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Energiewende-Rekorde: Anteil erneuerbarer Energien in Q1 steigt auf 52 Prozent

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Vor einem Jahr lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung (Inland) noch bei 44,4 Prozent.

Während der Ausbau erneuerbarer Energien und somit die Energiewende durch Regierungsversagen stagniert, eilt die erfolgreiche Energiewende von Rekord zu Rekord. Im ersten Quartal 2020 lag der Anteil der erneuerbaren Energien in der Strom-Bilanz erstmals (bezogen auf Q1) bei mehr als 50 Prozent. Der windige Februar und der sonnige März haben diesen Energiewende-Rekord ermöglicht.

Verfolgt man den Stromverbrauch in Europa, etwa über electricitymap.org regelmäßig, fällt in diesen Zeiten das oft sehr gut funktionierende Zusammenspiel zwischen Solar- und Windenergie auf. War es beispielsweise gestern verhältnismäßig windstill, konnte die Kraft der Sonne erheblich zum hohen Ökostromanteil Deutschlands beitragen.

Das Ergebnis sind neue Rekorde des Anteils erneuerbarer Energien. Erstmals deckten erneuerbare Energien im ersten Quartal des Jahres mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs (52 Prozent). Vor einem Jahr lag der Anteil am Bruttoinlandsstromverbrauch noch bei 44,4 Prozent. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Zentrums für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft hervor.

Allerdings basiert dieser Erfolg der Energiewende nicht allein auf dem Ausbau erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren. Vielmehr haben Sondereffekte den hohen, prozentualen Anstieg im Vorjahresvergleich ausgelöst. Auf den Windrekord im Februar folgte ein besonders sonniger März. Außerdem sank der Stromverbrauch um ein Prozent, vor allem durch konjunkturelle Effekte und Einschränkung der Industrieproduktion in der Corona-Krise.

Bezogen auf die gesamte Stromerzeugung in Deutschland – diese Größe bezieht auch der an ausländische Abnehmer verkaufte Strom enthalten, lag der Anteil bei 49 Prozent. Produziert wurden in diesem Jahr bislang c.a 158 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie. 77 Milliarden Kilowattstunden waren Ökostrom aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft – das waren stattliche zehn Milliarden Kilowattstunden mehr als 2018, aber auch 20 Milliarden weniger als im ersten Quartal 2019.

So teilt sich der Ökostromanteil auf:

  • Windkraft Onshore: 43 Milliarden Kilowattstunden
  • Biomasse: 11 Milliarden Kilowattstunden
  • Windkraft Offshore: 9 Milliarden Kilowattstunden
  • Photovoltaik: 7 Milliarden Kilowattstunden
  • Wasserkraft: 5 Milliarden Kilowattstunden
  • Der Rest entfiel auf Siedlungsabfälle und Geothermie

Ökostromrekord: Scharfer Kontrast zum schleppenden Ausbau

Die Rekordzahlen stehen in scharfem Kontrast zur dramatischen Situation beim aktuellen Ausbau von Wind- und PV-Anlagen.“ Würden die Hindernisse für einen weiteren Ausbau nicht zügig beseitigt, sei das Ziel von einem Ökostromanteil von 65 Prozent bis 2030 kaum zu erreichen.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung

Frithjof Staiß, Vorstand beim ZSW, betonte, dass sich gerade angesichts des wirtschaftlichen Einbruchs durch die Corona-Krise mehr Investitionen in erneuerbare Energien lohnen würden. Denn bei der Nutzung erneuerbarer Energien, verbleibe mehr Wertschöpfung im Land. „Das wirkt sich positiv auf die Konjunktur und die Unternehmen aus“, so Staiß. Für Investoren seien Erneuerbare-Energien-Projekte wenig risikobehaftet und eine finanziell lohnende Option.

Regierungsversagen beenden, Erneuerbare ausbauen

Die Erfolge der Energiewende können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Große Koalition in Berlin, gemeinsam mit Bundesländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen, den Ausbau erneuerbarer Energien blockiert. Aus Sicht des Energieministers Peter Altmaier ist vermutlich Erdgas der Rettungsanker: Aber sowohl Atomstrom als auch Kohlestrom alleine durch Gas zu ersetzen, ist keine gute Idee.

Vielmehr müssen der Solardeckel schleunigst abgeschafft und brauchbare Regelungen für den Ausbau der Windkraftanlagen an Land gefunden werden. Dringend. Damit es auch in Zukunft tolle Energiewende-Rekorde zu vermelden gibt.

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