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Elektromobilität auf dem Vormarsch: Elektroautos überholen erstmals Diesel-PKW

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Kraftfahrtbundesamt legt Zahlen zu den Autoverkäufen im ersten Halbjahr 2021 vor: Es wurden mehr Elektrofahrzeuge als Diesel-PKW zugelassen.

Die lange Zeit prognostizierte disruptive Entwicklung im Automarkt, zeigt sich jetzt an sich rasant verändernden Verkaufszahlen: Im ersten Halbjahr 2021 wurden laut Kraftfahrtbundesamt erstmal mehr Elektroautos als Diesel-PKW neu zugelassen. Die staatliche Förderung hilft, ist aber nicht allein entscheidend. Vielmehr steigt mittlerweile auch das Vertrauen in Batterieautos schnell an. Alle Hersteller schreiben das E mittlerweile groß.

Lesen Sie hier: Elektroauto: Warum E-Autos nicht aufzuhalten sind (von 2018)

In den letzten zwei Jahren hat sich das Elektroauto-Angebot vervielfacht. Autos mit Stecker sind aus der Nische gekommen, erobern mittlerweile in zügigem Tempo den Massenmarkt. Untrügliches Zeichen dafür: Erstmals wurden von Januar bis Juli 2021 mehr Elektroautos als Dieselfahrzeuge zugelassen. Der Anteil der alternativen Antriebe mit Batterie stieg auf 367.905 Zulassungen und einen Marktanteil von 22,6 Prozent.

Im Gegenzug wurden 361.151 Zulassungen für Autos mit Dieselmotoren gezählt – der Anteil sank auf 22,2 Prozent. Benziner sind nach wie vor die wichtigsten Fahrzeuge: 629.990 Autos mit Benzinverbrenner kamen von Januar bis Juli 2021 dazu. Nicht-aufladbare Hybridfahrzeuge haben einen kleinen Anteil.

Bemerkenswert: Wurden in den Monaten Januar bis Juli mit 1.627.282 Autos immerhin 6,7 Prozent mehr neu zugelassen, gab es im Juli einen regelrechten Einbruch: Fast ein Viertel schrumpfte der Gesamtmarkt auf 236.393 Personenkraftwagen. Einer der Gründe dafür ist der anhaltende Chipmangel in der Automobilindustrie – mehrere Hersteller haben Kurzarbeit eingeführt.

Auch im Juli wird der Wandel deutlich: Die Neuzulassungen von Diesel-Fahrzeugen brachen im Vorjahresvergleich um 48 Prozent ein, während 40 Prozent weniger Benziner veräußert wurden. Elektroautos legten hingegen um 52 Prozent auf 25.464 zu.

Staat verlängert E-Auto-Förderung bis 2025

Die staatliche Förderung soll bis 2025 verlängert werden – der Staat unterstützt den Kauf von Elektroautos mit 6.000 Euro. Hinzu kommen 3.000 Rabatt vom Hersteller. Auch Dienstwagen, die elektrifiziert sind, werden gefördert. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur geht gemächlich voran. Mit der Öffnung des Supercharger-Netzwerks von Tesla könnte hier die größte Druck bis Ende 2022 verschwinden.

Zuletzt hatte auch die Europäische Union mehr oder wenig das Verbrenner-Aus ab 2035 beschlossen. Allerdings müssen die Mitgliedsstaaten dem Fit-for-55-Paket noch zustimmen.

Für die Hersteller ist mittlerweile klar: Wir stellen fast vollständig auf batterieelektrische Elektroautos um. Zuletzt gab der Daimler-Konzern für Mercedes seine Electric Only-Strategie bekannt. Trotzdem ist völlig unklar, ob Mercedes oder etwa BMW mittelfristig überleben werden. Audi, Porsche, VW oder Seat aus dem Volkswagen-Universum scheinen gerade über die Initiative von Herbert Diess besser vorbereitet zu sein.

% S Kommentare
  1. Hendrik K sagt

    Völliger Humbug. Vielfahrer können an einem Tag mit dem E-Auto nicht mehr, schnell und effizient auf der Autobahn von A nach B kommen. Jede Stunde Arbeitszeit zählt. Wenn mich mein Arbeitgeber wegen dem E-Auto 3-4 h + Übernachtung ZUSÄTZLICH bezahlen muss, dann sagt der ich soll nächstes mal mit dem Verbrenner fahren. Und wenn das in Zukunft so sein sollte, dass es nur noch mit dem E-Auto geht dann werden die Kosten auf die Kunden und die Produkte die sie kaufen umgelegt.

    Das mit PV Strom von zu Hause kann ich nicht mehr hören. In Deutschland hat ca. die Hälfte selbst genutztes Wohneigentum, das ist bitteres Schlusslicht in Europa. Wir haben die höchsten Strompreise! Die letzten kostenlosen Ladesäulen sind bei Lidl, Aldi und Co. und werden in naher Zukunft nicht mehr kostenlos sein, darüber gibt’s genug Artikel.

    Die Strompreise an Schnellladesäulen, auch die, die nicht an der Autobahn sind, sind enorm. EnBW Ladekarte auch nur an EnBW Schnell-Ladesäulen 0,48 €/kWh, ansonsten 0,52 €/kWh und an Ionity 0,79 €/kWh.

    Mit dem Verbrenner Auto kann man, 2 km von der Autobahn weiter weg fahren und schon ist es günstiger.
    Und ich zahle an der Ladesäule die Ladeverluste mit. Ach und wenn ich von zu Hause losfahre mit 100%, nutze ich aber nur 80-90% und nach dem ersten Ladestopp nur noch 60-70%, da man ja nur bis 80% lädt. Erkläre mal bitte rational einem Autofahrer dass er von einer realen Reichweite von 250 km auf der Autobahn den ersten Stopp macht und dann nur noch 150-180 km weit fahren kann, da das Laden von 80-100% enorm ineffizient ist.

    So oft wird mit Norwegen verglichen. Ja dann schaut man sich mal die Strompreise von 0,15€/kWh an und die nicht vorhandene Autobahn. Das ist aus deutscher Sicht eine sehr gut ausgebaute 2-spurige Bundesstraße. Und vieeeel weniger Menschen in diesem Land als in Deutschland. Diese Vergleiche sind immer wie Äpfel mit Fisch!

    Nur so am Rande, mit der ganzen Ölförderung wird die ganze Rente in Norwegen finanziert. Prost!
    Laut etlicher Kommentare im Netz hat wohl jeder Bundesbürger genug Geld um sich ein neues E-Auto zu leisten, ne Ladesäule zu kaufen, eine Photovoltaikanlage auf sein Wohneigentum zu klatschen und am besten noch Speicher zu installieren damit kein Strom verloren geht.

    1. Martin Jendrischik sagt

      Hallo Hendrik,

      Du vermischst ziemlich viel in Deiner Wut, offenbar auf Elektroautos. Vielleicht können wir sachlich diskutieren?

      Vielfahrer: Ein Vielfahrer wird wohl kaum ein Elektroauto kaufen, das (bei angemessener Fahrweise) nur 250 km Reichweite hat. Das wäre so, als würde er als Vielfahrer einen VW Lupo fahren.

      Ladeverluste: Die Ladeverluste gibt es, keine Frage. Die Effizienz des Elektroautos ist aber um ein Vielfaches höher im Vergleich zu Deinem Verbrenner. Klarer Vorteil E-Auto.

      Ladeinfrastruktur: Die Preise pro kWh werden sich noch anpassen. 0,50 Cent halte ich für angemessen. Bei realistischem Verbrauch von 20 kWh pro 100 km sind das 10 Euro. Mindestens vergleichbar mit den Kosten für einen Verbrenner.

      Die Behauptung, der Vielfahrer würde 3-4 Stunden länger brauchen, weil man Laden statt Tanken muss, ist nicht nachvollziehbar.

      Viele Grüße,
      Martin

      1. Hendrik K sagt

        Hallo Martin,

        ich vermische nichts sondern Berichte hier nicht nur aus eigener Erfahrung mit einem E-Auto (das eine Batteriegröße von 60 kWh hatte) sondern auch aufgrund der Tatsache, dass ich selber in der E-Mobilität tätig bin, schon verschiedenste Modelle zur Ladeabsicherung in ganz Europa gefahren bin und schon weiß ich wie oft in Norwegen war.

        Ich bin schon Fahrzeuge mit unter 20 kWh gefahren und auch „Boliden“ mit über 70 kWh. Sowohl im heißen Sommer in Portugal als auch im Winter in Norwegen und Schweden. Fleißig mit nem haufen Equipment das tagtäglich 200-500 GB an Daten generiert.

        Jetzt zu deinem ersten Punkt. Da gebe ich dir vollkommmen recht! Bisher hat aber kein einziger Fahrzeughersteller eine respektable Reichweite für Vielfahrer. Ich rede hier von Fahrzeugen die zwar über die Firma finanziert werden, diese kosten aber ala 520d, E220d und A6 2.0 TDI mit guter Ausstattung und Rabatte nicht über 100.000€ und das mit der besten Abgasnachbehandlung! So sauber ist nicht mal die Industrie selber!
        Jetzt mal die Rechnung: Wir nehmen mal Richtgeschwindigkeit an, was natürlich nicht realistisch ist (ich war im Ausland genug unterwegs um zu sehen wie viele sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten und vor allem je weiter östlich Europas desto massiver die Geschwindigkeitsübertretungen. In Slowenien z.B. Begrenzung von 120 km/h aber der fließende Verkehr auf der linken Spur ist mit 160-170 km/h gefahren). Sommer + Winter kommen da je nach Fahrzeug zwischen 20-26 kWh raus und auch nur dann wenn das Fahrzeug immer irgendwo an der Ladesäule hängt! Eines das wie ein Verbrenner nicht immer temperiert wird, hat vor allem im Winter einen höheren Verbrauch, was zu einem höheren Jahresdurchschnittsverbrauch führt, da die Batterie nicht temperiert werden kann. Eine Batterie die 600-700 kg wiegt, braucht enorm viel Energie um auf Wohlfühltemperatur zu kommen. Im Winter ohne Ladesäule über Nacht habe ich genug Daten gesammelt und ausgewertet um zu sehen, dass eine so große Batterie, NIE die erforderliche Temperatur erreicht. Ich nehme jetzt mal aus Erfahrung (bei penibler Einhaltung von max 130 Tacho) 24kWh/100km. 77 kWh die ich Netto nutzen kann. Ich fahre jetzt mit 100% los und fahre bis 10% leer. 77kWh*0,9/24kWh/100km*100= 288 km. Tesla ist da etwas besser, ja aber ich habe extra nicht Tesla genommen, da wir in Realität auch nicht nur Daimler oder BMW auf der Straße haben 😉
        Wehe ich fahre immer mal wieder 10-20 km/h schneller, dann steigt mein Verbrauch je nach Hersteller sogar auf bis zu 30 kWh/100km an! Mit dem eGolf und eUp bin ich sogar im Sommer auf der Autobahn gerade mal 130km weit gekommen und ich rede hier von den letzten Generationen mit einer 32kWh Batterie. Am Zielort (im Winter) war auf den letzten Kilometer der „Turtle Mode“ an und die Kälte zog bei -10 grad sowas von schnell in den Wagen rein.

        Effizienz interessiert den Endkunden nicht einen deut! Erkläre mal einen Kunden der eine 30 kWh Batterie netto hat warum er laut seinem Zähler aber 36 kWh verbraucht hat. Das wäre so als würde ich an der Tankstelle bei einem 70l Tank nicht mehr wie üblich 63l Tanken (7l Reserve) sondern 75l. Der wird dir nen Vogel zeigen.
        Aber hier muss man den Well-to-Wheel betrachten und Physik ist nun mal Physik: Effizienz ist höher.

        Ladeinfrastruktur: Die haben sich schon angepasst! Und es ist immernoch ein hohn, dass ich irgendwelche Ladekarten brauche um und dann auch noch zwischen, standard Tarif und Vielladertarif oder sogar ADAC Kunde wählen muss. Warum kann es nicht normal sein wie es jetzt auch ist! Kredikarte an Lesegerät vorhalten einstecken Laden und fertig! Angefangen habe ich 2018 mit 0€, dann kam ein Symbolpreis von 1€ AC und 2€ DC egal wie viel kWh, dann kam 0,29€/kWh AC und 0,39€/kWh DC und jetzt sind wir bei 0,45€/kWh AC (ohne monatliche Grundgebühr, die habe ich beim Verbrenner auch nicht) und 0,55€/kWh DC.

        Ich habe nicht gesagt, dass ich wegen dem Laden länger brauche sondern insgesamt. Ich muss mich penibelst an die Geschwindigkeit halten, weil ich sonst Reichweite einbüße, da ist nix mit Tempomat 160 km/h und entspannt dahingleiten.

        Ich könnte hier noch über Batteriealterung bei ständigem DC Laden sprechen (was bei Vielfahrer sehr oft vorkommt/vorkommen wird), dazu habe ich Arbeitsbedingt genug Daten gesammelt und ausgewertet. Ich sage dazu nur: Physik bleibt Physik. Das Temperaturfenster in dem eine Batterie betrieben werden kann ist deutlich kleiner als bei einem Verbrenner. Die Alterung der Batterie an den Grenztemperaturen ist enorm.
        Nur so am Rande: Es gibt bzw. wird mehrere Hersteller geben, die in ihrem Handbuch darauf hinweisen das oft DC Laden (und da reichen schon 100-200 Zyklen) zum ausschluss der Garantie der Batterie führen und da mittlerweile die Fahrzeuge fahrende Datensammler sind wird das noch interessant.

        Das ist jetzt meine Meinung aus Erfahrung, Austausch mit vielen anderen Firmen und Bereichen (nach so vielen Terminen mit verschiedenen Kunden und OEMs interessiert Firmen nur eins: GEWINN! Ob das jetzt CO2 neutral geschehen soll ist sowas von egal, wenn das von der Politik vorgeschrieben wird, wird das gemacht und wenn das mehr kostet, wird das auf die Kunden abgewälzt) :

        Das E-Auto zu verteufeln, aber auch als DIE Lösung zu sehen ist falsch (nennt sich schwarz weiß denken und es gibt so viel zu beachten wie, Strompreise im jeweiligen Land, geografische Lage, Temperaturen, gefahrene Gewchwindigkeiten usw. usf.). Verschiedene Antriebsformen für verschiedene Anforderungen ist das richtige.
        Und wir kennen das aus so vielen Bereichen, wehe es kommt eine Veränderung dann gibt es erstmal viel Gegenwind und die Menschen sind skeptisch.

        Ich habe mich mit genug Leute unterhalten und die Antworten sind ähnlich:
        Ich würde mir ein E-Auto nehmen aber . . .
        Ich fühle mich betrogen von der Regierung, denn erst hieß es das Euro6 gut ist, dann Euro6d Temp, dann wurde der Diesel verteufelt und jetzt soll ich mir nach 1-2 Jahren ein neues Auto kaufen.
        Von CO2 neutraler Mobilität reden und im Hintergrund einen haufen Reccourcen für immer mehr neuere Produkte verschwenden.
        Und ganz am Ende muss das der Bürger bezahlen können und wollen.

        Viele Menschen haben sich zur Zeit der Umweltprämie und dem Dieselskandal ein Euro6/d-Temp/IVAP und wie die sonst noch heißen zugelegt und das wird jetzt erstmal gefahren bis es stirbt.

        Wurde jetzt ein langer Text. Ganz am Ende Martin: Ich fahre in meiner Freizeit und Geschäftlich sehr viel, je weniger Zeit auf der Autobahn verbracht werden kann indem hohe Geschwindigkeiten gefahren werden können, desto besser (war auch schon anders und hatte alles in der nähe und kein Auto). Das jeder dort wohnt wo Familie und Arbeitsplatz 2 km weit weg ist, ist reine utopie. Für Vielfahrer und Leute die oft im Jahr weit weg fahren raubt das E-Auto einem enorm viel Lebenszeit. Genauso verstehe ich die Argumente derjenigen, die nur 1 mal im Jahr weit weg fahren nicht warum des E-Auto so schlecht sein sollte.

        VG Hendrik

  2. Stefan sagt

    @Anonymous
    Wenn Sie mit ihrem Elektroauto 100 km fahren wollen, vorher aber nur 80 km Reichweite laden, dann haben Sie ein Problem mit Mathematik. Ich hoffe dass ihre Berufspendler im Schichtdienst besser rechnen können. Das Elektroauto und der er Strompreis ist hier nicht dass Problem.

  3. Anonymous sagt

    Dann wartet mal ab, bis die ersten Vielfahrer und Berufspendler im Schichtdienst mit ca. 100 km Anfahrtsweg mit E-Auto auf der BAB stehenbleiben, weil nicht genug geladen werden konnte oder der Strompreis ins Unendliche steigt. Dann viel Spaß.

    1. Martin Jendrischik sagt

      Hallo Anonymous,

      wieso sollte das passieren? Klar wird mal jemand liegenbleiben, aber nicht häufiger als bisher auch. Und nein, der Strompreis wird nicht ins Unermessliche steigen.

      Viele Grüße, Martin Jendrischik

    2. Anja sagt

      Solche dummen Kommentare zeugen von Unkenntnis und nur Stammtisch-Wissen. Deshalb schreibt er ja auch als Anonymous. E Autos sind aktuell im Bereich von 100 km Anfahrtsweg für Pendler überhaupt kein Problem mehr, weil die doppelte Strecke fast jedes Elektroauto auch im Winter schafft. Man kann Elektroautos mit PV-Strom oder an manchen Ladesäulen sogar kostenlos laden – wo geht das eigentlich bei Tankstellen? Wo kann man an Tankstellen kostenlos tanken?

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