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Elektroauto per Induktion aufladen

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Das Elektroauto per Induktion aufladen ist vielleicht nicht ein ganz so gewichtiger Menschheitstraum wie der vom Fliegen. Dennoch gibt es einen starken Wunsch, dass sich die Technologie der Induktion gerade beim Aufladen im Bereich Mobilität, vom Elektroauto oder E-Bike, in den kommenden Jahren durchsetzen wird. Unter Induktion versteht man generell das Entstehen einer elektrischen Spannung durch Änderung der magnetischen Flussdichte. Beim Elektroauto ist das Prinzip wie folgt: Das Elektroauto wird mit einer speziellen Ladespule ausgerüstet und über eine Ladespule im Boden positioniert – und dabei kabellos und per Induktion aufgeladen. Doch wie ist der Wirkungsgrad und wird sich Elektroauto per Induktion aufladen im Alltag bewähren? Inzwischen laufen gleich mehrere Praxistests mit Beteiligung deutscher Cleantech-Unternehmen. CleanThinking liefert den Überblick.

Vorbild: Induktionsherd und Induktionskochfeld

Laden per Induktion und damit kabellos und energieeffizient ist generell schon in unserem Alltag angekommen: Etwa beim Induktionsherd oder dem Induktionskochfeld oder aber bei elektrischen Zahnbürsten, die per Induktion aufgeladen werden können. Die Vorteile beim Induktionsherd liegen u.a. darin, dass etwa Wasser schneller zum Kochen gebracht werden kann, weil die erzeugte Hitze besser genutzt wird. Gleichzeitig bestehen durch den Induktionsherd kaum noch Gefahren, sich die Finger zu verbrennen – gerade für Müttern verleiht das ein Gefühl der Sicherheit.

Daimler testet Induktion mit A-Klasse E-Cell

Daimler und Conductix-Wampfler setzen auf induktive Energieübertragung
Daimler und Conductix-Wampfler setzen auf induktive Energieübertragung

Inzwischen versuchen zahlreiche Unternehmen wie Daimler, BMW, Siemens, Nissan, Conductix-Wampfler oder SEW-Eurodrive, das Laden per Induktion auf den Alltag mit dem Elektroauto im intelligenten Haus zu integrieren. So kommt beispielsweise ab Mitte März eine technisch modifizierte Version der Mercedes-Benz A-Klasse E-Cell in Berlin in dem vom BMU geförderten Projekt „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ zum Einsatz. Dabei will Daimler insbesondere Erfahrungen mit der Induktions-Technologie im Praxiseinsatz sammeln – die grundsätzliche Machbarkeit, Elektroautos per Induktion sicher und effizient aufzuladen, ist längst bewiesen. Prof. Herbert Kohler, Leiter E-Drive & Future Mobility in der Forschung und Vorentwicklung der Daimler AG betont allerdings, es seien noch einige technische und finanzielle Fragen zu lösen,  um die Markttauglichkeit dieser Technologie wirklich bewerten zu können.

Dazu wurde das Gebäude ganzheitlich konzipiert und das Thema Elektromobilität nahtlos integriert. So fügen sich sowohl die induktive als auch die kabelgebundene Ladevorrichtung harmonisch in die Architektur des Hauses ein. Ab März 2012 wird eine 4-köpfige Familie das Haus 15 Monate lang bewohnen und in diesem Zeitraum verschiedene Elektrofahrzeuge nutzen, um das Zusammenspiel einer neuen Gebäudegeneration mit der Elektromobilität im Alltag zu erleben und zu erfahren.

Alternativ zum Laden mit Kabel kann das Elektroauto Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL induktiv geladen werden: Dabei wird der Ladestrom berührungsfrei durch ein elektromagnetisches Feld übertragen. Sowohl das Fahrzeug als auch der entsprechende Abstellplatz am „Effizienzhaus-Plus“ sind mit entsprechenden Spulen ausgerüstet. Ein spezielles Anzeigesystem unterstützt den Fahrer dabei, sein Fahrzeug optimal über der in den Boden eingelassenen Ladespule zu positionieren, die nur durch eine Abdeckplatte erkennbar ist. Gemeinsam mit Conductix-Wampfler und Röchling Automotive KG hat Daimler diese Technik bereits in einem Förderprojekt des Bundesumweltministeriums prototypisch umgesetzt und deren Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt. Im Rahmen des Praxistests soll jetzt die Alltagstauglichkeit der neuen Technologie ausgiebig erprobt werden.

BMW und Siemens arbeiten an Induktion

Neben Daimler und Nissan ist ein weiteres Industrie-Duo dabei, Induktion zum Aufladen von Elektroautos zu erproben: BMW und Siemens tüfteln bereits seit 1,5 Jahren mit einem Elektroauto BMW Active E an induktiver Ladetechnologie herum. Jetzt starteten die Partner BMW und Siemens gemeinsam mit Vattenfall in Berlin einen Feldversuch mit dem Elektroauto BMW Active E. Dabei kommen 30 Elektroautos BMW Active E über Flottenkunden und Privatnutzer zum Einsatz. Ob hier auch die induktive Lademöglichkeit erprobt wird, ist aber nicht bekannt.

Biketower E-Bike Elektrofahrrad eMobilität FahrradgarageAuch E-Bikes könnten in naher Zukunft induktiv aufgeladen werden. Das hat das Bruchsaler Cleantech-Unternehmen SEW-Eurodrive in Zusammenarbeit mit dem in Friedrichshafen angesiedelten Cleantech-Unternehmen E-Bike-Mobility bewiesen. Der Fahrradtower „Biketower“ kann nach Bedarf mit einer Möglichkeit zur Induktion Ladung von E-Bikes ausgestattet werden. SEW-Eurodrive indes erhielt im Dezember für seine induktive Ladetechnologie den NEO2011, den Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe für hervorragende Leistungen im Bereich der Mobilität.

Auch international scheint sich gerade beim Thema E-Bike + Induktion etwas zu tun: So hat Qualcomm kürzlich HaloIPT übernommen. HaloIPT ist einer von wenigen Anbietern eines drahtlosen Induktions-Ladeverfahrens. Es hat es nach eigenen Angaben geschafft, Akkus ohne Kabel über eine gewisse Distanz als eine Art Luftbrücke zu laden. Dieses Prinzip könnte, so ein Halo-Sprecher, sowohl auf Pedelecs als auch auf Elektroautos übertragen werden. Qualcomm ist bislang vorwiegend im Mobilfunkt-Bereich aktiv. Nach Angaben von epower-rad könnte schon Anfang 2012 ein Versuch mit 50 Elektrofahrzeugen in London starten. Dort wurde die Initiative Wireless Electric Vehicle Charging ins Leben gerufen.

Nissan erprobt im Elektroauto Nissan Leaf induktives Laden

Neben Daimler setzt auch Nissan auf das induktive Aufladen von Elektroautos. Im beigefügten Video zeigt Nissan ein System, wie das Elektroauto Nissan Leaf entsprechend aufgeladen werden kann. Interessant: Laut Nissan liegt der Wirkungsgrad beim induktiven Laden bei 80 bis 90 Prozent – natürlich geringer als beim Anschluss via Kabel aber doch erheblich höher als von vielen Experten und Kritikern der induktiven Ladetechnologie befürchtet. Das Gerät könnte schon 2013 auf dem Markt verfügbar sein.

Elektroauto per Induktion aufladen hat Zukunft

Die Beispiele und Projekte zeigen, dass durchaus Bewegung drin ist im Bereich „Elektroauto per Induktion aufladen“ – erste Alltags-Ergebnisse werden im kommenden Jahr zeigen, wie schnell die Induktionsladung sich durchsetzen könnte. Zu Bedenken sind natürlich die höheren Kosten für die Integration der Induktionsspulen in Fahrzeug und Boden. Aber beispielsweise an Flughäfen, wo Passagier-Busse immer wieder auf klar gekennzeichneten Feldern stehen und nur kurze Fahrzeiten haben, dürfte das induktive Aufladen von Elektrobussen problemlos wirtschaftlich umsetzen lassen.

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% S Kommentare
  1. […] Elektroauto per Induktion aufladen › CleanThinking.de […]

  2. Steffen Kaufmann sagt

    Habe ich schon öfters gelesen, dass das wohl das ganz große Ding wird. Finde ich superspannend. Schöne Zusammenfassung.

  3. […] jQuery("#errors*").hide(); window.location= data.themeInternalUrl; } }); } http://www.cleanthinking.de – Today, 5:46 […]

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