotiven, LKW und anderen Fahrzeugen. Nachdem die Leistungsfähigkeit der „Power Strap“ Module verbessert werden konnte, arbeitet O-Flexx nun zusammen mit Partnern aus verschiedensten Bereichen der Industrie an der Standardisierung und dem Ausbau der seriellen Fertigung, um die Kosten weiter zu reduzieren. „Die konkreten Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie sind enorm, aber bisher nur minimal erschlossen“, erklärt der Entwicklungschef Dr. Gerhard Span. Um an dieser Stelle weiter voran zu kommen, ist das Unternehmen offen für Entwicklungspartner aus der Industrie.

Nächster Entwicklungssprung im Hochtemperaturbereich steht 2013 an

Neben dem „Power Strap“, der in Temperaturbereichen unter 250 Grad Celsius Anwendung findet, arbeitet O-Flexx Technologies derzeit auch an einem Produkt für Anwendungen oberhalb dieser Temperaturen. Die „Power Cell“ wird im Laufe des Jahres 2013 das Stadium der Prototypenreife erlangen, um sie in konkreten Projekten für Anwendungen des Transportsektors, Blockheizkraftwerke und industrielle Abwärme zu testen.

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