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Elektroauto News: Daimler droht der Politik

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Daimler-Chef Dieter Zetsche (Foto: auto-medienportal.net)
Zetsche (Foto: auto-medienportal.net)

„Zeitnah“, so kündigte Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber diese Woche an, würde Daimler seine ersten vier Elektroautos den Kunden in Deutschland auch zum Kauf anbieten. Das sagte Weber im Interview mit dem Internet-Magazin www.autogazette.de. Die vier Modelle sollen die A-Klasse, der Vito, der Smart und die B-Klasse F-Cell sein. Diese Ankündigung vorausgeschickt, lässt nun wenige Tage später Daimler-Chef Dieter Zetsche seine Macht spielen. Zetsche droht der Politik mit der Abwanderung der Elektroauto-Technologie, falls die Bundesregierung keine staatlichen Kaufanreize für Elektroautos setze.

„Wenn Deutschland sagt, wir verzichten, die Industrie kann sich Märkte woanders suchen, okay, dann werden wir es tun“, sagte Zetsche der „WirtschaftsWoche“.

Seiner Einschätzung nach werden weder die Kauflust noch die Kaufkraft der Kunden ausreichen, um die hohen Kosten der Elektroautos zu decken.

Zetsche: „Wenn eine Regierung sagt, aus nationalem Interesse wollen wir in diesem Feld eine führende Rolle spielen, dann müssen die Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass sich das auch so entwickeln kann. Und das geht nicht ohne Kaufprämien.“

Unterstützung bekommt Zetsche auch von Matthias Wissmann, dem Präsident des Lobby-Verbandes VDA. Wissmann forderte unter anderem „steuerliche Vergünstigungen oder Abschreibungsimpulse, etwa bei Firmenwagen“ ab 2012, um den Absatz von Elektroautos zu steigern. Zudem will Wissmann innerhalb der EU eine Harmonisierung bei den Kaufprämien erreichen.

Wissmann in der WirtschaftsWoche: „Die Bundesregierung sollte sich mit den europäischen Nachbarn auf gemeinsame Bedingungen verständigen. Es hätte ja keinen Sinn, wenn die deutschen Hersteller ihre Elektroautos vor allem dort verkaufen würden, wo die Kaufanreize am höchsten sind“, sagte der VDA-Präsident.

Bundesregierung und Industrie sind sich einig, dass Deutschland auch bei Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben seine Führungsrolle in der Autoindustrie behalten soll. Dafür gewährte der Bund eine Anschubfinanzierung für Forschung und Entwicklung in Höhe von 500 Millionen Euro, eine Kaufprämie lehnt sie (bislang) allerdings ab. Erst kürzlich bei der Handelsblatt Jahrestagung Energie hatte sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle für eine „unternehmensunabhängige Forschungsförderung“, auch in Zusammenhang mit Elektromobilität ausgesprochen. Eine Ansicht, die nicht erklärt, warum das Wirtschaftsministerium den Bau des Rekordfahrzeuges lekker Mobil von DBM Energy und lekker Energie zuletzt unterstützte.

Ziel der Politik ist es, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln. Auf diesem Weg knirscht es aber im Gebälk: Auch beim „Electric Vehicle Index“ der WirtschaftsWoche ist Deutschland zuletzt auf den vierten Platz hinter den Spitzenreitern Frankreich und USA zurückgefallen. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.

 

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