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Energiewende: VKU sucht Dialog und investiert Milliarden

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VKU Präsident zu Erneuerbaren Energien

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen traf sich jetzt mit Vertretern des Verbandes kommunaler Unternehmen, um über die Rolle der Stadtwerke in der zukünftigen Energieversorgung zu sprechen. VKU-Präsident Stephan Weil, in Personalunion auch Oberbürgermeister von Hannover, unterstrich die Dialogbereitschaft des Verbandes: Für das Energiesystem der Zukunft sei ein nationaler Konsens notwendig. Es sei wichtig, dass sich die gesamte Bundesregierung mit allen Akteuren treffe – und nicht nur der Bundesumweltminister.

Stephan Weil weiter: Man müsse den Umbau des Energiesystems zu einer zukunftsorientierten Energieversorgung forcieren, ohne dabei die Fehler des vergangenen Jahres zu wiederholen. Die Stadtwerke seien kurz- und mittelfristig in der Lage, umfangreich in die Modernisierung und den Neubau von Erzeugungskapazitäten wie erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung oder Gaskraftwerke sowie in die Optimierung und den Ausbau der Verteilernetze zu investieren.

Weil ist sich sicher: Die neue Energiewelt werde zukünftig vor allem aus vielen kleinen dezentralen Erzeugungsanlagen bestehen, die vor Ort ihren Strom liefern und die Schwankungen der erneuerbaren Energien ausgleichen. Dabei gehe es um Biomasse-Kraftwerke (Bioenergie), um hocheffiziente und flexibel einsetzbare Gas- und Dampfkraftwerke (GuD-Kraftwerke), um die Klima schonende Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie die Erneuerbaren Energien. Und diese dezentralen Anlagen betrieben vor allem die Stadtwerke, so Weil.

Zentraler Baustein für die Integration dezentraler Erzeugungsanlagen seien intelligente Verteilnetze:

„Wir machen aber einen Fehler, wenn wir die Diskussion auf die großen Stromautobahnen beschränken. Autobahnen funktionieren nur mit entsprechend guten Auf- und Abfahrten sowie zuverlässigen Bundes- und Kreisstraßen. Verteil- und Übertragungsnetze müssten gleichermaßen mit hoher Priorität ausgebaut werden.“

Den Stadtwerken kommt bei der Zukunftsgestaltung des Energiesystems deshalb eine Schlüsselrolle zu.

Weil: „Dezentralität ist die Domäne der Stadtwerke. Wir wissen seit Jahrzehnten, wie das geht, und stehen in den Startlöchern, um konstruktiv am Umbau des Energiesystems mitzuarbeiten. Schon jetzt ist abzusehen, dass die kommunalen Versorger Milliarden aufwenden können. Wenn die wirtschafts- und ordnungspolitischen Weichen richtig gestellt sind, werden unsere Unternehmen mindestens sechs Milliarden Euro investieren, um ihren Anteil am beschleunigten Umbau der Energieerzeugung in Deutschland zu leisten.“

Der Umbau des Energiesystems in einem hoch entwickelten Land ist laut Weil eine nationale Herausforderung und zugleich eine Chance für den Industriestandort und den Anlagenbau. „Nur mit einem breit angelegten Umbau ist auch die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland machbar“, so der VKU-Präsident. Deutschland habe gute Erfahrungen mit mittelständischen Strukturen gemacht. Da auch die Energiewirtschaft künftig unter den Vorzeichen dezentraler Strukturen stehe, komme man an den Stadtwerken nicht vorbei.

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