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Sauber in die Zukunft

Energiemanagement-Firmen werden das Geschäftsmodell heutiger Energieversorger ersetzen

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Christian Deilmann ist Gründer und Geschäftsführer von www.tado.com (Mehr dazu: tado) - ein führendes Energiemanagement Unternehmen, das Heiz- und Kühlsysteme von Wohnungen und Häusern bedarfsgerecht regelt.
tado regel Heiz- und Kühlsysteme von Wohnungen und Häusern bedarfsgerecht.

Cleantech News / München. Kraftwerkstechnologien der letzten Jahrzehnte, basierend auf der Basis von Dampf- und Gasturbinen-Technologien, stellen weltweit immer noch über 80% der Stromerzeugung dar. Bedingt durch die Tatsache, dass diese Form der Energiewandlungs-Konzepte starken Skaleneffekten unterliegen bzw. mit steigender Anlagengröße höhere Wirkungsgrade erzielen, bildete sich eine überschaubare Anzahl großer Energieversorger heraus, welche bis heute den Energiemarkt dominieren.

Alternative Technologien der Stromerzeugung wie Photovoltaik, Windkraft oder Blockheizkraftwerke unterliegen nicht mehr diesen Gesetzmäßigkeiten der oben genannten Technologien sondern besitzen einen größenunabhängigen Wirkungsgrad. Der intrinsische Technologievorteil der Energieversorger durch schiere Größe den Markt zu domminieren schwindet daher stetig. Das Gegenteil ist der Fall: viele neue Akteure von Stadtwerken über Investmentfonds und Herrscharen von Privathaushalten bauten in den letzten Jahren Anlagen und speisen Strom ins Netz ein. In 2011 betrug der Anteil regenerativer Energie in Deutschland bereits über 21%.

Die größte Herausforderung dieser dezentral entstehenden und häufig diskontinuierlichen Energieerzeugung wird das Management der einzelnen Produzenten und Verbraucher sowie der Abgleich von Angebot und Nachfrage darstellen. Folglich wird Energiemanagement-Firmen eine große Bedeutung zukommen und langfristig könnten sie den Stellenwert heutiger Energieversorger einnehmen. Energiemarktplätze wie die EEX gewinnen an Bedeutung und werden künftig auch für kleinere Akteure zugänglich sein. Private Konsumenten und Produzenten werden, wie in Schweden bereits heute dort unter dem Begriff „Rörligt elpris“, zu aktuellen Marktpreisen Energie kaufen und verkaufen.

Für Konsumenten als auch für Produzenten werden Energiemanagement Dienstleistungen von äußerster Wichtigkeit sein. Lösungen werden zum Standard, welche die eigene Energienutzungseffizienz maximiert, Verfügbarkeit und Komfort gewährleistet und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit durch Energiehandel am Markt optimiert. Kunden eines gut aufgestellten Energiemanagement-Unternehmens müssen sich nicht mehr eigenständig um die Optimierung des Eigenverbrauchs kümmern und gleichzeitig marktgerecht zwischen Energienutzung, -Speicherung und -Einspeisung abwägen. Die Komplexität ist dem Kunden künftig abgenommen und in leicht zugänglicher Art und Weise gelöst.

Über den Autor: Christian Deilmann ist Gründer und Geschäftsführer von www.tado.com (Mehr dazu: tado) – ein führendes Energiemanagement Unternehmen, das Heiz- und Kühlsysteme von Wohnungen und Häusern bedarfsgerecht regelt.

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% S Kommentare
  1. […] wurde tado° im vergangenen Jahr von Christian Deilmann, Johannes Schwarz und Valentin Sawadski als GmbH. Im Februar 2012 investierte dann Target Partners […]

  2. Uwe Trenkner sagt

    Die Schlussfolgerungen von Herrn Deilmann kann ich voll und ganz unterschreiben. Für größere Endkunden (Industrie, Gewerbe, öffentliche Hand) gibt es ja auch bereits solche Angebote. Interessant ist aber auch der „kleine“ Endkunde – und hier haben sich Firmen wie Johnson Controls nicht herangewagt oder sind baden gegangen (Kofler).

    Das Feld ist schwierig und man muss das richtige Business-Modell finden, um hier erfolgreich zu sein. Mit Hard-/Software allein wird das nicht gehen, zusammen mit der Dienstleistung wird das Gesamtkonzept über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

    Das soll absolut nicht heißen, dass wir nicht auch Firmen wie tado benötigen, die mögliche Infrastruktur – in diesem Fall Heizungs-Steuerung – bereitstellen. Wir sehen aber gerade in den USA, dass die Hard- und Software-Provider in Sachen Energieeffizienz gerade ganz schön kämpfen müssen. Hoffentlich kommt tado hier weiter.

  3. SP sagt

    a) Neben technischen gibt es auch wirtschaftliche Skaleneffekte, und die gelten auch bei EE-Technologie weiterhin
    b) Woher stammen die 21% EE-Anteil? Laut BMU sind es im Strom 2011 rund 17% gewesen, und auf Strom bezieht sich der vorhergehende Satz.
    c) EEX heißt das Ding 😉

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