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Elektromobilität: Opels Elektro-Meriva hilft bei Erforschung bidirektionale Ladetechnologie

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Prof. Schmeck (KIT, links), Dr.-Ing. Bradke (Frauenhofer-Institut für System- und Innovationsforschung) nehmen vor dem Adam-Opel-Haus den neuen Elektro-Meriva entgegen (rechts: Dr. Johnen, Direktor des Opel-Zentrums für alternative Antriebssysteme). Foto: Auto-Medienportal.Net/Opel
Prof. Schmeck (KIT, links), Dr.-Ing. Bradke (Frauenhofer-Institut für System- und Innovationsforschung) nehmen vor dem Adam-Opel-Haus den neuen Elektro-Meriva entgegen (rechts: Dr. Johnen, Direktor des Opel-Zentrums für alternative Antriebssysteme). (Foto: Auto-Medienportal/Opel)

Mit der Frage, wie Elektroautos in der Zukunft in die intelligenten Stromnetze integriert werden können, beschäftigt sich seit einiger Zeit das MeRegionMobil Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Kern der Forschungsaktivitäten ist es, herauszufinden, ob bidirektionale Ladetechnologie künftig im Rahmen der Elektromobilität zum Einsatz kommen kann. Die Adam Opel GmbH beteiligt sich jetzt mit drei „Technologieträgern“ auf Basis des Opel Meriva an Forschungsprojekt.

Die Elektroversion des Meriva verfügt nach Angaben von Opel über eine Steuerungselektronik, die „Strom-Tanken“ innerhalb kürzester Zeit sowohl mit haushaltsüblichen Steckdosen als auch mit 400 Volt-Drehstrom zulassen soll. Das System ist so ausgelegt, dass es sich in ein Smart Grid einfügt und die Batterie immer dann auflädt, wenn Strom aus regenerativer Produktion, beispielsweise Wind- oder Sonnenenergie, verfügbar und besonders günstig ist. Umgekehrt kann das Auto mittels der bidirektionalen Ladetechnologie Strom ins Netz zurückspeisen, wenn es gerade nicht genutzt wird und der Fahrzeugnutzer dies erlaubt.

Die Demonstration dieser Zwei-Wege-Ladetechnologie soll klären, wie die in einer leistungsfähigen Autobatterie gespeicherte Energie zu Hause sinnvoll genutzt werden kann. In den Versuchsfahrzeugen arbeitet ein 60 kW/82 PS starker Elektromotor mit einem Drehmoment von 215 Nm. Dank der Batteriekapazität von 16 Kilowattstunden sind Reichweiten bis zu 64 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h realisierbar.

Opel-Entwicklungschefin Rita Forst zum Projekt:

„Praxisgerechte und nutzerfreundliche Anwendungen steigern die Akzeptanz der Elektromobilität bei den Verbrauchern. Mit unseren Technologieträgern leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Definition von europaweiten Standards für Energieinfrastruktur, Stromspeichertechnik und Datenkommunikation.“

Datenaustausch zwischen Stromerzeugern, Fahrzeugen, Infrastruktur und Nutzern

Unter der Federführung des Energiekonzerns EnBW gehören zu dem MeRegioMobil-Konsortium aus Wirtschaft und: Opel, Daimler, Bosch, SAP, die Stadtwerke Karlsruhe, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).

Der erste elektrische Meriva kommt beim KIT zum Einsatz. Zwei weitere nehmen in Kürze den Dienst bei den Stadtwerken Karlsruhe und der EnBW auf. Das KIT hat zusammen mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung auf dem Campus Süd der Uni Karlsruhe ein ‚Smart Home‘ errichtet. Das Gebäude mit 60 Quadratmetern Nutzfläche ist mit den üblichen Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Herd, Wasch- und Spülmaschine ausgestattet und gewinnt seine Energie aus einer Photovoltaik- sowie einer Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Eine Ladestation bindet den Meriva als Speicher in dieses lokale Energienetz ein.

Eine besondere Aufgabe im MeRegioMobil-Projekt hat die Kommunikationstechnik. Je nachdem, wie die Bewohner den Meriva nutzen wollen, verteilen sie den Energiefluss bequem per Computer zwischen Haus und Fahrzeug. Dies stellt sicher, dass der Elektro-Meriva immer mit ausreichend gefülltem „Stromtank“ zur Verfügung steht. Zugleich dient er als Zwischenspeicher „grüner“ Energie aus der Photovoltaikanlage.

Die beteiligten Energiedienstleister errichten derzeit mehrere Hundert öffentliche Ladestationen in der Projektregion Baden-Württemberg. Dort können die Versuchsfahrzeuge jederzeit regenerativ erzeugte Energie laden. Ziel dieser Ladeinfrastruktur ist auch, ein neues Datenkommunikations- und Abrechnungssystem zu erproben. Ähnlich wie beim Mobilfunk-Roaming-Verfahren sollen Halter von Elektrofahrzeugen künftig bei jedem Anbieter „tanken“ können. Die Gesamtrechnung erhalten sie dann von ihrem Energiedienstleister.

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