Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Energiepark Gengenbach: Vorreiter bei CO2-freier Stromproduktion

0

Energiepark Gengenbach, Baden-WürttembergEnergie News / Gengenbach. Bei der nachhaltigen Energieerzeugung setzen Unternehmen zunehmend auf alternative Konzepte und probieren neue Ideen aus. Im baden-württembergischen Gengenbach etwa steht ein „Energiepark“, dessen Herzstück ein Biomasse-Heizkraftwerk ist. Das so genannte „Energiemodul“ produziert seit November 2011 rund um die Uhr CO2-freien und grünen Strom ohne zusätzlichen Brennstoff. Bei 8.000 Betriebsstunden pro Jahr sollen 600 MWh erzeugt werden.

So funktioniert das Biomasse-Heizkraftwerk mit EnergieModul: Der bei der Verbrennung von Biomasse im Kraftwerk produzierte Dampf wird in einer Gegendruckturbine verstromt. Der entstehende Niederdruckdampf – und darin liegt eine der entscheidenden, technischen Innovationen – wird dem EnergieModul zugeleitet und effizient in Energie umgewandelt. Dabei werden ca. 75 Kilowatt Strom im Stundenmittel erzeugt. Bei ca. 8.000 Betriebsstunden entspricht dies einer Jahresmenge von 600 MWh.

Neben dem EnergieModul hat der Energiepark Gengenbach eine zweite Neuerung zu bieten:Der zweite Kniff besteht darin, die bei den unterschiedlichen Prozessen herrschenden Bedingungen von Drücken oder Dampfmengen so anzupassen und zu steuern, dass der erwünschte Effekt – die CO2-freie Stromgewinnung – erreicht wird.

Hinter dem Pionier-Projekt steckt die neu gegründete Effiziente Energiesysteme Gengenbach GmbH (EEG GmbH). Geschäftsführer Michael Daniels betont: „Die Technologie erweist sich für Kraftwerksbetreiber als außerordentlich wirtschaftlich, denn der ohne Zusatzaufwand produzierte Strom kann entweder eingespeist oder zur Minimierung des Eigenstromverbrauchs verwendet werden. Zusätzlich können die Kosten für die Kondensation des Niederdruckdampfes deutlich gesenkt werden.“

CO2-freie Stromproduktion, wie sie nun vom Energiepark Gengenbach einzigartig umgesetzt wurde, ist – so Daniels weiter – lediglich eine Frage der technischen Nachrüstung. „Die Technologie ist jedoch keine Lösung ‚von der Stange‘. Jedes Kraftwerk, jeder Stromproduzent, unterliegt höchst eigenen, individuell unterschiedlichen Betriebsbedingungen. Daher ist die Anpassung der jeweils bestehenden technischen Peripherie an das entwickelte System und das „EnergieModul“ das A und O.“

Für die Entwicklungsphase nutzte der Energiepark Gengenbach auch das Know-How der Gesellschaft für Energie- und Trocknungstechnik (GET) in Schwetzingen. Insbesondere wurde an der optimalen Abstimmung der Prozesse gearbeitet. Nun soll eine Lösung gefunden sein, die durch übersichtliche Investitionskosten und eine damit verbundene, kurze Amortisationszeit überzeugt. Ab 2012 soll die CO2-freie Energielösung nach dem Gengenbacher Modell auf den Markt kommen: Damit die „Clean Technology“ auch an anderen Standorten in Deutschland clever Energie erzeugt.

[Update vom 20.08.2015: Zum 31.97.2015 ist ein Insolvenzverfahren des Energiepark Gengenbach eröffnet worden. Vielen Dank für den Hinweis an P. Fischer.]

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.