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Energiespeicher: Erste Praxistests mit Carbazol und Wasserstoff bereits 2013

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Im Juni vergangenen Jahres wurde eine Flüssigkeit, die große Mengen Wasserstoff aufnehmen, speichern kann, erstmalig in der Öffentlichkeit diskutiert. CleanThinking fragte damals, ob Carbazol, so der Name des Wunderstoffs, der Schlüssel zum Elektroauto mit Brennstoffzelle sein könnte. Seitdem ist es ein wenig ruhig geworden, um Carbazol, das Prof. Wolfgang Arlt zusammen mit seinem Forscherteam an der Erlanger Universität zum „elektrischen Benzin“ machen will. Jetzt wurde bekannt: Arlt will bereits im kommenden Jahr Carbazol in der Praxis testen.

Prof. Wolfgang Arlt Uni ErlangenCleantech News / Erlangen. Arlt und sein Team haben eine Methode entwickelt, große Mengen Wasserstoff in Carbazol chemisch zu speichern und den Wasserstoff später wieder zurückzugewinnen. N-Ethlycarbazol kommt im Steinkohlenteer und Erdöl vor und kann – so erklärt es wikipedia – thermisch oder photochemisch durch oxidativen Ringschluss aus Diphenylamin synthetisiert werden. Wie nordbayern.de unter Berufung auf die dpa berichtet, soll 2013 eine Pilotanlage am Nürnberger Museum für Industriekultur mit regenerativer Energie versorgen.

Außerdem soll die Stromerzeugung aus Carbazol in Haushalten getestet werden. Nach Angaben Arlts, sind Carbazol-Anlagen zusammen mit einer 110 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage in der Lage, ein Einfamilienhaus komplett mit Strom zu versorgen. Mithilfe der Sonnenenergie und dem Elektrolyse-Verfahren wird zunächst Wasserstoff produziert. Damit wird das in einem Tank gelagerte Carbazol aufgeladen. Später wird dieser eingelagerte Wasserstoff wieder freigesetzt und in einer Brennstoffzelle in Strom zurückverwandelt. Zudem könnte die bei dem Prozess entstehende Abwärme für die Beheizung von Teilen des Gebäudes verwendet werden. Der Stoff Carabazol verbraucht sich dabei nicht.

Denkbar: Elektroautos mit Carbazol-Technik und Brennstoffzelle

Ein weiterer Anwendungsbereich ist denkbar: Elektroautos mit Carbazol-Technik und Brennstoffzelle könnten dem Brennstoffzellen-Auto durchaus zum Durchbruch verhelfen. Für solche Anwendungen wird aber noch Zeit und viel Forschungsaufwand betrieben werden müssen – derzeit wird untersucht, wie viele Wasserstoff-Be- und Enladungen Carbazol aushält.

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1 Kommentar
  1. Cavaron sagt

    Wir haben ein Mehrfamilienhaus mit drei Wohnungen, insgesamt 5 Personen. Auf dem Dach befinden sich 50qm Solarzellen. Diese erzeugen über das Jahr gerechnet etwa vier mal so viel Strom, wie 5 Personen verbrauchen. Von daher scheinen mir die 110qm Solarzellen für ein Einfamilienhaus auf extreme Energieineffizienz hinzudeuten. Also wenn man nicht gerade noch einige hundert Liter Heizöl durch Abwärme einspart, dann nutze ich doch lieber langlebige Nickel-Eisen-Akkus oder ein Schwungrad zur Zwischenspeicherung des Stroms für sonnenarme Tage und die Nächte. Aber selbst dafür müsste der Strompreis noch einige Cent steigen (oder die Vergütung sinken), damit es sich lohnt. Abgefahrene Akkus aus Elektroautos wären dafür vielleicht auch interessant.

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